DAV-Sektion Oy/Allgäu blickt auf Besteigungen der vergangenen 25 Jahre zurück

Als Erster auf dem Changtse

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Die ehemaligen und neue Vorstände der Sektion Oy/Allgäu freuen sich über das 25-jähriges Jubiläum ihrer Sektion: Klaus Marek (v.l.), Schatzmeister bei Gründung, Ernst Monzer, ehem. Schatzmeister, Martin Wegscheider, Zweiter Vorstand bei der Gründung, Erika Hiltensberger, Tourenführerin, Rosi Psiuk-Zwerger, Schatzmeisterin, Herbert Beck, Hösles Nachfolger, Ludwig Hösle, Erster Vorstand bei Gründung und Ehrenrat, Rosa-Maria Epp, ehemaliger Zweiter Vorstand, Rolf Kratzert, Schriftführer, Sieglinde Lechner, ehemalige Schriftführerin, Jochen Wilde, Erster Vorstand, Dirk Kuhnhenne, Zweiter Vorstand.

Oy-Mittelberg – 1988 beschlossen einige Oyer Bergfreunde sich von der Sektion Kempten des Deutschen Alpenvereins (DAV) abzuspalten und eine eigene Sektion ins Leben zu rufen.

1989 war es dann soweit: Die Oyer Bergfreunde gründeten trotz vieler Widerstände die Sektion Oy/Allgäu des DAV. 25 Jahre später besteht die Sektion immer noch, was die Bergfreunde jetzt im Kurhaus Oy feierten. 

Hier blickten die Bergfreunde auf die Geschichte ihrer Sektion zurück. Im September 1988 entließ die Sektion Kempten die Ortsgruppe Oy in die Eigenständigkeit. Die 78 Gründungsmitgliedern wählten anschließend Ludwig Hösle zum ersten Vorstand und Martin Wegscheider zum Stellvertreter. 

Für die Finanzen war Klaus Marek verantwortlich. Seit seiner Gründung waren lediglich vier Vorstände im Amt. Derzeitiger Erster Vorstand ist seit April diesen Jahres Jochen Wilde, der auch als Fachübungsleiter Skibergsteigen im Verein tätig ist und mehrere Touren der Sektion begleitet. 

Der erste Vorstand und Ehrenrat der Sektion Oy, Ludwig Hösle, auch als „Steilwand-Luggi“ bekannt, bezwang nicht nur Alpengipfel. Im Oktober 1982 war der Allgäuer bei der offiziellen Erstbesteigung des 7543 Meter hohen Changtse im Himalaya mit dabei. Wenige Tage zuvor war zwar bereits einem Holländer die Besteigung gelungen, die hatten die chinesischen Behörden aber nicht genehmigt. 

Erstbesteigung scheitert an Logistik 

Anschließend blickte Lothar Brixle, ebenfalls Ehrenrat der Sektion, auf die Höhepunkte der vergangenen 25 Jahre zurück. In den ersten Jahren ihres Bestehens errichtete die Oyer Sektion ein Gipfelkreuz auf einem Allgäuer Alpengipfel. Die Wahl fiel auf den im hinteren Oytal gelegenen 2308 Meter hohen Kleinen Wilden. Dessen altes Gipfelkreuz war bereits stark verwittert und umgestürzt.

 Am 8. September 1991 baute die Sektion Oy auf „ihrem“ Gipfel das Kreuz zusammen, das sie in mehreren Einzelteilen hinaufgetragen hatten. Anschließend weihte es Pfarrer Manfred Gohl. „So einen Verein ehrenamtlich zu führen, bedeutet wenig Ehre und viel Amt.” 

Theo Haslach, Bürgermeister Ein Jahr später plante die Sektion die Erstbesteigung der Nordflanke des 7439 Meter hohen Pik Pobeda im Tian Shan-Gebirge im Osten Kirgisistans. Doch Logistik-Probleme sorgten für Verzögerungen beim Transport der Ausrüstung, so dass die Expedition eine Woche lang keine Ausrüstung hatte und ihr Ziel deshalb nicht erreichte. Besser lief es dann 2005, als eine Gruppe der Oyer Sektion den 5167 Meter hohen Ararat in Ostanatolien bestieg. 

Der Oyer Bürgermeister Theo Haslach beglückwünschte den Verein zu seiner Erfolgsgeschichte. „Mit mehr als 1300 Mitgliedern ist es der mitgliederstärkste Verein in Oy“, so Haslach. Er wünschte der Vereinsführung weiterhin viel Erfolg und unfallfreie Touren. Außerdem lobte er die hervorragende Jugendarbeit des Vereins. „So einen Verein ehrenamtlich zu führen bedeutet wenig Ehre und viel Amt“, so Haslach weiter. Für Lacher im Publikum sorgte anschließend der Bergsteiger-Kabarettist Georg Königer mit seinem Programm „Mach zu!“. 

Der Würzburger erklärte die Überlebensstrategien im Bettenlager einer vollbesetzten Berghütte anhand von Dauerschnarchern, rücksichtslosen Spätzubettgehern und Frühaufstehern. „Die Luft nachts um halb eins in einem vollen Matrazenlager lässt sich in Scheiben schneiden und unterpflügen – vor allem wenn das verbilligte DAV-Essen ein Bohneneintopf war“, sagte der Kabarettist. Soche Situationen seien nur mit einem dementsprechenden Alkoholpegel zu ertragen. 

Neue Dienstkleidung für den DAV 

Der Kabarettist aus Würzburg erklärte außerdem, warum er keine Paare in den Kletterhallen mag. „Sie tragen ihre Beziehungsprobleme in der Wand aus – zum Leidwesen der anderen Kletterer“, so der gebürtige Ostwestfale. Minutiös berichtete Königer auch von einer mit vielen Schwierigkeiten und Opfern begleiteten Besteigung des Mount Darup, des mit 125 Metern höchsten Berges in seiner Münsterländer Heimat. 

Der Kabarettist animierte die Gäste im Oyer Kurhaus abschließend auch dazu bei seiner neuen Präsentation der Sponsor-Partner des DAV und der neuen „Dienstkleidung“ der Sektion mitzumachen.

Helmut Hoellisch

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