Deutsche Erlebnispädagogik feiert Jubiläum

Der erste Vorsitzende des Outward Bound Deutschland Dr. Dieter Gabanyi schaut positiv in die Zukunft. Im Hintergrund befindet sich ein Foto des Gründers Kurt Hahn Foto: gau

Die Erlebnispädagogik geht auf den Reformpädagogen Kurt Hahn (1886-1974) zurück, der seine Ideen im Outward Bound umgesetzt hat. Mit dem OBI ,Outward Bound International, Außenposten in Schwangau feierte nun der zweitälteste Standort hinter England sein 60-jähriges Bestehen. Dabei gestanden viele Festredner, unter anderem der frühere bayerische Staatsminister Dr. Thomas Goppel, dass sie von den Ideen Hahns infiziert seien.

Es sei schön, gestand Dr. Dieter Gabanyi, erster Vorsitzender des Outward Bound Deutschland, dass man sich hier im ehemaligen Adlerhorst in Schwangau zu diesem Anlass treffe und auch relativ beschwingt feiern könne. Man habe die Altlasten, die Insolvenz, in Deutschland überwunden, keine Schulden mehr, die Übernachtungen in den Häusern in Schwangau, Baad im Kleinwalsertal und Steeg im Lechtal gingen nach oben und die Prognosen für dieses Jahr seien positiv. Kurz ging Gabanyi auf die Vergangenheit, insbesondere auf die Insolvenz ein, die die Schule einerseits zwar die Lizenz gekostet hatte, andererseits aber auch einen Neuanfang möglich gemacht habe. In gewisser Weise sei man hier auch den Grundsätzen Hahns gefolgt, so Gabanyi. Denn wer seine eigenen Grenzen nicht kennt, könne sich seiner nicht bewusst sein und laufe Gefahr, das Falsche zu tun. Wie es eben Mitte der 1980-iger Jahre in der OBI-Organisation hier in Deutschland passiert sei ,,als man auf fast maßlose Expansion“ gesetzt hatte. Dabei ging der Chef von Outward Bound Deutschland auch auf die Aufgabe der Erlebnispädagogik ein, der eine fast therapeutische Aufgabe in der Bildung der Jugendlichen zukäme, ohne dabei aber eine Therapie zu sein. Auch der frühere bayerische Umweltminister Dr. Thomas Goppel gehört zu den „Glücklichen“, wie er es formulierte, der als 16-jähriger vier Wochen lang in den Genuss der Erlebnispädagogik kam und das Privileg auch nach 50 Jahren immer noch zu schätzen weiß. Goppel zollte dem Jubilar Respekt und Hochachtung, dieses Alter erreicht zu haben und erinnerte sich an seine Erlebnisse, aber auch an die Lehren, die er im Studium wie auch später im Beruf daraus mitnehmen konnte. Dabei habe die APO, hier die außerpädagogische Opposition, eine neue Bedeutung bekommen. Letzten Endes sei Outward Bound seiner Zeit vorangeschritten, sei doch heute die Natur wieder voll im Trend, mit einer milliardenschweren Industrie dahinter. Auch der internationale Direktor von OBI Amerika, Ian Wade, machte dem deutschen Jubilar seine Aufwartung und erinnerte daran, dass die Idee der Erlebnispädagogik zwar von einem Deutschen, nämlich Kurt Hahn, kreiert worden sei, aber erst in England umgesetzt wurde. Der Deutsche Zweig sei aber der Zweitälteste weltweit nach dem Vereinigten Königreich.

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