Ein Plädoyer für Europa

Theo Waigel spricht bei der CSU Füssen über Europa und die EU

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Der Vorstand des CSU-Ortsvereins Füssen mit seinem Ehrengast: Michael Schmück (v.l.), Markus Schmölz, Maximilian Eichstetter, Dr. Theo Waigel, Peter Hartung, Christoph Weisenbach und Nicole Eikmeier.

Füssen – Einen besonderen Gastredner konnte jetzt der Vorstand der CSU Füssen in der Jahreshauptversammlung begrüßen: Der ehemalige Bundesfinanzminister und CSU-Ehrenvorsitzende Dr. Theo Waigel hielt im Hotel „Schlosskrone“ ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa und die EU.

An vielen politischen Projekten war Waigel beteiligt oder gar federführend. Seine politischen Höhepunkte aber waren mit Abstand die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten sowie die Einführung des Euro. „Nein, ein zurück gab es nicht. Die Option einer friedlichen deutsch-deutschen Wiedervereinigung, so wie wir sie vollzogen hatten, gab es nur einmal und wäre unter Wladimir Putin und Donald Trump vermutlich nie zustande gekommen,“, sagte Waigel vor etwa 30 Zuhörern im Hotel „Schlosskrone“. Die Zeit sei damals einfach reif gewesen. 

Trotz der enorm hohen Kosten sei es gut und wichtig gewesen, BRD und DDR zu vereinen, betonte der ehemalige Spitzenpolitiker. Waigel schlug anschließend den Bogen zu Europa. „Ich möchte daher auch weiter betonen, wie wichtig eine funktionierende Europäische Union (EU), gerade in der heutigen Zeit, für uns alle ist“, sagte er. Die EU schaffe eine Insel der Stabilität inmitten einer stürmischen See. Sein einziges Sorgenkind derzeit sei Italien.

Deutschland profitiere von der EU und die EU von Deutschland. Und genau deshalb sei es auch wichtig gewesen, eine gemeinsame Währung einzuführen. Denn Völker, die die gleiche Währung hätten, würden sich nicht bekriegen, sagte Waigel. 

Neue Zeitenwende?

Zur Gegenwart sagte der in Seeg lebende Ehrenvorsitzende der CSU: „Das Jahr 2018 markiert unter anderem das 100-jährige Ende des ersten Weltkrieges, worin die damalige politische Ordnung der herrschenden Monarchien in sich zusammenfiel und vom Volk gewählte Parteien die Führungsrollen im zerstörten Europa übernahmen.“ 

Obgleich sich heutzutage daran niemand mehr persönlich erinnern könne, zeichne sich dieses Jahr eine erneute Zeitenwende ab. So möchten laut Waigel 80 Prozent der jüngeren Bevölkerungsschichten des Kontinents ein aktiveres Europa und mehr Mitspracherechte. Dies bedeute in vielen Bereichen beispielsweise auch Reformen und Kooperationen mit bestehenden und neuen Bündnispartnern sowie Investitionen in bestehende Infrastrukturen.

Konzept für Afrika

Ferner könnten weltweite Krisen wie die aktuelle Migrationskrise der Flüchtlinge nur gemeinsam angegangen werden, um somit dauerhafte Lösungen zur Bekämpfung der Fluchtursachen zu suchen. „Dies bedeutet letztendlich auch, ein nachhaltiges Afrika-Konzept zu entwickeln und auch zeitnah umzusetzen.“ Aber auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit lag dem Gastredner am Herzen. „Schließlich werden wir, statistisch gesehen, alle um einiges älter als früher und von daher ist es nur gerecht den Zeitraum des Renteneintritts anzupassen.“ 

Am Ende des einstündigen Referates des Ehrengastes fiel es dem Ortsvorsitzenden Peter Hartung sichtlich schwer, wieder zu den bestehenden Tagesordnungspunkten der Jahreshauptversammlung zurückzukehren, um über die Tätigkeiten des Ortsverbandes zu berichten. Diese aber wurden in einer Rekordgeschwindigkeit abgearbeitet und somit der Vorstand entlastet.

th

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