Hoch hinaus in der Altstadt

Haus in der Schrannengasse soll in die Höhe wachsen

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Das Haus Schrannengasse 6 (Mitte) soll saniert und umgebaut werden. Dabei soll es um ein Satteldach aufgestockt werden.

Füssen – Der Schrannenplatz gehört sicherlich zu einem der schönsten Plätze in der Altstadt. Nun steht eine weitere Aufwertung an.

Der Eigentümer will das historische Haus Schrannengasse 6 sanieren und umbauen. Dabei soll das Haus auch ein zusätzliches Stockwerk sowie ein markantes Satteldach erhalten. Bei einer Gegenstimme von Dr. Christoph Böhm (CSU) stellte der Bauausschuss jetzt sein kommunales Einvernehmen für das Vorhaben in Aussicht – sofern auch das Landesamt für Denkmalpflege einverstanden ist. 

Denn der geplante Umbau betrifft einen sensiblen Bereich der historischen Altstadt. Um diese zu schützen, beschlossen Politik und Verwaltung 1984 die sogenannte Altstadtsatzung. Dieser zufolge sind unter anderem Firstrichtung und Dachneigung über Gebäuden beizubehalten. Die nun eingereichte Bauvoranfrage mit einer zusätzlichen Etage sowie Satteldach mit spitzer Giebelseite nach vorne widerspricht dem allerdings. Deshalb soll nun intensiv Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege gehalten werden. 

Dennoch stimmte Stadtrat Böhm gegen die Bauvoranfrage. „Optisch ist das nicht schlecht“, sagte der Christsoziale. „Aber wir stehen nicht über dem Gesetz, sondern müssen sicher stellen, dass das Gesetz eingehalten wird.“ Sprich: Stimme der Ausschuss jetzt einer Abweichung von der Altstadtsatzung zu, schaffe er damit womöglich einen Präzedenzfall. Andere Hauseigentümer könnten sich künftig darauf berufen und gleichfalls die Aufstockung ihrer Altstadthäuser fordern. 

Mit dieser Ansicht stand Dr. Christoph Böhm jedoch alleine da. „Wir sollten uns freuen, wenn jemand in der Altstadt Geld in die Hand nimmt“, sagte Uschi Lax (CSU). SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath ergänzte: „Das ist definitiv eine Aufwertung!“ Auch Stadtrat Dr. Martin Metzger (BfF) war für den Umbau. Allerdings sollten Ausschuss und Bauamt deutlich machen: „Das führt zu einer Aufwertung und nur deshalb machen wir eine Ausnahme.“ 

Das Bild bewahren

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) sprach sich ebenfalls für das ambitionierte Vorhaben aus. „Wir müssen sehen, dass wir das Bild der Altstadt bewahren“, erklärte er. „Aber wo wir verbessern können, sollten wir das tun!“ Veränderungen hätten auch in der Vergangenheit immer wieder zur Entwicklung der Füssener Innenstadt gehört. „Veränderungen gibt es und die müssen zum Teil sein“, sagte er. So müssten Politik und Verwaltung beispielsweise irgendwann auch einmal über ein neues Kopfsteinpflaster für die Altstadt nachdenken, so der Bürgermeister.

mm

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