Streit um Bebauung der Floßergasse

Stadt gibt nach

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Den Blick auf das Hohe Schloss und die Altstadtdächer wollte Jürgen Brecht mit Hilfe eines Bürgerbegehrens erhalten. Gestern Abend hat die Stadt eingelenkt.

Füssen – Den Willen vieler Bürger hat der Bauausschuss jetzt berücksichtigt: Die Höhe der geplanten Gebäude unterhalb des Franziskanerklosters wird an die Höhe des Klosterplatzes angepasst. Damit soll der freie Blick auf das Hohe Schloss und die Altstadtdächer erhalten bleiben. Dafür haben sich die Stadträte am Dienstagabend mit einer Gegenstimme ausgesprochen.

Im Publikum saß Jürgen Brecht, Initiator des Bürgerbegehrens, das sich für eine niedrigere Maximalhöhe des Bauprojekts eingesetzt hatte (der Kreisbote berichtete mehrfach). Brechts Ziel war es mit möglichst vielen Unterschriften Schaffraths und Jakobs Antrag zu unterstützen. Und innerhalb weniger Wochen gaben 2556 Bürger ihre Unterschrift ab – deutlich mehr als für ein Bürgerbegehren notwendig gewesen wäre. Das untermauerte Brecht mit einem entsprechenden Schild bei der Bauausschusssitzung. 

Ohne Diskussion gaben dann auch die Stadträte grünes Licht für die Forderung des Bürgerbegehrens. Sie gingen damit noch weiter als Lothar Schaffrath (SPD) und Michael Jakob (CSU) in ihrem Antrag eigentlich gefordert hatten. Darin wollten sie die maximale Firsthöhe von 803,35 Meter üNN auf 801 bis 801,5 üNN absenken. Doch das wollte das Bauamt ursprünglich eigentlich nicht unterstütze, wie Bauamtsleiter Armin Angeringer damals dem Kreisboten erklärt hatte. Es sollte nur die Firsthöhe von Haus D von 10,50 auf 10,10 Meter reduziert werden. 

Denn andernfalls könnte das Dachgeschoss nicht mehr voll genutzt werden, hatte Angeringer befürchtet. Zuvor hatte Jürgen Brecht ausgerechnet, dass es in den Plänen einen Widerspruch gibt: Mit einer Firsthöhe von 10,50 Meter rage das Haus D 1,88 Meter über den Platz und nicht 1,48 Meter wie in den Plänen stand, die dem Ausschuss vorgelegt worden waren. Das sei ein „Missverständnis“ gewesen, räumte Bauamtsleiter Armin Angeringer nun im Bauausschuss ein. Dieser „Fehler“ sei soweit einzuräumen. 

Durch den Druck des anstehenden Bürgerbegehrens sah sich die Stadtverwaltung jetzt aber wohl dazu veranlasst, die Maximalhöhe für alle vier Häuser auf 801,32 üNN zu reduzieren. Dann müsste die Stadt das Bürgerbegehren nicht mehr durchführen, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Das erspart uns viel Geld und Arbeit“, so der Rathauschef. Somit muss das ganze Prozedere wieder von vorne beginnen: Die Satzung für den Bebauungsplan A52 östliche Floßergasse muss überarbeitet, dann öffentlich ausgelegt, abgewägt und erneut von den Stadträten beschlossen und anschließend bekanntgegeben werden.

kk

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