In 13 Etappen von Lermoos bis nach Meran

Deutsche Gruppe wandert in Ausrüstung der Eisenzeit über die Alpen

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Gekleidet und ausgerüstet wie zur Eisenzeit durchquert eine Gruppe deutscher Wanderer die Alpen, von Lermoos in 13 Etappen bis nach Meran.

Reutte – Wie es war während der Eisenzeit die Alpen zu überqueren, das hat jetzt eine deutsche Gruppe getestet. Seit vorvergangenem Samstag wanderte sie mit Kleidung und Ausrüstung wie zur Eisenzeit, also 800 v. Chr. bis zu Christi Geburt, von Lermoos in 13 Etappen bis nach Meran. 

Die Gruppe will damit zeigen, dass es auch schon vor den Römern Wege über den Fernpass und den Reschenpass gab, durch die die Etrusker, Veneter, Räter und Kelten miteinander in Beziehung standen.

Am ersten Tag wanderte die Gruppe über den Fernpass-Bergsturz, der sich den Reisenden vor rund 4100 Jahren in den Weg legte. Die „Kelten”, die aus drei verschiedenen historischen Gruppen aus Deutschland stammen, versuchen nach eigenen Angaben historische Zeiten möglichst authentisch zu leben und experimentell nachzuempfinden. Sie arbeiten dabei eng mit Forschern und Museen zusammen, wie sie berichten. 

Durch den Nachbau und die praktische Erprobung der Ausrüstung und Materialien trägt die Gruppe zur Forschung bei. Die Keltengruppe, die derzeit die Via Claudia Augusta wandert, ist dabei auch besonders an den Original-Teilen der alten Wege und Straßen entlang der Via Claudia Augusta und an den Geschichten rundherum interessiert. Und davon bietet der Fernpass ganz besonders viel. 

So wurden laut der Gruppe am Weissensee Eisenbarren aus der Eisenzeit gefunden, die belegen, dass es schon damals einen regen Handel über die Alpen gab. Entlang des Weissensees führt die Rad- und Wanderroute direkt auf die Trasse der Römerstraße. Die Wanderroute Via Claudia Augusta führt auch danach bis zum Fernpass immer wieder über die römische Originalroute, die bis zum Fernpass ohne Kehren verläuft und weitgehend identisch mit der Trasse der Stark-Strom-Leitung ist. 

Vom Fernpass aus können Wanderer den Verlauf aller römischer Straßen überblicken: die urgeschichtlichen Wege, die Römerstraße, die frühneuzeitliche Straße, die erstmals über den neuen Fernpass und durch das Schloss Fernstein verlief, und die heutige Bundesstraße, die Karl Ritter von Ghega im 19. Jahrhundert geplant und erbaut hatte. 

Zwischen Alter Fernpasshöhe, oberhalb der engen Kehre der Bundesstraße, und der heutigen Bundesstraße gibt es ein längeres Stück der Original-Römerstraße, auf der römische Wagenspuren im Fels zu sehen sind. Diesen Anblick ließ sich die „Kelten”-Gruppe auf ihrer Wanderung nicht entgehen. Auch die frühneuzeitliche Straße vom Neuen Fernpass über die Fels-Abbruchs-Nische Afrigall zum Schloss Fernstein war für die Gruppe ein Muss.

kb

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