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Die ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine treffen in Füssen ein

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Von: Katharina Knoll

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Ukraine Konflikt - Geflüchtete in Polen
Mehr als eine halbe Millionen Menschen sind laut UN aus der Ukraine geflohen. Die meisten davon nach Polen. Nach Deutschland kamen in den vergangenen Tagen laut Bundesinnenministeriums 1800 Menschen. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Füssen – Die ersten ca. zwölf Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind in der Nacht auf Montag in der Stadt Füssen angekommen.

Auf Eigeninitiative hat Hotelier Andreas Eggensberger sie mit dem Bus aus Augsburg abgeholt, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) auf Anfrage des Kreisbote informierte.

Bei den Flüchtlingen handelt es sich um Angehörige von Hotelangestellten, die in Füssen arbeiten, so der Rathauschef. Diese seien knapp 70 Kilometer zu Fuß zur Grenze gelaufen, wo sie anschließend 18 Stunden ausharren mussten, ehe sie diese passieren konnten, weiß Eichstetter aus Erzählungen. Mit dem Zug kamen die Familien, darunter auch zwei Kinder von zehn und elf Jahren, schließlich nach Augsburg, wo sie Eggensberger mit dem Bus abholte. Die Nacht verbrachten sie anschließend in Hopfen.

Im Verlauf des Montags sollte geklärt werden, wo sie in den kommenden Tagen untergebracht werden, ergänzte der Rathauschef. „Die Planungen laufen jetzt erst an.“ Eichstetter fügte hinzu: „Das wurde alles privat organisiert. Wir schauen, wie viele Familien wir noch holen können.“

Noch keine Anweisungen

Von Seiten der Behörden gebe es diesbezüglich noch keine Anweisungen oder irgendwelche Verteilungsschlüssel. „Die Stadt Füssen ist so aufgestellt, dass, wenn ein Schwall kommen sollte, die Turnhalle Weißensee und die TSG-Turnhalle sofort bereitgestellt werden können“, meinte der Bürgermeister. Außerdem würden sich stündlich Ferienwohnungsbesitzer und Hoteliers bei ihm melden, die bereit wären, Flüchtlinge aufzunehmen.

Andreas Eggensberger (v.l.), Erster Vorsitzender des Tourismusvereins Füssen, Sänger Siegfried Heer und Schirmherr Maximilian Eichstetter
Andreas Eggensberger (v.l.), Erster Vorsitzender des Tourismusvereins Füssen, Sänger Siegfried Heer und Schirmherr Maximilian Eichstetter beim Benefizkonzert zugusten der Menschen in der Ukraine. © privat

Um Geld für die Flüchtlinge aus der Ukraine zu sammeln, hatte der Tourismusverein Füssen bereits am vergangenen Sonntag ein Benefizkonzert mit dem Sänger Siegfried Heer am Musikpavillon in Hopfen organisiert. Insgesamt 1000 Gäste verfolgten laut Bürgermeister Eichstetter das Konzert. Dabei kamen rund 900 Euro zusammen.

Ukrainern sollen Wohnungen bereitgestellt werden

Derweil ruft Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) Ostallgäuer, die Wohnraum anzubieten haben, dazu auf, diesen an ihre jeweilige Gemeinde zu melden, um die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen. Die Behörden rechnen mit mehreren hundert Flüchtlingen, die auf das Ostallgäu verteilt werden sollen.

„Es ist an uns, diese Menschen, wenn Sie zu uns flüchten, menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen“, so die Landrätin. Der Landkreis selbst stehe bei Bedarf mit den Turnhallen seiner Schulen bereit, erklärte Zinnecker weiter. Diese könnten sehr kurzfristig zu Notunterkünften umfunktioniert werden.

Als Folge des Krieges in der Ukraine rechnet der Freistaat Bayern damit, dass Menschen aus der Ukraine auch in größerer Zahl nach Deutschland flüchten werden. Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe am Montagmittag war die Lage und die weitere Entwicklung aber noch unklar.

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