Ein Klimamanager für Füssen?

Die Grünen im Stadtrat Füssen wollen einen Klimamanager einstellen

Schild Klimaschutz CO2-Emission
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Die Füssener Grünen wollen die Stelle eines Klimamanagers schaffen. Am kommenden Dienstag soll der Stadtrat darüber beraten.
  • vonMatthias Matz
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Füssen – Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2050 soll der Freistaat Bayern klimaneutral werden. Damit die Stadt Füssen ihren Beitrag dazu leisten kann, haben die Grünen im Stadtrat beantragt, einen Klimamanager zu installieren. In seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 23. März, soll der Stadtrat über den Antrag beraten und entscheiden.

Eingereicht hat den Antrag Dritter Bürgermeister Wolfgang Bader. Trotz der Anstrengungen, die die Corona-Pandemie abverlange, sollten andere große Herausforderungen dieser Zeit nicht vergessen werden. Dazu zähle die angepeilte Energiewende. Diese sollte mit aller Kraft voran getrieben werden, findet der Bürgermeister-Stellvertreter. Ein Instrument dabei ist nach Überzeugung der Füssener Grünen ein Klimamanager. Einen solchen hat bereits etwa die Stadt Lindenberg (Westallgäu). Bader schlägt vor, die Stelle zunächst befristet für zwei oder drei Jahre einzurichten. „Der Klimamanager kann verschiedene Aufgaben in der Kommune übernehmen, die dazu dienen, den CO2-Ausstoß zu verringern“, erklärte Bader im Gespräch mit dem Kreisboten.Diese Aufgaben könnten von der Erstellung eines Radwegekonzepts über die Betreuung der städtischen Liegenschaften bis zur Beratung und Information der Bürger bei Fragen zum Klimaschutz oder der KfW-Förderung reichen. Zugleich könnte der Klimamanager den Beirat für Energie, Natur, Umwelt und Klima des Stadtrats unterstützen. „Das Aufgabenspektrum ist immens breit“, betont Bader. Darüber könnte der neue Experte dem Klimaschutzkonzept der Stadt neues Leben einhauchen. „Das ruht vor sich hin“, so Bader.

Hohe Zuschüsse

Tatsächlich ließ die Stadt etwa Ende 2013 beim Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza) in Kempten ein Klimaschutzkonzept erstellen, das eine Leitlinie für die zukünftige Energie- und Klimaschutzpolitik in Zeiten der Energiewende darstellen sollte. Was aus diesem Klimaschutzkonzept geworden ist, blieb bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe unklar. Obwohl unserer Zeitung bereits am Montag eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung richtete, konnte diese die Fragen bis Donnerstagmittag nicht beantworten.

Dabei könnte der Klimaschutzmanager alle relevanten Aufgaben im Zusammenhang mit dem Klimaschutzkonzept innerhalb der Verwaltung, mit verwaltungsexternen Akteuren sowie externen Dienstleistern koordinieren sowie sowohl verwaltungsintern als auch extern über die Erstellung und Umsetzung des Klimaschutzkonzepts sowie Prozesse und Projekte informieren, schreiben die Grünen in ihrem Antrag.

Der richtige Zeitpunkt

Nach Auffassung Wolfgang Baders und seiner Fraktionskollegen ist nicht nur deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, um über die Einstellung eines Klimamanagers zu entscheiden. Denn sollte die Stadt eine solche Stelle schaffen wollen und bis zum 31. Dezember beim Freistaat anmelden, kann sie mit einer Bezuschussung von 80 bis 100 Prozent der Kosten aus Förderprogrammen aus der Kommunalrichtlinie Klimaschutz rechnen, so der Dritte Bürgermeister. Somit koste die Stelle die Stadt nichts, könne aber viel Gewinn bringen.

Ob der Stadtrat dem Antrag der Grünen zustimmen wird, ist dennoch fraglich. Die Stadtverwaltung steht der Einstellung eines Klimamanagers zwar grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. „Da diese Aufgabenstellung allerdings viele Synergien und Schnittstellen zur Stadtentwicklung und zum Stadtmarketing bietet, wäre es sinnvoll und richtig, diese ggf. in den Stadtentwicklungsprozess zu integrieren“, heißt es in der Sitzungsvorlage zum Antrag der Grünen. „Da gibt es Schnittmengen“, betätigt auch Bader.

Tatsächlich sollen die Stadträte laut Tagesordnung am Dienstag auch über die aktuellen Ideen der Stadtverwaltung hinsichtlich der künftigen Organisation und Aufgabenbereiche für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung informiert werden. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 17 Uhr im Schützenhaus Weißensee-Roßmoos.

Matthias Matz

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