Gymnasium Hogau: Bauamt, Schulleitung und Elternbeirat bessern beim Sicherheitskonzept nach

Kompromiss gefunden

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Die Verkehrssituation rund um das Gymnasium Hohenschwangau ist teilweise chaotisch. Nun haben sich die Verantwortlichen auf ein gemeinsames Konzept geeinigt.

Schwangau – Die Sicherheit der Schüler am Gymnasium auf ihrem Weg zur Schule oder nach Hause erhöhen, die Verkehrswege rund um das Schulgebäude entzerren und so weit als möglich trennen und dabei noch ausreichend Parkraum schaffen – das soll das neue Sicherheitskonzept des Staatlichen Bauamtes Kempten leisten. 

Für Irritationen sorgte aber die Ablehnung durch den Bauausschuss. Nach einer Elternbeiratssitzung Anfang dieser Woche kann das Sicherheitskonzept nun aber doch – mit minimalen Änderungen – angegangen werden.

 „Es geht um die Verkehrssicherheit der Schüler.“ Darin sind sich Schulleiter Thomas Schauer und Thomas Kieschke vom Staatlichen Bauamt Kempten einig. Einer Meinung waren die beiden auch bei dem Konzept, das das Bauamt im Auftrag der Schule unter Berücksichtigung aller Beteiligten erarbeitet hatte und mit dessen Hilfe die Sicherheit erhöht werden sollte. Umso größer war das Erstaunen, als der Schwangauer Bauausschuss die Pläne ablehnte: Die Situation mit dem Konzept sei schlechter als vorher.

Wer das Gymnasium kennt, weiß um die Probleme: Rund 750 Schüler besuchen die Einrichtung, hauptsächlich Schüler von außerhalb, die mit Fahrrad, Motorrad, Auto, zu Fuß und mit dem Bus ankommen oder von den Eltern gebracht werden. Da es nur zwei Zugänge auf das Schulgelände gibt, haben sich dabei die Wege aller schon immer überschnitten.

 Beide zweigen von der Colomanstraße ab und nur ein Gehweg führte bislang von der Bushaltestelle zu diesen Zugängen. Anwachsende Schüler- wie Lehrerzahlen, immer mehr Touristen und der vermehrte Nachmittagsunterricht tragen ein Übriges bei.

 "Es gab Handlungsbedarf"

 Diese Situation sei so nicht mehr tragbar , erklärt Schulleiter Schauer im Gespräch mit dem Kreisbote. Man habe im Gremium mit Lehrern, Schülern und Eltern diskutiert, sogar eine Ortsbegehung mit einem Mitarbeiter des Kultusministeriums habe es gegeben. „Und es gab ein Einvernehmen, dass Handlungsbedarf herrscht.“ Mit Hilfe von Baumaßnahmen sollte ein sicherer Zugang gewährleistet werden.

Daraufhin wurde das Bauamt mit der Ausarbeitung eines Konzeptes beauftragt: „Und es waren neben den Schülern und Eltern viele Experten beteiligt“, ergänzt er, „Die Polizei, die Gemeinde, das Straßenbauamt und nicht zuletzt auch die Verkehrsbetriebe“. „Es wurden alle Meinungen berücksichtigt“, ist er sich sicher. „Der Weg der Kinder muss sicher sein. Über Jahrzehnte lief man hier kreuz und quer“.

 Auch der Parkdruck sei enorm – angesichts von fünf Euro nebenan auf der Hofwiese nutzen Touristen gerne den Schulhof. Mehrfach habe es, „Gott sei Dank“ nur Blechschäden im Hof gegeben. Ohnehin würden vor allem die Touristen nicht erkennen können, dass es sich um eine Schule handelt. Deshalb ist Schauer froh, dass die Busse nun eine eigene Spur bekommen sollen. Zwei Lehrkräfte müsse man mittlerweile abstellen, die den Schulweg überwachen.

Außerdem würden einige Ungeduldige immer wieder mit hohem Tempo an den wartenden Bussen vorbei fahren. Bis zu einem bestimmten Punkt habe er Verständnis für die Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto holen. Das sei dem Nachmittagsunterricht des G8 geschuldet. Man setzte sich zwar mit den Vertretern des Nahverkehrs zusammen, aber ganz optimal könne man die Busfahrpläne eben nicht immer ausarbeiten. Dennoch weise er regelmäßig darauf hin, dass die Eltern ihre Kinder nach Möglichkeit nicht bringen oder holen sollten.

Autos sind das Problem 

Ein Punkt, auf den auch Thomas Kieschke hinweist. Für den Planer ist dieser Pkw-Verkehr mit das größte Problem. „Das Bringen ist einfach, anhalten und aussteigen lassen“, so Kieschke. Problematischer aber sei das Abholen. Wenn die Kinder nicht gleich parat stehen, könne es zu Stauungen kommen. Man stecke viel Herzblut und natürlich viel Arbeit in eine solche Planung, merkt er an. Umso weniger versteht er aber die Kritik, insbesondere, nachdem man alle Beteiligten angehört und deren Vorschläge versucht habe, aufzunehmen. „Wir haben hier nicht im Verborgenen geplant“, betont er.

 Dabei verweist er aber darauf, dass die Gemeinde ohnehin nur innerhalb recht enger rechtlicher Spielräume hier mitreden könne. Die Erschließung der Parkplätze oder der Umbau des Areals „ist nicht unbedingt Sache der Gemeinde“. Das habe man innerhalb der Behörde juristisch abgeklärt. „Jetzt haben wir aber einen Kompromiss gefunden“, freut sich Kieschke. „Wir können das so machen“ – auch wenn ihm ein stückweit die Klarheit des ursprünglichen Sicherheitskonzeptes fehlt. Ohnehin muss das Bauamt nun Gas geben und die Bauarbeiten ausschreiben, damit im Sommer das Konzept baulich umgesetzt werden kann.

Auch Gisela Lederer vom Elternbeirat ist zufrieden. Bereits damals, verweist sie auf die Vorgespräche, habe man auf die kritische Situation im Pöllatweg hingewiesen, ebenso wie auf das Überschneiden der Verkehrswege. „Nun aber findet sich der Elternbeirat in den Planungen wieder“, so Lederer.

Oliver Sommer

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