"Die Kanadier ein bisschen ärgern"

Spaß und Freude – und nebenbei noch eine möglichst gute Platzierung, das haben sich die Curling-Herren des Füssener „Teams Kapp“ für die Olympischen Winterspiele im Februar vorgenommen. Sie werden Deutschland in Vancouver vertreten. Eine Medaillengarantie gibt es nicht, wie die Sportler bei einem Pressegespräch am vergangenen Samstag im Bundesleistungszentrum erklärten. Dennoch fürchten die Fünf auch die hoch favorisierten Gastgeber nicht.

Wenn Teamchef Andreas Kapp, sein Bruder Ullrich, Holger Höhne, Andreas Kempf und Andreas Lang im Februar nach Vancouver fliegen, dann begeben sie sich in die Höhle des Löwen. In Kanada ist Curling Volkssport Nummer zwei nach Eishockey. „Die haben so viele aktive Spieler wie der Rest der Welt zusammen“, so Andreas Kapp. Alles andere als die Goldmedaille wäre für die Nordamerikaner eine Enttäuschung. Gerade deswegen wollen Kapp und seine vier Mitstreiter den Favoriten ein bisschen ärgern, sprich: ihn besiegen. Denn, so die Curler einhellig, in Vancouver ist alles möglich. „Das Teilnehmerfeld ist sehr homogen“, meinte Ralph Schneider, Sportdirektor des Deutschen Curlingverbandes. Neben Kanada stehen die Schweiz, Schottland und Norwegen hoch im Kurs, aber auch die seien zu schlagen. „Eine Medaille wäre ein Traum“, meinte Andreas Lang, auf eine bestimmte Platzierung als Mindestziel wollten sich die Sportler jedoch nicht festlegen. Besser als beim letzten Mal wäre jedoch toll – in Turin 2006 kamen die Füssener nicht in die Endrunde und landeten auf Platz acht. Gute Bedingungen „Man muss heiß bleiben auf den Wettkampf“, erklärte Bundestrainer Oliver Axnick. Drei sehr intensive Trainingswochenenden habe die Mannschaft bisher in Füssen absolviert und das unter guten Bedingungen. Die Eisqualität in der Füssener Halle sei erstklassig auch wenn sie keine reine Curlinghalle sei. Die Vorbereitung auf Olympia startete allerdings schon lange vorher. „Wenn man erst im Olympia-Jahr Gas gibt, ist es oft schon zu spät“, so der Coach. Denn wichtig beim Curling ist die Eingespieltheit, und an der scheint es den Füssenern nicht zu fehlen. Team mit Erfahrung Nur Andreas Lang war beim letzten Olympia-Auftritt der Mannschaft 2006 noch nicht dabei. Er ist mit 30 Jahren der Jüngste im ältesten Curling-Team, das in Vancouver antritt. Andreas Kempf, Jahrgang 1969, ist der Älteste. „Ich wünsche mir manchmal die Fitness von vor 20 Jahren und die Erfahrung von heute“, gab Teamchef Kapp zu. Für ihn stehen auch Spaß und Freude am Wettkampf im Vordergrund. Er freue sich auch schon auf die Eröffnungsfeier und auf die Gänsehaut, wenn er und die weiteren deutschen Olympioniken unter dem frenetischen Jubel von 65000 Sportfans bei der Eröffnungsfeier ins Stadion einziehen. „Das ist einfach eine große Party“, weiß er. Zu 95 Prozent fit ist nach Angaben von Trainer Axnick Ullrich Kapp nach Problemen mit dem Knie. Er habe keine Beschwerden und werde für das Team bei Bedarf als fünfter Mann bereit stehen. Viel Glück wünschte dem Vierer auch Bürgermeister Paul Iacob (SPD), der die lange Eissporttradition der Lechstadt hervorhob und den Olympioniken Glücksbringer in Form von Füssen-Ansteckern mitgab.

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