Wirtschaft und Politik fordern eine HTL für das Außerfern

Neue Schule für Reutte?

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Der Weg ist das Ziel: Mit einer Erweiterung des Bildungsangebotes könnte man den Wirtschaftsstandort Außerfern nachhaltig absichern, sind sich Stefan Fesl (v.l., Plansee), Wolfgang Winkler (Gemeinden), Christian Strigl (WK), Sonja Ledl-Rossmann (Bundesrat) und Reinhard Schretter (Industrie) sicher.

Reutte – Die Digitalisierung schüttelt das Arbeitsleben kräftig durcheinander. Die Schulen müssen auf diesen Wandel vorbereiten, fordert daher die Wirtschaft. 

Dabei beruft sie sich auf eine aktuelle Studie. Abhilfe soll eine neue Technische Lehranstalt schaffen. Der Bezirk Reutte sei eine der am höchsten industrialisierten Regionen Österreichs. Dem stehe aber kein ausreichend technisch ausgerichtetes Ausbildungsangebot gegenüber. 

Vor allem zeichne sich für das Außerfern sowie die angrenzenden Tiroler Bezirke ein nachhaltiger und bislang nicht ausreichend gedeckter Bedarf an Fachkräften mit profunden Kenntnissen im Bereich „Digitale Technologien/Informatik“ ab.

Aus diesem Grund hat das ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) im Auftrag und mit der Unterstützung des Landes Tirol, der Industriellenvereinigung Tirol und der Wirtschaftskammer (WK) Tirol eine Studie zur Abklärung des Bedarfs einer HTL mit dem Schwerpunkt „Digitale Technologien“ in Reutte erstellt. Der Bedarf ist demnach gewaltig: Bis zu 80 derartige HTL-Absolventen würden die Betriebe in Westtirol jährlich aufnehmen. „Die Berufswelt verändert sich aktuell sehr stark“, sagt Plansee-Personalchef Stefan Fesl. 

Klassische Berufsbilder würden verschwimmen, gemeinsamer Nenner sei dabei jedoch immer die fortschreitende Digitalisierung, die alle Lebensbereiche erfasse. Das gelte für alle Arbeitnehmergruppen. Darauf sollten die Tiroler Schüler vorbereitet werden.

Neben der Wirtschaft hat auch die Politik die Notwendigkeit eines technisch ausgerichteten Bildungsangebotes erkannt. 36 von 37 Bürgermeistern im Außerfern fordern in einer Petition die Ansiedelung einer Höheren Technischen Lehranstalt im Bezirk Reutte, um den Wirtschaftsstandort nachhaltig absichern zu können. 

Unterstützt wird dieses Anliegen auch von den regionalen Sozialpartnern und dem Arbeitsmarktservice Reutte (AMS). Bildungslandesrätin Beate Palfrader hat bereits die Initiative ergriffen und eine Arbeitsgruppe zur Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen installiert. Klare Unterstützung kommt auch von Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf: „Nicht nur um die Wirtschaft zu fördern, sondern auch um Lebenschancen gerecht zu verteilen.“ 

Neue Schule in Reutte?

Die Zeiten, in denen man für einen Abschluss einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) über den Fernpass pendeln musste, sollen bald vorbei sein, wünschen sich auch die Vertreter der WK Reutte. Ein neues Schulmodell soll diesen Ausbildungszweig in Reutte ermöglichen. Eine Kooperation zwischen dem Ingenieur Kolleg Automatisierungstechnik (IKA) Reutte, Gymnasium (BG/BRG Reutte) und der Handelsakademie (BHAK) werde angestrebt. 

Der Lehrplan soll insbesondere eine technische Basisausbildung mit informationstechnologischer Vertiefung beinhalten. Räumlich könnte die HTL im Reuttener Schulzentrum in den bereits bestehenden Gebäuden angesiedelt werden. Synergien bestünden auf allen Ebenen – Infrastruktur, Personal und inhaltliche Ausrichtung. Sogar die Ansiedlung eines neuen Schülerheims wurde mit angedacht. 

"Ideale Bedingungen"

Mit dieser neuen Ausbildungsform will man dem steigenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Die Bildungsverantwortlichen auf Bezirks- und Landesebene haben bereits die Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. „Mit einer Aufwertung des technischen Zweiges am Reuttener Gymnasium könnten kostengünstig ideale Bedingungen geschaffen werden, um eine zeitgemäße Technikausbildung vor Ort absolvieren zu können“, sieht auch die Außerferner Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann einen großen Vorteil. Alle Beteiligten halten diese neue Schulform für eine ideale Ergänzung im Außerferner Bildungsangebot.

kb

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