»Dieser Zustand ist eine riesige Belastung«

Ostallgäuer und Tiroler Politiker fordern in einem offenen Brief künftig auf strenge Grenzmaßnahmen zu verzichten

Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter
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Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter
  • vonMatthias Matz
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Landkreis/Außerfern – Künftig von restriktiven Grenzmaßnahmen zwischen Bayern und Tirol abzusehen - das fordern jetzt unter anderem Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) und Pfrontens Bürgermeister Alfons Haf (Pfrontner Liste) sowie die Präsidentin des Tiroler Landtags, Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP), in einem offenen Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie Bayerns Ministerpräsident Dr. Söder (CSU). 

Nachdem das Robert-Koch-Institut Mitte Februar Tirol als Virusvariantengebiet eingestuft hat, weil dort vermehrt die südafrikanischen Virusmutation B 1.351 aufgetreten ist, kontrollieren die deutsche Grenz- und Bundespolizei die Polizei streng die Grenze zwischen Bayern und Tirol. Zuletzt war sogar ein österreichischer Krankenwagen mit einem Herzpatienten an Bord am Grenzübergang Ziegelwies durch die deutsche Grenzpolizei wieder abgewiesen worden.

„Für die Menschen in den Grenzregionen, die wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich eng miteinander verwachsen sind, sind die Auswirkungen dieser Maßnahmen dies- und jenseits der Grenze einschneidend und dramatisch“, unterstreichen die Bürgermeister der Grenzkommunen sowie Ledl-Rossmann in ihrem offenen Brief. Deshalb hätten sie am vergangenen Freitag mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass diese Grenzmaßnahmen nun aufgehoben wurden.

Für sie steht jedoch fest, dass sich das nicht noch einmal wiederholen dürfe. „Dieser Zustand ist und war eine riesige Belastung für unsere Grenzregion und darüber hinaus. Im Namen der Bürgerinnen und Bürger dies- und jenseits der Grenze, die in der Grenzregion gemeinsam leben, arbeiten und wirtschaften, fordern wir deshalb eindringlich, für die Fortdauer der Pandemie und in Zukunft auf strikte Grenzmaßnahmen zwischen Tirol und Bayern unbedingt zu verzichten!“

Schließlich sei die enge überregionale Zusammenarbeit für die Menschen in der Region eine Selbstverständlichkeit. „Grenzüberschreitende Beziehungen, Partnerschaften und Familienverbände gehören zu unserem Alltag. Umso mehr schmerzen rigide Grenzmaßnahmen, die das Wirtschaften und das soziale Zusammenleben in der Grenzregion stark einschränken.“ Viele Berufspendler konnten in den vergangenen Wochen ihren Arbeitsplatz nur schwer oder gar nicht erreichen. Ausnahmen waren nur durch den Einsatz der Landkreise möglich. Trotzdem seien wirtschaftlich wichtige Lieferketten unterbrochen worden und engste Familienmitglieder konnten sich wochenlang aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht sehen.

kb

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