"Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt,

Ganz bewußt haben wir in der Redaktion eine Aussage von Dante Alighieri, die der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut am Anfang seiner Gedanken zum Jahreswechsel zitierte, als Überschrift dieses Artikels gewählt. Auch der Beitrag des Außerferner Bezirkshauptmanns Dietmar Schennach rechtfertigt unsere Entscheidung. Beide Beiträge folgen hier im Wortlaut: Landrat Johann Fleschhut:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, gerade im Jahr 2008 haben wir im Landkreis Ostallgäu und im Landratsamt kräftig angepackt. Dies muss auch unser Anspruch bleiben, da wir in einem Landkreis leben und arbeiten dürfen, der enormes Potential bietet, das wir möglichst in Lebens- und Arbeitsqualität für Sie, unsere Bürgerinnen und Bürger, umsetzen wollen und müssen. Das Ostallgäu ist ein hervorragender Wirtschaftsstandort mit Weltfirmen, innovativen Mächlern und einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten bundesweit. Entgegen dem allgemeinen Trend hörten wir zum Jahresende zwei besonders erfreuliche Botschaften. Die Firmen AGCO/Fendt in Marktoberdorf und Nestle in Biessenhofen investieren in den nächsten Jahren über 200 Mio. Euro. Ein eindeutiges Standortbekenntnis, das mich angesichts der allgemeinen Lage hoffnungsfroh stimmt, wenn auch die Wirtschaftskrise bei uns im Jahr 2009 sicherlich ein bestimmendes Thema sein wird. Die Defizite der Kliniken machen vielen unserer Bürgerinnen und Bürger Sorgen. Es liegt sicher noch ein hartes Stück Arbeit vor uns liegt. Aber die noch engere Zusammenarbeit aller unserer fünf Kliniken hat sich als die richtige Entscheidung bestätigt und wir sind auf einem guten Weg zu einer flächendeckenden, ortsnahen Gesundheitsvorsorge mit Schwerpunktbildung der einzelnen Häuser. Der „schönste Landkreis“, in dem wir leben, kann diesen Superlativ sicher äußerlich als eine der Top Wander- und Radregionen Deutschlands für sich in Anspruch nehmen. Für mich spielt sich die eigentliche Schönheit aber hauptsächlich im sozialen und im Bildungsbereich ab. Es geht immer um die Menschen und darum, wie wir die soziale Sicherheit und die Entwicklung jedes einzelnen jungen Menschen zukunftsfähig gestalten können. Vor allem die demographische Entwicklung stellt uns vor neue Aufgaben. Wir haben im Bereich der Jugendhilfe mit vielen Trägern zusammen die Kinderbetreuungsangebote erheblich verbessert und sind mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept bayernweit ausgezeichnet worden. Auch haben wir die Nase vorn bei der Förderung des Ehrenamts durch unsere neue Servicestelle, dem neuen Ehrenzeichen des Landkreises und dem Ehrenamtsportal im Internet. Erstmals wurde ein Denkmalpreis 2008 vergeben. Der neue Nahverkehrsplan für das Ostallgäu hat neue Angebote wie die BusFUNcard, das Familientagesticket und bessere Fahrplanabstimmungen gebracht. Der weitere vierspurige Ausbau der B12, die Staatsstraße 2008 Seeg – Lengenwang waren neben dem Ausbau der A7 im Bereich Verkehr die größten Fortschritte und auch der Landkreise investierte über 1 Mio. Euro in sein Straßennetz. Dass bei uns die Bildung tatsächlich oberste Priorität hat, beweisen wir mit der Erweiterung der beiden Realschulen in Marktoberdorf und Füssen. Und wir kämpfen weiterhin für ein Gymnasium in Buchloe. In der Landwirtschaft haben wir u.a. die Bemühung für ein gentechnikfreies Allgäu unterstützt. Die allgäuweite Moorallianz wurde auf den Weg gebracht und bundesweit ausgezeichnet. Mit dem Programm Energiezukunft 2020 wollen wir zusätzlich im Ostallgäu unseren notwendigen Beitrag zu Klimaschutz in die Welt tragen. Ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern im ganzen Landkreis, die sich wiederum durch ihre bürgerschaftlichen Kräfte, in der Wirtschaft, in sozialen, kirchlichen sowie kulturellen Bereichen engagiert haben und so zum Fortkommen unseres Landkreises beigetragen haben. Vieles haben wir zusammen erreicht, packen wir also auch zukünftig gemeinsam für unseren Landkreis Ostallgäu an! Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes und glückliches Jahr 2009! Ihr Johann Fleschhut“ Bezirkshauptmann Dietmar Schennach Dietmar Schennach, Bezirkshauptmann des Bezirks Reutte, hat seine Gedanken zwar etwas speziell an die Pressemitarbeiter gerichtet, aber sie dürfen durchaus als allgemein gültig gesehen werden: „Am Ende eines Jahres ziehen Wirtschaftsbetriebe ihre Bilanz und blicken auf das zurück, was es an Positivem und Negativem zu berichten gibt, was sich verändert hat, wo Anpassungsbedarf besteht und wie die Zukunftsperspektiven ausschauen. Als Bezirkshauptmann von Reutte einen Rückblick zu halten, heißt vorerst gesamthaft den Bezirk mit seinen 37 Gemeinden zu betrachten. Und dabei fällt dieser Rückblick sehr gut aus! Die Gemeinden in unserem Bezirk haben im vergangenen Jahr eine gute Entwicklung genommen . Viele Infrastrukturprojekte konnten abgeschlossen werden und in der Daseinsvorsorge für unsere Bevölkerung sind kaum Lücken zu entdecken. Viel wurde in den Bereich "Bildung und Erziehung " investiert - das, nach meiner Ansicht, wichtigste Thema für eine fruchtbare Zukunftsentwicklung. Im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs ist uns der Lückenschluss im Planungsverband Reutte und Umgebung gelungen . Jetzt geht es darum, das attraktive System zu bewerben und Optimierungen vorzunehmen. Alters- und Krankenversorgung funktionieren lückenlos . Es gibt ein klares politisches Bekenntnis, dieses hervorragende soziale System auch weiterhin zu erhalten! In die Katastrophenvorsorge wurde in den letzten Jahren viel Geld investiert: Digitalfunk macht die Kommunikation zwischen den Einsatzorganisationen leichter, das Warn- und Alarmsystem wurde krisensicher gemacht und in der Feuerwehrzentrale der Marktgemeinde Reutte steht eine neue Bezirkszentrale zur Koordination von Katastropheneinsätzen zur Verfügung. Stichwort Katastrophen: Zum Glück ist unser Bezirk im heurigen Jahr von großen Katastrophen verschont geblieben. Sorge macht mir aber das vereinzelte Auftreten von Tuberkulose bei Rindern, das auf den gesamten Bereich der Landwirtschaft in unserem Bezirk und darüber hinaus noch gravierende Auswirkungen mit sich bringen wird. Wirtschaftlich steht unser Bezirk Reutte sehr gut da! Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen Regionen und in den letzten Jahren ist sehr viel zur Standortsicherung im Bezirk Reutte investiert worden, wofür ich der Wirtschaft recht herzlich danke. Natürlich wird die globale Wirtschaftskrise auch an unserem Bezirk nicht spurlos vorüber gehen . Wir sollten aber mit einer gewissen Portion Optimismus und Selbstvertrauen versuchen, die Anzeichen der Rezession möglichst gering zu halten. Die Wirtschaftskrise wird aber jedenfalls wiederum ein engeres Zusammenrücken von uns allen erfordern! Sorgen macht die demographische Änderung! Wenn auch die Lebenserwartung aufgrund der optimalen medizinischen Versorgung immer noch ansteigt, gehen die Geburtenzahlen, vor allem im peripheren Bereich, nach wie vor zurück. Durch gezielte Unterstützung unserer Familien und im Bereich der vorschulischen Betreuung sollte uns aber auch hier eine Trendumkehr gelingen! Die Bezirkshauptmannschaft Reutte hatte im abgelaufenen Jahr Grund zum Feiern: Im Mai 2008 fand die offizielle Eröffnung der neuen Räumlichkeiten der Bezirkshauptmannschaft statt und im Juni haben wir die Pforten beim Tag der Offenen Tür für unsere Bevölkerung geöffnet. Mit der Einrichtung einer Bürgerservicestelle konnten wir den Kundenzugang wesentlich verbessern und haben damit auch eine große innere Strukurreform abgeschlossen“. Im letzten Abschnitt wendet sich Dietmar Schennach speziell an die Medien: „Werte Freunde von der Presse, ich möchte mich bei euch allen recht herzlich für die äußerst objektive Berichterstattung in Rundfunk, Fernsehen und Printmedien bedanken. Es ist wohltuend, dass es in unserem Bezirk keinen "Skandal-Journalismus" gibt, sondern die objektive Berichterstattung im Vordergrund steht. Damit wird auch für unsere Bevölkerung eine objektive Beurteilung der laufenden Geschehnisse möglich. Ich danke für die gute Zusammenarbeit, wünsche all unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern geruhsame Festtage, Freude und Optimismus für das kommende Jahr, vor allem aber Gesundheit für 2009! Euer Dietmar Schennach“. kb

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