Mobile Module machen es möglich: Seit Montag kann in Füssen wieder operiert werden

"Vollwertige Operationsanlagen"

+
Mitarbeiter eines OP-Teams machen sich am Freitagvormittag mit dem neuen Röntgengerät im neuen Operationssaal II vertraut.

Füssen – Als Feuerwehrkommandant Thomas Roth am Morgen nach dem Feuer im Krankenhaus die OP-Säle besichtigte, war ihm klar: „Die sind definitiv nicht einsatzbereit.“ Tatsächlich war der Schaden, den ein kleiner Kabelbrand Ende Oktober angerichtet hatte, noch weitaus größer als seinerzeit angenommen. 

Bis heute sind die OP-Räume wegen starker Verrußungen außer Betrieb. 

Operiert werden kann in Füssen ab Montagmorgen dennoch wieder – in zwei mobilen OP-Sälen. „Die OPs sind modern und neu ausgestattet“, erklärte Klinikvorstand Dr. Philipp Ostwald am Freitag bei der Vorstellung der Einrichtungen.

Tatsächlich unterscheidet die aus insgesamt acht Modulen bestehenden OP-Säle nichts von herkömmlichen Operationsräumen, wie ein Rundgang durch die Einrichtung zeigte. „Das sind vollwertige Operationsanlagen. Man merkt keinen Unterschied“, betonte Dr. Kai Scriba, Chef der Chirurgie. Chefarzt Dr. Martin Hinterseer zeigte sich „extrem überrascht“ angesichts der Qualität der neuen OP-Räume. 

Bis Freitag arbeiteten die Füssener OP-Teams mit Hochdruck um die Anlagen bis Montag einsatzbereit zu bekommen. Nach der Abnahme des Innenausbaus durch den TÜV am Mittwoch erfolgte am Freitagvormittag schließlich noch die Hygieneprüfung. Anschließend gab es die Betriebserlaubnis für die beiden Operationsräume, die erst Anfang Dezember mit Schwerlasttransporten nach Füssen gebracht und aufgebaut worden waren (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Nach einem „Probedurchlauf“ am Montag solle der OP-Betrieb am Dienstag schließlich wieder voll aufgenommen werden. Bis dato mussten Füssener Patienten von Füssener Ärzten und Pflegepersonal in Kaufbeuren operiert und gepflegt werden, weil unter anderem die Bundeswehr wegen der Ebola-Epedemi in Westafrika keine mobilen OP-Einheiten bereitstellen konnte. 

Dabei kamen ungefähr 300 Füssener Operationen in der Wertach-Stadt zusammen. „Wir sind in Kaufbeuren hervorragend aufgenommen worden – das ist keine Selbstverständlichkeit“, erklärte Dr. Scriba. „Es ist eine gute Versorgung gewährleistet gewesen.“ Dr. Roland Vieth ergänzte: „Wir konnten unsere Patienten in Kaufbeuren nahtlos weiterversorgen.“ 

Ein weiteren positiven Aspekt machte der Gynäkologe Dr. Winfried Eschholz aus: „Dadurch sind die Kollegen in den Häusern zusammengeschweißt worden.“ Hoher Einsatz Lediglich die Notaufnahme und der Kreißsaal blieben während dieser Zeit in Füssen. „Eine Notfallversorgung war vorhanden“, betonte Dr. Joachim Klasen, Chefarzt Anästhesie, Intensiv- und Palliativmedizin. Allerdings mit einem hohem persönlichen Einsatz der Beschäftigten. „Das war nicht vergnügungssteuerpflichtig!“ 

„Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass es termingerecht geklappt hat“, frohlockte Klinikvorstand Ostwald. Schließlich seien die Aufträge erst Anfang Dezember vergeben worden. Üblich sei in solchen Fällen aber eine Frist von einem Jahr. Da noch nicht in Gänze absehbar sei, wie groß der Schaden in den OP-Räumen sei und wie lange deren Reparatur dauern werde, sind die mobilen OP-Säle ihm zufolge für 12 Monate angemietet. „Sie sind eine längerfristige Interimslösung“, erklärte er. „Eine Art Feldlazarett.“ 

Lob von Zinnecker 

Dass es so schnell gegangen sei, die mobilen Säle nach Füssen zu holen und aufzustellen, sei der Verdienst vieler gewesen – Versicherungen, Genehmigungsbehörden, Mitarbeiter. „Da waren viele Leute im Hintergrund aktiv“, so Ostwald. Sein Dank galt allen Beteiligten für die schnelle Lösung des Problems. Angefangen über die Versicherungen bis hin zu den Genehmigungsbehörden und den Mitarbeitern. 

Die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), Vorsitzende des Klinik-Verwaltungsrates, dankte allen Beteiligten ebenfalls „Das ganze Team hat sehr gut gearbeitet“, lobte sie. Zu den Kosten für die Sanierung des OP-Traktes oder der Miete für die Module wollte sich Dr. Philipp Ostwald trotz mehrmaliger Nachfrage aus versicherungsrechtlichen Gründen noch nicht äußern.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen

Kommentare