Deftiges beim "Schneiderhanser"

Zwei Schläge auf den Hahn nur benötigte Schwangaus Bürgermeister Reinhold Sontheimer, um heuer das allererste Fass Salvator anzuzapfen. Nahtlos übernahm danach Walter Sirch, zum süffigen Bier gab’s die süffisanten Gedanken des Starkbierredners.

Zum 28. Mal hatte die Familie Helmer um die Seniorchefin eingeladen, traditionsgemäß in den Keller, wo im Anschluss an den Fasching die fünfte Jahreszeit „angzapft“ wird. Ein paar Spritzer aus dem Fass durfte es auch geben, aber er habe „it amoal beppige Händ“ bekommen, so Sontheimer, bevor das süffige Bier mit einer Stammwürze von 18,3 Prozent fließen durfte. Und ebenso wie das Freibier der Paulaner-Brauerei flossen auch die Worte Walter Sirchs. Und der hatte genau hingeschaut und sich seine Gedanken gemacht zu den Themen, die die Menschen im Landkreis beschäftigt hatten. So zog der Mann am Rednerpult, gleich dem Pater Barnabas, die Anwesenden auf. Landrat Johann Fleschhut und den Administrator der Wittels-bacher, den Bergbahn- und den Rathauschef der Füssener. Wer hätte schon gedacht, dass die Häuser im Wasenmoos fallen müssen, damit die Baustoffe am Landratsamt nicht ausgehen? „Wie ist das eigentlich", wollte der Mann am Rednerpult wissen, „steht ein Politiker automatisch auf, wenn er seinen Namen hört?". Dann müsse Johann Fleschhut direkt aufpassen, dass seine Frau das nicht missbrauche, ihn mit Nachnamen rufe und er „Männchen“ mache, so Sirch. Und WAF (Wittelsbacher Ausgleichsfonds), klinge das nicht ein bisschen nach touristisch – terroristischer Vereinigung? Die Brotzeitrunde, pardon, der Arbeitskreis für den Mini-Louvre am Alpsee leiste schon gute Arbeit in Hohenschwangau. Wie auch die Tegelbergbahn. Die es doch immer noch braucht, für die Bergretter. Steigen doch die Skifahrer gemeinerweise im Winter als Tourengänger selber auf den Berg, wie im Sommer die Kletterer über den neu zu bauenden Steig. Da habe der Fledermausbeauftragte für die Gipsmühle doch deutlich mehr zu tun im Dorf unter den Königsschlössern, so Sirch in seinen Betrachtungen. Sontheimer wieder Chef Und noch etwas Gutes hat die Starkbierzeit. Bürgermeister Sontheimer kann wieder zurück in seine Amtsstube, gab doch das Prinzenpaar den Schlüssel, der traditionell bei der Entmachtung überreicht wird, zurück an den Rathauschef.

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