Ein spielerischer Tanz zur Weihnachtszeit

Das Finale, Marias (Maria Rudenko) Tanz mit dem Nussknacker-Prinzen (Artemy Pyzhov), kam gut beim Publikum an. F: Knoll

Füssen – Weihnachten und das Ballett „Der Nussknacker“ – das gehört vor allem in Russland zusammen. Doch auch in Bayern wird das Stück regelmäßig um die Weihnachtszeit aufgeführt. So auch in Füssen. Am vergangenen Samstag begeisterte das Russische Staatsballett damit die Zuschauer im Festspielhaus.

Das Ballett dreht sich um das Mädchen Maria und ihren Nussknacker. Ihre Familie bereitet gerade das Weihnachtsfest vor, als die Verwandtschaft, darunter auch der Onkel Drosselmayer (Vladimir Mineev) zu Besuch kommt. Mit seinem mit Puppen ausgestatteten Glockenspiel fasziniert er die Kinder, die die Puppen mit ins Bett nehmen wollen. Nachdem Marias Vater, Doktor Stahlbaum (Kirill Zviagin), das aber verboten hat, schenkt Drosselmeyer Maria (Maria Rudenko) zum Trost einen Nussknacker (Andrey Semenov). Aus Eifersucht zerbricht ihr Bruder Fritz (Dmitry Kotermin) das Geschenk, doch Maria repariert den Nussknacker und schläft schließlich neben ihm ein. 

Sie träumt, dass Mäuse sie angreifen. Doch Maria gelingt es Drosselmeyers Puppen zu wecken, die ihr helfen, und schließlich unterstützen sie auch noch Fritz Zinssoldaten und ihr Nussknacker. Doch Maria ist es die einen Pantoffel nach den Mäusen wirft und sie so vertreibt. Daraufhin verwandelt sich der Nussknacker plötzlich in einen Prinzen (Artemy Pyzhov), der Maria zum Dank auf sein Schloss einlädt. Als Schneeflocken durchs Zimmer tanzen, beginnt Marias Reise ins Königreich der Süßigkeiten. Doch dort angekommen greifen sie erneut die Mäusekönigin und ihr Gefolge an. Dieses Mal jedoch gelingt es dem Prinzen die Schar endgültig zu besiegen. Aus Freude darüber findet im Schloss ein Fest statt, auf dem auch die Schokolade, Tee, Kaffee, Blumen und das Küchenpersonal tanzen. Der Höhepunkt des Festes ist Marias Tanz mit ihrem Nussknacker-Prinzen. Doch da wacht sie auf und befindet sich wieder im elterlichen Wohnzimmer. 

Während sich „Schwanensee“ um Weiblichkeit, Eleganz und die Liebe dreht, steht in „Nussknacker“ die kindliche Unbekümmertheit im Vordergrund. Und gerade dadurch sorgt das Stück für Unterhaltung auch bei den kleinen Ballettfans. Es entsteht eine spielerische Atmosphäre, wenn beispielsweise die Tänzer als Kinder durch den Schnee toben oder sich um ihre Puppen kümmern. Auch die aufwändigen Kostüme und bunten Kulissen sind passend für ein Märchen. Dabei beweist das Russische Staatsballett ein Auge für Details, so ist beispielsweise der Weihnachtsbaum in Wohnzimmer der Familie beleuchtet und blinkt. Auch bei der Darbietung der Tänzer macht sich diese Genauigkeit bemerkbar: Während sie sich als steife Puppen von Drosselmayer durch die Gegend tragen lassen und nur abgehackt tanzen können, bewegen sie sich geschmeidig, sobald sie zum Leben erwachen. 

Aber nicht nur klassisches Ballett bekamen die Zuschauer zu sehen. Mit dem Spanischen Tanz, der die Schokolade symbolisieren sollte, dem Arabischen Tanz als Kaffee und dem Chinesischen Tanz als Tee hat der Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski Volkstänze in die Geschichte eingefügt. Besonders gefallen hat dem Publikum aber das Finale, Marias Tanz mit dem Nussknacker-Prinzen. Hier applaudierte es vor allem bei den Hebungen. 

Das Ballett in zwei Akten beruht auf E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“, das der Künstlerische Direktor des Russischen Staatsballetts, Wjatscheslaw Gordejew, umgeschrieben hat. Auch die Choreografie stammt von ihm. Die Musik dazu lieferte der bekannte russische Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski, der neben „Nussknacker“ auch „Schwanensee“ und „Dornröschen“ komponiert hat. kk

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