"Die Empörung ist groß"

Christian Wagner (rechts) moderierte den Info-Abend zum Bürgerbegehren mit Dr. Norbert Metschl im Hotel „Luitpoldpark“. Foto: cf

Zuerst habe es doch geheißen: Erhalt aller Kliniken, rief der pensionierte Gymnasiallehrer Dr. Norbert Metschl aus Marktoberdorf kürzlich bei einem Info-Abend im Hotel Luitpoldpark in Füssen im Namen der Initiative „Bürgerbegehren“ den über 30 Besuchern ins Gedächtnis. Letztendlich kam jedoch das Aus für eine Klinik: Marktoberdorf: „Die Empörung ist groß. Wir waren alle geschockt und fühlten uns vor den Kopf gestoßen.“, so Metschl. Die politische Forderung der Initiatoren des Bürgerbegehrens lauten nun: schneller Ausstieg aus dem Kommunalunternehmen (KU).

„Der Verwaltungsrat hat seinen Beschluss in geheimer Abstimmung getroffenen. Die Form dieses Verfahrens war rechtlich in Ordnung, verhinderte aber Transparenz, wie sie in unserer Demokratie eigentlich selbstverständlich sein sollte“, so Metschl weiter. Deshalb seien seiner Meinung nach viele Bürger „nicht nur traurig, sondern ziemlich empört – und dies mit Recht.“ Metschl fuhr fort: „Die Emotionalität in Marktoberdorf und im Ostallgäu wollen wir mit dem Bürgerbegehren kanalisieren. Zum Erhalt der vier Kreiskliniken ist der Austritt aus dem Kommunalunternehmen zum frühestmöglichen Zeitpunkt nötig.“ Diesen geforderten Austritt sollten auch die Bürger in Füssen mit Blick auf eine sichere Zukunft ihrer Klinik „mit drei Kreuzen an der richtigen Stelle ermöglichen“, so Metschl. „Wir glauben dem Verwaltungsrat nicht mehr. Deshalb sollte die Verantwortung für die Kliniken künftig beim Kreistag liegen.“ So könnte nicht mehr im Geheimen Politik gemacht werden. „Die Kreisräte stimmen offen ab. Sie müssen für jede Entscheidung gerade stehen.“ Wie der Referent vorrechnete, hätte der Austritt aus dem KU darüber hinaus den wirtschaftlichen Vorteil, dass es für den Landkreis ein „gutes Geschäft“ sei, weil durch einen sanktionierten Neustart die bei der KU-Gründung „investierten Mil- lionen zurückfließen“ würden. Gegen die Kritik aus dem Saal, es fehle den Initiatoren des Bürgerbegehrens ein schlüssiger Zukunftsplan, antwortete der Referent, dies sei nicht die Aufgabe der Initiatoren. „Wir maßen uns doch nicht an, ein Konzept für den Landkreis aufzustellen. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Belegärzte daran mitarbeiten sollten.“ Dies sei eine gute Voraussetzung, um hier die „eigene, ortsnahe Grund-, Akut- und Notversorgung zu retten.“ Als Partner sei in der Region zum Beispiel Kempten eine Option. „Gewisse politische Kreise hier vertreten nur die Interessen der Klinik in Kaufbeuren, damit dieses Haus möglichst attraktiv für eine Privatisierung wird.“ Die langfristige Planung sei laut Metschl, Kaufbeuren und Füssen zu verkaufen, „mit allen negativen Folgen einer solchen Privatisierung für Patienten und Personal“. Diese Position, die der Referent weiter ausführte, erntete von einigen Besuchern starken Beifall, aber auch heftigen Widerspruch.

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