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Restaurierungen im Thronsaal von Schloss Neuschwanstein abgeschlossen

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Von: Matthias Matz

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Minister Füracker im Thronsaal von Schloss Neuschwanstein
Finanz- und Heimatminister Füracker informiert über Stand der Arbeiten in den Prunkräumen. ©  StMFH/Christian Blaschka

Schwangau - Eine der bedeutensten Sehenswürdigkeiten auf Schloss Neuschwanstein ist seit heute Morgen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich: der Thronsaal.

Bei einem Besuch auf dem Märchenschloss am Morgen verkündete der für die Schlösserverwaltung zuständige Finanzminister Albert Füracker (CSU) den Abschluss der Restauration des Saals. „Die Wandmalereien, Vergoldungen und der vier Meter hohe Kronleuchter strahlen wieder in vollem Glanz“, sagte der Minister.

Die Arbeiten im Thronsaal sind damit nahezu komplett abgeschlossen. Lediglich kleinere Restarbeiten am prunkvollen Kronleuchter und an den Kandelabern müssen noch fertiggestellt werden.

„Es freut mich daher besonders, dass alle Besucherinnen und Besucher Neuschwansteins den Saal pünktlich im Geburtstagsmonat von König Ludwig II. wieder in seiner ganzen Pracht besichtigen können“, frohlockte der Minister.

Der Thronsaal symbolisiert die Vorstellung Ludwigs II. von einem Königtum von Gottes Gnaden. Verantwortlich für die Restauration ist das Staatliche Bauamt in Kempten.

Seit 2017 wird intensiv an den Prunkräumen gearbeitet - jährlich rund 1,5 Millionen Besucher vor der Corona-Krise haben ihre Spuren im Schloss hinterlassen. Dabei handelt es sich um die erste Komplettsanierung der Prunkräume seit dem Baubeginn vor über 150 Jahren. 

Von den Restaurierungen an den einzigartigen Kunstwerken sind alle für Besucher zugänglichen Schau-, Neben- und Funktionsräume sowie die ehemalige Königswohnung im Torbau betroffen. Bereiche wie der barrierefreie Bodenbelag im Tunnelausgang, der Sängersaal oder der Einbau des Textil- und Möbeldepots sind bereits fertiggestellt.

Kosten von über 20 Millionen Euro

Während der Corona-Pandemie konnten Arbeiten, die ursprünglich für besucherfreie Nachtstunden geplant waren, wie etwa die Pflege und Restaurierung der Parkettböden oder der Türen in den Schauräumen, von den Fachleuten tagsüber erledigt werden. So konnten die Arbeiten in den Prunksälen schneller über die Bühne gehen.

Die Gesamtmaßnahme liegt nach Angaben des Finanzministers weiterhin im Zeit- und Kostenplan. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf 20,14 Millionen Euro. Die Restaurierung der Prunkräume soll voraussichtlich bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Restarbeiten im Führungslinienbereich - vor allem insbesondere im Besuchertunnel - sollen noch im 1. Quartal 2024 vorgenommen werden. Bei der Restaurierung der Räume werden insgesamt über 2300 verschiedene Gegenstände, Holzbauteile sowie Fenster und Türen bearbeitet.

Vor der Corona-Pandemie wurde Neuschwanstein jährlich von einem Millionenpublikum besucht. Waren es 2019 noch 1,44 Millionen Besucher, so konnten 2021 immerhin 178.864 Menschen in coronabedingt sehr kleinen Führungsgruppen Schloss Neuschwanstein ganz exklusiv erleben.

Die Grundsteinlegung für Schloss Neuschwanstein erfolgte am 5. September 1869. Einer der wichtigsten Räume im Schloss ist der sakral wirkende Thronsaal. Er hatte neben byzantinischen Kirchenbauten auch die Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz zum Vorbild und symbolisiert die Vorstellung Ludwigs II. von einem Königtum von Gottes Gnaden.

Der Thronsaal erstreckt sich über das dritte und vierte Obergeschoss und den gesamten Westteil des Palas. In der nördlichen Apsis sollte noch ein Thron stehen, der nach dem Tod des Königs nicht mehr ausgeführt wurde.

Schloss Neuschwanstein wurde am 1. August 1886 – wie auch die anderen Königsschlösser nach dem Tod des Märchenkönigs Ludwig II. – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wird heute von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen betreut.

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