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Der Radentscheid Bayern erfährt im Ostallgäu eine breite Unterstützung

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Unterstützer des Radentscheids Bayern in Marktoberdorf
Der stellvertretende Landrat Hubert Endhardt (Die Grünen) (hinten v.l.), Ortssprecherin der Grünen in Marktoberdorf, Lisi Schleburg, ÖDP-Kreis-Schatzmeister Roland Wagner, SPD-Unterbezirksvorstandsmitglieder Regina Renner, Thigis Kirushnathasan und Peter Hack, sowie ADFC-Kreisvorsitzender Johannes Auburger (vorne) waren beim Auftakt des Radentscheids Bayern im Ostallgäu am Bahnhof in Marktoberdorf mit dabei. © Auburger

Landkreis – Der Radentscheid Bayern ist auch im Ostallgäu erfolgreich gestartet. Bereits über 300 Unterschriften sammelten die Aktiven bisher im Ostallgäu, freuten sich diese beim Auftakt in Marktoberdorf.

Der Radentscheid Bayern wird im Ostallgäu von einem breiten Bündnis getragen: Neben ADFC und Bund Naturschutz sind das die Parteien „Bündnis 90/Die Grünen“, SPD, ÖDP und „Die Linke“. Auch weitere lokale Gruppen, Firmen und Privatpersonen unterstützen den Radentscheid mit Aktionen, Infoständen und Unterschriftmöglichkeiten.

„Wir haben uns den Bahnhof Marktoberdorf ausgesucht, so können die Teilnehmer aus dem Landkreis zur vollen Stunde mit dem Zug an- und abreisen“, erklärte Johannes Auburger, ADFC-Kreisvorsitzender, bei der Auftaktveranstaltung. „Die Radabstellanlage und der Marktoberdorfer Bahnhof stehen symbolisch für die Vernachlässigung des Umweltverbunds. Keine barrierefreie Erschließung und zu wenige Fahrradständer, kein ausreichender Witterungs- und Diebstahlschutz als dass man ein gutes Rad oder gar E-Bike zum Pendeln zum Zug verwenden will.“

Gleich daneben sehe man die gute Radwegsbeschilderung, die in der Radregion Allgäu vorbildlich gepflegt werde. Der Radweg entlang des Bahnhofs sei vorbildlich. Allerdings müsse hier konsequent darauf geachtet werden, dass Geh- und Radweg nicht als Parkplatz missbraucht werden und so Fußgänger und Radfahrer gefährlich auf die Fahrbahn ausweichen müssen.

Fehlende Alltagswege

Für diese und viele andere Punkte zur konsequenten Förderung des Fuß- und Radverkehrs kombiniert mit dem ÖPNV setze sich der Radentscheid Bayern ein, unterstrich Auburger.

Die Staatsregierung habe 2017 versprochen den bayernweiten Radverkehrsanteil bis 2025 von zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln. Bis jetzt sei der Radverkehrsanteil aber nur um ca. ein Prozentpunkt auf 11 Prozent gestiegen. Das verwundert die Unterstützer des Radentscheids nicht. Denn Radwege, Abstellanlagen und Radmitnahmemöglichkeiten fehlen oder sind ihrer Ansicht nach so dürftig und unsicher, dass sie nicht zum Radfahren einladen.

Darüber hinaus fehle auf dem Land ein Alltagsradwegenetz zwischen den Ortschaften. Oft haben Fahrradfahrer nur die Wahl zwischen holprigen Feldwegen oder gefährlichem Radeln auf der Landstraße, wo Auto-, Motorrad- und Lkwfahrer sie mit hohen Geschwindigkeiten und wenig Abstand überholen. Das Fahrrad in Bus und Bahn mitzunehmen ist teuer, nicht garantiert oder meist gar nicht erst möglich.

Radgesetz für Bayern

Die Initiatoren und Unterstützer des Radentscheids Bayern möchten erreichen, dass es ein Radgesetz für Bayern gibt, das die Staatsregierung und Kommunen verpflichtet, umweltfreundliche Mobilität praktisch umzusetzen. Die wichtigsten Ziele des Radentscheids sind: 25 Prozent Radverkehrsanteil bis 2030, ein sicheres und komfortables Radwegenetz, Null Unfalltote im Straßenverkehr sowie Förderung des Umweltverbunds, mehr Radschnellverbindungen und eine sorgfältige Abwägung der Flächenversiegelung.

Weitere Informationen zum Radentscheid Bayern finden Interessierte online auf der Website www.radentscheid-bayern.de.

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