Digitales Verkehrskonzept: Software wird derzeit programmiert

Füssen: »Grüne Welle« soll rollen

Ampelanlage in Füssen mit Arbeiter in Krankorb
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Arbeiter installieren an einer Ampelanlage an der B16 die Kameras zur Zählung des Auto-Verkehrs.

Füssen – An einem normalen Donnerstag Anfang Oktober passierten rund 14.350 Fahrzeuge, davon 415 Schwerlasttransporter, den Luitpoldkreisverkehr in Füssen. Solche und andere Szenarien haben seit Anfang September zwölf Verkehrskameras der Planungsfirma Bernard Gruppe ZT GmbH aufgezeichnet, um die Verkehrslage zu ermitteln und zu analysieren. Mit Hilfe digital vernetzter Ampeln und künstlicher Intelligenz möchte die Stadt Füssen eine „Grüne Welle“ zwischen der A7-Abfahrt bei Füssen und Schwangau ermöglichen. 

„Die Gruppe Bernard programmiert derzeit die künftige Software“, informierte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) jetzt die Mitglieder des Verkehrsausschusses über den aktuellen Stand des Projekts.

Die Verkehrsmessung haben demnach ergeben, dass der Kaiser-Maximilian-Platz von der Augsburger zur Sebastianstraße durchschnittlich 1700 Fahrzeuge pro Stunde verarbeiten kann. Die aktuelle Taktung der Ampeln sei in Ordnung, die „Grüne Welle“ dauere derzeit 120 Sekunden. Allerdings gibt es dabei ein Problem: Die Zufahrtsstraßen werden nicht berücksichtigt. Und das ist bei starkem Verkehr fatal. „Dadurch kommt die ,Grüne Welle‘ immer wieder ins Stocken. Es braucht zum Teil 45 Minuten bis sie wieder ins Rollen kommt“, informierte Eichstetter die Räte. Die Folge sind lange Staus, wie Eichstetter auch schon am eigenen Leib erfahren hat. „Ich bin eine Stunde und zehn Minuten von Schwangau nach Füssen gestanden. Aber ich habe gehört: Das kann auch länger dauern.“ Im kommenden Jahr sollen nun die Ampeln umprogrammiert werden.

Die erste Präsentation dazu habe die Stadt schon von der Planungsfirma erhalten. Weil allerdings einige Dinge noch geändert werden müssen, werde der Rathauschef die Details den Räten erst im Frühjahr präsentieren. Künftig werden die Ampeln beispielsweise eine Blockabfertigung am Grenztunnel registrieren.

In dieser Zeit könnten dann Schilder an der B310-Abfahrt Richtung V-Markt die Durchfahrt über die Luitpoldstraße nur für Anlieger freigeben, damit der Großteil des Verkehrs über die B310 fährt und die „Grüne Welle“ am Kaiser-Maximilian-Platz funktioniert, erklärte der Rathauschef. „Einen Stau wird es zukünftig nicht mehr in der Form geben“, so der Bürgermeister, „normale“ Staus von fünf bis zehn Minuten allerdings schon. Über „Live Traffic“ soll es auch möglich sein, dass die Navigationssysteme der neueren Fahrzeuge gleich über die entsprechenden Staus informiert werden und entsprechend umleiten.

Zuschuss vom Freistaat

Den Grundstein für dieses Verkehrskonzept hatte der Stadtrat Ende Juni gemacht: Für rund 45.900 Euro beauftragte er die Bernard Gruppe ZT GmbH aus Stuttgart mit der Planung und Projektierung der digitalen Verkehrssteuerung für Füssen und Schwangau. Nach Angaben der Stadtverwaltung übernimmt der Freistaat Bayern etwa die Hälfte der Kosten. Am Rest beteiligt sich die Gemeinde Schwangau. Als nächster Schritt sei eine digitale Parkraumbewirtschaftung denkbar (der Kreisbote berichtete).

kk

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