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Die Lage am Alpenrand stellt die Klinik Füssen vor besondere Herausforderungen

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Bernadett Pfeilschifter (v.l.), Oberärztin Notfallzentrum, Dr. Philipp Zimmermann, Leitender Arzt Notfallzentrum, und Dr. Henrike Hommel, Internistin Herzzentrum Füssen-Außerfern
Spezialisten im Notfallzentrum der Klinik Füssen: Bernadett Pfeilschifter (v.l.), Oberärztin Notfallzentrum, Dr. Philipp Zimmermann, Leitender Arzt Notfallzentrum, und Dr. Henrike Hommel, Internistin Herzzentrum Füssen-Außerfern. © Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren

Füssen – Die idyllische Lage am Fuße der Ammergauer Alpen zeichnet die Klinik Füssen auf zweierlei Weise aus: Einerseits erhöht es die Aufenthaltsqualität für Patienten und Belegschaft, andererseits spielt die Klinik Füssen eine wichtige Rolle bei Bergunfällen. Erste Anlaufstelle ist dabei das Notfallzentrum um Leiter Dr. Philipp Zimmermann und Oberärztin Bernadett Pfeilschifter. Mit ihnen stehen nach Angaben der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren Fachleute für jedes Szenario vom Kreislaufzusammenbruch bis zum Absturz bereit.

„Die Lage am südlichen Rand der Bundesrepublik ist ein Alleinstellungsmerkmal und verlangt gute Zusammenarbeit mit mehreren behördlichen Institutionen“, sagt Zimmermann. Damit meint er etwa Bergwacht und Bergrettung, Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienste. Das Notfallzentrum profitiere besonders vom neuen Hubschrauberlandeplatz, der im Gegensatz zum alten Notlandeplatz allen Normen entspricht. Das erleichtere die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Luftrettungs-Organisationen.

Denn passiert in den Bergen etwas, kommt häufig ein Helikopter zum Einsatz. Der kann von verschiedenen Organisationen kommen. Es fliegt in der Regel, wer am nächsten am Geschehen ist. „Ganz egal, ob sich ein Notfall in Deutschland oder Österreich ereignet hat“, berichtet Dr. Henrike Hommel. Sie ist Internistin des Herzzentrums Füssen-Außerfern, fliegt als Notärztin im Reuttener Rettungshubschrauber RK2 mit und bringt ihre Expertise im Alltag des Notfallzentrums ein. Grenzüberschreitende Aufgaben sind die Füssener Mediziner durch die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in Reutte ohnehin gewohnt.

Im Notfallzentrum stehen Fachleute für die verschiedenen Bereiche bereit: Zimmermann als Internist und Pneumologe, Pfeilschifter als Unfallchirurgin und Orthopädin. Das Team erfährt meist bereits während des Einsatzes, was passiert ist. „Wenn wir das Unfallmuster kennen, können wir uns auf bestimmte Verletzungen einstellen“, sagt Pfeilschifter. Das liegt auch daran, dass sie zusätzlich als Notärztin bei der Bergwacht aktiv ist, ebenso wie Zimmermann im Rettungsdienst. „Das ist unser Steckenpferd und es ergänzt sich gut“, sagt er.

Die Bandbreite möglicher Verletzungen ist zwar riesig, doch je nach Saison stechen einige hervor: Wenn im Winter die Lifte laufen, werden besonders viele Ski- und Snowboardfahrer mit Knie-, Schulter und Handgelenkbrüchen eingeliefert.

Mehr Bergsportler

Im Sommer verletzen sich immer mehr Menschen neben den Extremitäten am Kopf. Das geht laut den Ärzte auch auf den E-Bike-Boom zurück: Einerseits seien viele Radler ohne Helm unterwegs, andererseits ermögliche die Elektro-Unterstützung den Radlern, schnell in ein Gelände zu gelangen, das bei der Abfahrt überfordern kann.

Gleiches gilt beim Thema Wandern für Bergbahnen. Auch ein sogenannter Wärmeschrank für unterkühlte Patienten kommt häufig zum Einsatz – das gilt auch im Sommer, denn im Gebirge kühlen Verletzte jederzeit schnell aus. Auf deutlich niedrigerem Niveau, aber dennoch steigend, ist laut Hommel die Zahl der Abstürze. „Das liegt aber daran, dass immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind“, betont sie. Im Verhältnis werde Alpinsport eher sicherer.

Ein weiteres Thema ist, dass aufgrund des demografischen Wandels immer mehr Senioren in den Bergen unterwegs sind. Auch darauf ist die Klinik Füssen eingestellt – es wurde sogar eine Akutgeriatrie eröffnet. Diese arbeitet eng mit dem Notfallzentrum zusammen.

Mit Demut in die Berge

Menschen mit besonders schweren Verletzungen können in umliegende Kliniken geflogen werden. Den Großteil der Patienten versorgt jedoch die Intensivstation vor Ort weiter. Damit es gar nicht dazu kommt, raten die bergerfahrenen Ärztinnen Pfeilschifter und Hommel, sich der alpinen Gefahren stets bewusst zu sein. Eine Portion Demut gehöre ebenso dazu, wie körperlich fit und gut vorbereitet zu sein. Denn am liebsten ist es den Ärzten, wenn sie gar nicht gebraucht werden.

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