Sorge um Fördermittel

"Es geht um die Zukunft des Füssener BLZ"

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Das Flachdach des Füssener Eisstadions muss seit Jahren saniert werden. Wegen Versäumnissen der Stadtverwaltung konnten die Arbeiten bislang aber noch nicht ausgeführt werden. Nun wird ein neuer Anlauf unternommen.

Füssen – Während beim EV Füssen die Vorbereitungen auf die neue Oberliga-Saison bereits auf Hochtouren laufen, ist nach wie vor unsicher, ob das Füssener Eishockey-Team seine Gegner auch in einem Oberliga tauglichen Stadion am Koblhang empfangen wird.

Denn noch immer ist unklar, wann mit der Sanierung des undichten Flachdachs des Eisstadions begonnen wird, wie eine Anfrage des Zweiten Bürgermeisters Niko Schulte (CSU) am Dienstagabend im Stadtrat ergab. Pikant daran: Das Dach könnte womöglich längst saniert sein. 

Dass das Flachdach des Eisstadions undicht ist, darauf machen Kommunalpolitiker wie Niko Schulte oder Dagmar Rothemund (SPD) bereits seit Anfang des Jahres regelmäßig aufmerksam. Immer wieder wiesen sie darauf hin, dass es in die Räume tropft, manche mussten demnach sogar bereits wegen des Wassereinbruchs gesperrt werden. Selbst die Duschen, Kabinen und der VIP-Raum seien betroffen, monierten verschiedene Ratsmitglieder in den vergangenen Monaten immer wieder. Die Verwaltung reagierte darauf im Frühjahr mit provisorischen Maßnahmen. Gleichzeitig verlautete aus dem Rathaus, dass die Sanierungsarbeiten heuer im Herbst aufgenommen werden sollen. 

Ob es tatsächlich so kommt, lässt Bürgermeister Paul Iacob (SPD) derzeit offen. 

Dabei ist das Problem im Füssener Rathaus schon viel länger bekannt: Bereits 2012 fand eine Untersuchung durch das Planungsbüro Deyle statt. Spätestens seit Anfang 2015 war dann klar, dass das Dach saniert werden muss. Seinerzeit fand eine „Bau-Besprechung zur Flachdachsanierung“ im Bayerischen Innenministerium in München statt, wie aus einem Papier der Stadtkämmerei hervor geht. 

Demnach verständigten sich die Beteiligten – finanziert wird das BLZ bekanntlich vom Bund, Freistaat Bayern und der Stadt Füssen – im Januar 2015 darauf, in zwei Bauabschnitten 2016 und 2017 das Flachdach zu sanieren. „Priorität hat seitens des Bundes die Arena und die Halle 2“, heißt es in den Unterlagen. Die Kosten für die Arbeiten schätzte das Planungsbüro Deyle seinerzeit auf 1,3 Millionen Euro. Davon hätte der Bund 40 Prozent übernommen, der Freistaat 25 und die Stadt hätte 35 Prozent der Kosten tragen müssen. 

Doch damit gab sich der Stadtrat nicht zufrieden und beschloss Ende Januar 2016 in nichtöffentlicher Sitzung eine Beteiligung an der Sanierung nur unter der Voraussetzung, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt. Am 4. Mai, ebenfalls in nichtöffentlicher Sitzung, stimmte der Stadtrat bei einem städtischen Anteil in Höhe von 35 Prozent schließlich zu. Kurz darauf teilte das Rathaus dem Bundesinnenministerium mit, dass der Baubeginn erst 2017 möglich sei. 

Am 13. Juni 2016 stellte die Stadt laut den vorliegenden Unterlagen der Kämmerei schließlich einen Förderantrag bei der Regierung von Schwaben in Augsburg. Am 1. Juli antwortete das Regierungspräsidium: Weil unter anderem keine Untersummen für die Bauabschnitte aufgeführt wurden und die Baufachliche Stellungnahme eine andere Priorität der Bauabschnitte vorsehe, sei der Förderantrag nicht prüffähig. Verbunden war das Schreiben mit der Aufforderung an das Rathaus, weitere Unterlagen zur baufachlichen Prüfung einzureichen. Doch das geschah monatelang nicht, womit die bereits für die Jahre 2016 und 2017 bewilligte Sanierung wegen Fristversäumnissen hinfällig wurde. 

„Wir haben damals eine Vorgabe versäumt“, räumte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) gegenüber dem Kreisbote ein. Wie es dazu kommen konnte, „werden wir auch aufklären“. Intern ebenfalls geklärt werden müsse auch, welche Konsequenzen der Mitarbeiter wird ragen müssen, der es damals versäumte, die vollständigen Unterlagen rechtzeitig einzureichen. 

Denn die Fehler der Vergangenheit werden die Stadt viel Geld kosten: Mittlerweile belaufen sich die geschätzten Kosten auf 1,9 Millionen Euro, der Anteil der Stadt ist auf 50 Prozent gestiegen. 

Förderantrag gestellt

Parallel zu den provisorischen Ausbesserungsarbeiten am Dach hat die Verwaltung im Frühjahr einen neuen Förderantrag bei der Regierung von Schwaben eingereicht und wartet nun auf grünes Licht aus München und Berlin. Derzeit könne er „keine konkreten Aussagen“ treffen, wann das Dach saniert werde, sagte Iacob gegenüber unserer Zeitung. Klar sei aber: „Die Sanierung muss kommen!“ 

Nach Ansicht des Bürgermeisters steht mittlerweile ohnehin weitaus mehr auf dem Spiel als eine Dachsanierung. „Es geht grundsätzlich um die Zukunft des BLZ“, betonte er. Denn wenn Bund und Freistaat ihre finanzielle Förderung weiter zurück fahren, werde die Stadt das BLZ nicht halten können. „Wir müssen kämpfen, dass es bleibt“, erklärte er. Daher habe er demnächst ein Gespräch mit Dr. Florian Herrmann, Leiter der Münchner Staatskanzlei, vereinbart. Ein erstes Gespräch mit der heimischen Landtagsabgeordneten Angelika Schorer und Landrätin Maria Rita Zinnecker (beide CSU) zu diesem Thema habe es ebenfalls bereits im Landratsamt gegeben. In Planung sei darüber hinaus ein Gespräch mit Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), kündigte Iacob an. Auch dabei solle über Fördermittel für das BLZ gesprochen werden.

Matthias Matz

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