Provisorische Ampel: Räte ziehen erstes Fazit

Weniger Staus am Kreisel

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Durch die provisorische Ampel staut sich der Verkehr nicht mehr so stark wie noch beim Zebrastreifen. Zu diesem Schluss kam jetzt der Finanzausschuss.

Füssen – Eine erste Bilanz der provisorischen Ampel in der Luitpoldstraße hat jetzt der Finanzausschuss am Dienstag gezogen. Und das fiel positiv aus, zumindest was den Stau angeht.

Seit vergangener Woche ist der Zebrastreifen am Kreisel in der Luitpoldstraße weg, stattdessen steht hier für drei Monate eine Ampel. In dieser Testphase will die Stadtverwaltung prüfen, ob dadurch der Verkehrsfluss in der Luitpoldstraße verbessert wird. Denn gerade in den Sommermonaten kommt es häufig zu Staus in dieser Hauptdurchgangsstraße, wozu auch der Zebrastreifen beiträgt. 

„Katastrophe“, so fasste Niko Schulte (CSU) das Verhalten vieler Fußgänger an der Luitpoldstraße zusammen. Für die Testphase hat die Stadt den Zebrastreifen übermalt und Absperrgitter aufgestellt, damit Fußgänger auch wirklich die provisorische Ampel benutzen und nicht wie bisher die Straße queren. Doch das nutzt offenbar wenig, wie nicht nur Schulte feststellte.

 Auch auf Facebook, wo Bürger das Thema kontrovers diskutierten, äußerten einige, dass sie die gleiche Erfahrung gemacht hätten: Viele Fußgänger queren einfach am übermalten Zebrastreifen die Straße – trotz Absperrgitter. „Es gehört eben auf beide Seiten durchgehend Gitter und für die Autofahrer Wildwechselwarnschilder“, meinte gar ein Bürger in dem Sozialen Netzwerk.

Zu einem ähnlichen Schluss kam auch Schulte, der anregte drei weitere Absperrgitter aufzustellen. „Natürlich gehen Fußgänger auch neben der Ampel über die Straße, wenn kein Auto kommt“, meinte Heinz Hipp (CSU), der die Situation an mehreren Tagen beobachtet hatte. Aber: „Zu 90 Prozent funktioniert das. Entscheidend ist, dass der Verkehr nicht behindert wird. Das ist ganz selten der Fall.“ 

Er habe sich extra mittags an die Straße gestellt Zu diesem Zeitpunkt staute sich im Frühjahr bzw. Sommer sonst immer der Verkehr. Doch das war jetzt „nie der Fall.“ 

"Verquere Entwicklung"

Zum gleichen Schluss kam Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Wenn er in diesen Monaten um 16.45 Uhr von Ortsbesichtigungen zum Rathaus gefahren sei, stand er normalerweise im Stau. „Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Das ist ganz, ganz positiv.“ Zudem seien für Fußgänger die Wege zur provisorischen Ampel und der Ampel am Kaiser-Max-Platz nun etwa gleich lang. „Viele gehen gleich vor zum Kaiser-Max-Platz“, sagte der Rathauschef.

 Doch gerade damit hatte Ilona Deckwerth (SPD) ein Problem. „Ich bin nicht gegen die Ampel, sondern gegen die Situierung.“ Sie hatte in Erinnerung, dass die Ampel näher an den übermalten Zebrastreifen kommen sollte. Der jetzige Standort „ist schlecht.“ Er zwinge Fußgänger einen längeren Weg in Kauf zu nehmen. Und die Absperrgitter bezeichnete sie gar als „Affront“. Das sei eine „verquere Entwicklung.“ 

Als „zumutbare Erschwernis“ bewertete jedoch Hipp die Entfernung. Schließlich müssten alle Verkehrsteilnehmer, ob Autofahrer, Radler oder Fußgänger, Kompromisse eingehen, um miteinander klar zu kommen. Und dort, wo die Überquerung war, durfte die Ampel gar nicht hinkommen, erklärte Iacob. Den diese müsse einen bestimmten Abstand zum Kreisverkehr einhalten und bräuchte zudem einen Aufstellplatz für Fußgänger. 

Doch hier befinden sich die Parkplätze eines Restaurants. Die Stadtverwaltung werde die neue Situation weiter beobachten. „Wenn sich das System als sinnvoll zeigt, kommt es nochmal in den Verkehrsausschuss rein“, erklärte der Rathauschef. Anschließend werde der Stadtrat darüber diskutieren, ob eine Ampel dort fest installiert wird.

Katharina Knoll

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