Besser zusammen?

Kooperieren die Ostallgäuer Kliniken demnächst mit dem Klinikum Memmingen?

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Kooperiert das Klinikum Kaufbeuren möglicherweise bald mit dem Klinikum Memmingen? Die Beteiligten zeigen sich jedenfalls offen gegenüber der Idee.

Landkreis/Memmingen – Beschreiten das Klinikum Memmingen und die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren bald einen ähnlichen Weg wie die Kliniken Kempten-Oberallgäu und das Kreisklinikum Unterallgäu? Wenn es nach den beiden CSU-Abgeordneten Stephan Stracke und Klaus Holetschek geht, ja. Die Spitzen der Ostallgäuer Kliniken scheinen ebenfalls nicht abgeneigt zu sein. 

Erst verständigten sich die Kliniken Kempten-Oberallgäu und die Kreisklinken Unterallgäu auf eine Fusion, dann veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie, wonach fast jede zweite Klinik geschlossen werden sollte. „Die Krankenhauslandschaft ist deutschlandweit in Bewegung. Gerade die kleineren Häuser der Grundversorgung haben es oftmals schwer, sich wirtschaftlich zu behaupten“, stellen vor diesem Hintergrund die beiden Allgäuer CSU-Politiker fest. 

Das Krankenhaus in Füssen gehört ebenfalls zu en Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Daher müssten auch die Krankenhäuser im Ostallgäu und das in Memmingen über Konsequenzen nachdenken. „Vor dem Hintergrund der Veränderungen in der Kliniklandschaft in Schwaben macht es aus unserer Sicht absolut Sinn, in größeren Einheiten zu denken“, schreiben die beiden in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Das Klinikum Memmingen und das Klinikum Kauf­beuren seien beide Schwerpunktversorger und würden bereits jetzt hervorragende medizinische und pflegerische Leistungen anbieten. 

Eine Kooperation zwischen diesen beiden Häusern könnte große Vorteile für die Versorgungsqualität in der Region haben. Eines der Kooperationsfelder, könnte aus Sicht der Abgeordneten die Digitalisierung sein. Beide Häuser verfügen bereits über die gleiche IT-Infrastruktur. Dies sei ein unschätzbarer Vorteil, wenn es zum Beispiel um die elektronische Patientenakte oder auch die effiziente papierfreie Dokumentation und Abrechnung geht. 

Weitere Felder wären nach Meinung der Abgeordneten mittelfristig der Einkauf von Dienstleistungen im Rahmen von Vergaben und der Austausch von Spezialisten. 

Doch was hält man eigentlich beim Ostallgäuer Klinikverbund, zu dem auch das Krankenhaus in Füssen gehört, von dem Vorschlag der Politiker? 

Vorstand Andreas Fischer zeigt sich dem Kreisbote gegenüber offen für das Thema. Man habe schon ein erstes Gespräch mit dem Abgeordneten Stracke geführt. „Wir werden uns bemühen, eine Kooperation mit Memmingen aufzubauen.“ Wie genau die dann aussehen wird und welche Vorteile sich daraus ergeben, dazu konnte Fischer nichts sagen. Es sei noch zu früh, da die Gespräche mit Memmingen ja noch nicht stattgefunden hätten. 

Fischer erzählt allerdings, dass mit anderen Kliniken in dieser Hinsicht nichts geplant sei. Doch auch ohne Kooperation sei man im regen Austausch. 

Erste Fusion 2007

Verwaltungsratsvorsitzende und Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) kann sich eine solche vertiefte Zusammenarbeit offenbar ebenfalls durchaus vorstellen, wie sie auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Dabei erinnerte sie daran, dass die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren bereits 2007 zu einem großen Klinikunternehmen fusionierten und mittlerweile „nach einer nicht einfachen Phase der Restrukturierung ein in der flächendeckenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gut aufgestellter Akteur“ seien. „Als solcher ist das Klinikunternehmen für Gespräche mit anderen Klinikstandorten im Allgäu offen, soweit diese aus unternehmerischer Sicht sinnvoll sind und eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger bringen“, erklärte Zinnecker. 

So bestehe beispielsweise zwischen dem Standort Füssen und dem Krankenhaus in Reutte bereits eine Kooperation im Bereich der Kardiologie (der Kreisbote berichtete mehrfach). „Wir alle sollten das Ziel haben, sinnvolle Synergien zu nutzen, um den Häusern und Patienten und damit der Gesundheitsregion Allgäu einen Mehrwert zu verschaffen.“ 

Kommt runder Tisch?

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Kaufbeuren und Memmingen scheint demnach alles andere als ausgeschlossen. Und der Vorschlag der Politiker, sich mit beiden Klinikunternehmern an einen runden Tisch zu setzten, wird wohl in den nächsten Wochen umgesetzt werden. Stracke wird‘s freuen. Er ist sich sicher: „Sie sind als Einzelunternehmen heute bereits sehr gut, in Kooperation wären sie unschlagbar.“

sn/mm

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