Warten bis der Arzt sich meldet

Die Hausärzte im Ostallgäu steigen ab 7. April in die Corona-Impfung mit ein

Arzt mit Impfspritze
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Seit dieser Woche durften ausgewählte Arztpraxen ihre Patienten impfen, kommende Woche kommen alle übrigen hinzu. Von Anrufen in den Praxen rät die KBV allerdings ab.
  • vonMatthias Matz
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Landkreis/Kaufbeuren – Die Staatsregierung drückt beim Thema Impfen auf die Tube. Bis Ende April oder Anfang Mai sollen laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 20 Prozent der Bayern die Corona-Erstimpfung erhalten haben. Nach dem Willen der Regierung soll bald auch in bayerischen Betrieben geimpft werden, wie Söder sagte. Auch die Hausärzte steigen ab dem 7. April in die Impfung mit ein.

Bisher hätten elf Prozent der Bevölkerung des Freistaats die Corona-Erstimpfung erhalten, bis Ende April oder Anfang Mai könnten es 20 Prozent sein, sagte Söder nach dem bayerischen Impfgipfel am vergangenen Dienstag in München.

Bislang habe Bayern 2,7 Millionen Impfdosen bekommen, von denen mehr als 2,2 Millionen bereits verimpft worden seien, erläuterte der Ministerpräsident. Bis 2. Mai solle der Freistaat mehr als zwei Millionen weitere Impfdosen bekommen. Aktuell gebe es im Freistaat im Schnitt 40.000 Impfungen am Tag, Tendenz steigend. Die Impfzentren im Freistaat hätten eine Maximalkapazität von 70.000 Impfungen am Tag.

Um rasch möglichst vielen Menschen eine Erstimpfung anbieten zu können, werde der Zeitabstand zwischen Erst- und Zweitimpfung „maximal vergrößert“ – soweit es von den Herstellern als zulässig erachtet werde, kündigte Söder am Dienstag an. Zudem würden die Notreserven des Freistaats bis auf einen Rest von knapp 10.000 Impfdosen quasi aufgelöst. „Alles andere wird verimpft.“ Denn auch die Erstimpfung biete bereits einen Schutz, betonte Söder. Ferner werde es keine Impfruhe geben. Söder kündigte an, rund um die Uhr zu impfen.

Zusätzlich zu den Impfzentren bieten seit dieser Woche auch ausgewählte Hausärzte in Bayern Corona-Impfungen an. Am vergangenen Mittwoch starteten bayernweit 1635 Praxen, die in einem ersten Schritt 33.600 Dosen AstraZeneca verimpfen, die vom Staatsministerium zur Verfügung gestellt wurden. Ab 7. April kämen dann alle übrigen Praxen hinzu, erklärte Dr. Axel Heise, Pressesprecher der Kassen­ärztliche Vereinigung Bayerns (KBV) auf Anfrage. Für vergangenen Donnerstag und Freitag erhielt jede ausgewählte Praxis 20 Dosen AstraZeneca, ab kommender Woche, also nach Ostern, stehen allen impfbereiten Praxen zwischen 18 und 48 Dosen BioNTech/Pfizer pro Woche zur Verfügung, so Dr. Heise.

Auch im Landkreis Ostallgäu und in Kaufbeuren beteiligen sich Praxen an den Corona-Impfungen. Doch wen dürfen die Hausärzte eigentlich impfen, wer entscheidet das? „Die Ärzte sind angehalten, die Priorisierung des Bundesgesundheitsministeriums einzuhalten“, betonte Heise. Wenngleich der Wunsch der niedergelassenen Ärzte sei, dass die Priorisierung in den kommenden Wochen und Monaten aufgelockert werde. Auch glaube Heise nicht, dass am Ende eines Impftages Impfdosen übrig seien, da die Listen der Impfwilligen bei den Praxen wohl ausreichend lang seien.

Aber wie kommt man nun an einen Impftermin bei seinem Hausarzt? Hier bittet der Vorstand der KVB, Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp, die Patienten um Geduld: „Wir bekommen derzeit von den Kolleginnen und Kollegen aus den Praxen die Rückmeldung, dass permanent Menschen anrufen, um Impftermine zu vereinbaren. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt weder sinnvoll noch hilfreich. In der momentanen Phase gehen die Ärztinnen und Ärzte auf ihre Patienten zu, um einen Termin für die Erst- und Zweitimpfung zu vereinbaren.“

Zudem sei es wichtig, neben den Corona-Impfungen auch die Regelversorgung im Auge zu behalten. Deshalb sollten die Telefonleitungen der Praxen jetzt nicht mit Anfragen nach Impfterminen überflutet werden. „Sobald Impfstoffdosen in ausreichender Menge verfügbar sind, wird jeder, der dies wünscht, eine Impfung bei seinem Haus- oder Facharzt erhalten können“, betonte der KBV-Vorstand.

Ein klares Ziel der Staatsregierung ist es zudem, dass spätestens Ende April oder Anfang Mai auch die Betriebsärzte in die Impfstrategie mit einbezogen werden. Söder betonte am vergangenen Dienstag, es sei die schnellste Impfung, wenn an einem Arbeitsplatz „komplett geimpft werden kann“. Dafür müsse aber die starre Vorgabe aufgehoben werden, dass bestimmte Gruppen zuerst geimpft werden. „Da geht‘s dann nicht nach Alter, sondern der gesamte Betrieb wird durchgeimpft.“ Der Ministerpräsident hofft dann auf eine gewisse Gruppendynamik beim Impfen.

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