Absagen an Alternativen

Diskussion um Parkplatz: Idee einer Spielstraße für Hopfen ist vom Tisch

Autos parken außerhalb von Parkflächen auf Wiesen.
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Szenen wie diese sind in Hopfen im Sommer an der Tagesordnung. Um Abhilfe zu schaffen, plant die Stadt einen Parkplatz außerhalb des Ortes.
  • Matthias Matz
    vonMatthias Matz
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Füssen – Gibt es Alternativen zum zuletzt heftig diskutierten Parkplatz im Landschaftsschutzgebiet (LSG) östlich von Hopfen? Nach Ansicht der Stadtverwaltung nicht, wie Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) jetzt im Stadtrat deutlich machte. Anlass dafür waren verschiedene Vorschläge von Bürgern, die diese nach Bekanntwerden der Pläne im Rathaus eingereicht hatten.

Seit klar ist, dass die Stadtverwaltung das Parkproblem in Hopfen – das durch den geplanten Bau eines Radweges entlang der Uferstraße in Zukunft noch verschärft werden wird – durch das Anlegen eines provisorischen Parkplatzes östlich von Hopfen im LSG lösen will, reißt die Kritik nicht ab. Vor allem Umweltschützer sprechen sich vehement gegen das Vorhaben aus (der Kreisbote berichtete mehrfach).

Aber auch zahlreiche Bürger scheint das Thema umzutreiben. Einer davon ist Kasimir Schmutz. In der Bürgerfragestunde der jüngsten Stadtratssitzung schlug er vor, die Uferstraße nach der Abzweigung zum Campingplatz bis zur Einmündung des Fußweges am westlichen Ortsende als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen.

„Damit wird die Geschwindigkeit der Kfz auf 7 bis 10 km/h reduziert, Radfahrer und Fußgänger sind gleich berechtigt“, so Schmutz. Die weiteren Vorteile dieser Idee nach seiner Überzeugung: die Stadt müsse für viel Geld weder den Radweg noch den Parkplatz bauen. Eine verkehrsberuhigte Uferstraße führe darüber hinaus zu weniger Verkehrslärm.

„Die Uferstraße wird zur ‚Flaniermeile‘ für Hopfen als ‚Riviera des Allgäus‘, heißt es weiter in dem Schreiben des Füsseners. Schmutz verweist in diesem Zusammenhang auf das Tempolimit in der Schwangauerstraße/B17. Was dort möglich gewesen sei, „muss auch auf der Uferstraße als Staatsstraße 2008 nach Absprache mit der Obersten Baubehörde zu erreichen sein“, betont Schmutz.

Behörde lehnt ab

Doch ganz so einfach ist die Sache offenbar nicht. Wie Eichstetter erläuterte, habe das Staatliche Straßenbauamt Kempten in mehreren Gesprächen klar gemacht, dass eine Herabstufung der als Staatsstraße geführten Uferstraße nicht machbar sei. Tatsächlich heißt es in einer unserer Zeitung vorliegende Stellungnahme der Behörde, dass aus einer Staats- oder Kreisstraße keine „Spielstraße“ gemacht werden kann.

„Eine Spielstraße ist weder als Staats- noch als Kreisstraße denkbar, da nach StVO vollkommen ausgeschlossen“, heißt es in dem Schreiben. Da die Uferstraße außerdem auch für den Durchgangs- und überörtlichen Verkehr gewidmet ist, sei eine Herabstufung zur Anliegerstraße nur durch den Bau einer Umgehungsstraße um Hopfen herum denkbar.

Zum Thema Schwangauer Straße/B17 heißt es in dem Schreiben der Behörde, dass es sich dabei um einen absoluten Ausnahmefall handle, der im Einzelfall begründet werden musste. Der Bürgermeister erklärte außerdem, an den Parkplatzplänen festhalten zu wollen.

Absage an Bus-Shuttle und Tiefgarage

Neben dem Füssener Schmutz hatten unter anderem auch die ÖDP Ostallgäu und die „Klimaliste Füssen“ um Michelle Derbach Alternativvorschläge gemacht (der Kreisbote berichtete). Unter anderem schlugen sie einen elektrisch betriebenen Shuttlebus von der Achmühle nach Hopfen vor. Eine weitere Idee ist der Bau einer Tiefgarage auf dem Campingplatz Hopfen.

Beide Vorschläge sind nach Überzeugung Eichstetters aber nicht machbar. „Ein vorgeschlagenes Elektroshuttle zwischen Achmühle und Hopfen am See, ist neben der Anschaffung von rund 400.000 bis 600.000 Euro nicht wirtschaftlich und zugleich nicht praxisnah“, erläuterte er den Stadträten. Auch eine Tiefgarage auf dem Campingplatz sei nicht angedacht. „Das wird wohl auch nicht der Fall sein.“

Doch wie geht es nun weiter? Der Bürgermeister erklärte, an den Parkplatzplänen festhalten zu wollen. „Es funktioniert nicht, nur Parkverbote zu machen, sondern wir müssen auch ein Angebot machen!“, sagte er. Andererseits sei die Verwaltung noch in „der finalen Findungsphase“, wie das Problem Parkplatzmangel in Hopfen und Wildparken im LSG gelöst werden soll.

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