Am Bannwaldsee diskutieren Gegner und Befürworter eines SUP-Verbots dessen Notwendigkeit

Diskussion um SUP-Verbot auf dem Bannwaldsee

Othmar Schluttenhofer im Gespräch mit Peter Helmer (v. l.), Hubert Endhardt, Ludwig Hartmann, Peter Griegel, Christian Zwanziger und Hans Hack
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Beratungsbedarf: Othmar Schluttenhofer (rechts) hört sich an, was Peter Helmer (v. l.), Hubert Endhardt, Ludwig Hartmann, Peter Griegel, Christian Zwanziger und Hans Hack zum Verbot des Stehpaddelns auf dem Bannwaldsee zu sagen haben.
  • VonAlexander Berndt
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Schwangau – Für Othmar Schluttenhofer ist das Kind schon in den Brunnen gefallen: Seit etwa einem Jahr ist das Stehpaddeln (SUP) auf dem Bannwaldsee verboten. Und der Verleiher von Boards und Paddel hat kaum noch Hoffnung, dass sich daran noch einmal etwas ändern wird. Die Naturschutzverbände wiederum sind froh darüber, dass der Trendsport auf dem kleinen See bei Schwangau untersagt ist. Das wurde am Freitag bei einem Gespräch deutlich, zu dem sich Gegner und Befürworter des SUP-Verbots vor Ort trafen. Denn nicht alle halten sich auch an das Verbot.

in Stück vom Kuchen der in den vergangenen Jahren stark in Mode gekommenen Freizeitbeschäftigung abbekommen und hatte auch am Bannwaldsee dieses Geschäft für kurze Zeit mit acht solcher SUPs betrieben. Damit ist mittlerweile aber Schluss, denn der See ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, womit Stehpaddeln dort verboten ist. Und dabei wird es wohl auch bleiben. Das haben die Behörden klar gemacht, die Schluttenhofers Antrag für eine Sondergenehmigung nach Stellungnahmen von den Naturschutzverbänden abgewiesen haben.

Dabei ist Schluttenhofer am Schutz der Natur gelegen. Das versicherte er am Freitag im Rahmen eines Gesprächstermins, zu dem der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, nicht nur Schluttenhofer eingeladen hatte. Dieser findet es allerdings genauso wie der Besitzer des Campingplatzes am Bannwaldsee, Peter Helmer, schade, dass das Stehpaddeln auf dem See verboten ist. Vor allem, da sich die Leute bisher „an die Spielregeln gehalten“ hätten und nicht etwa in die Schilfzonen am Seerand gepaddelt seien, wie Helmer betonte.

Und er weiß, wovon er spricht. Denn die trotz Verbots nach wie anzutreffenden Stehpaddler auf dem Gewässer seien „zu 90 Prozent“ Gäste seines Campingplatzes: „Die Camper schätzen schließlich auch die intakte Naturzone hier!“ Sowohl nach Helmers als auch Schluttenhofers Meinung sei der Sport „ziemlich naturverträglich“.

Das Verbot des Stehpaddelns erklärte indes Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), der bei dem Ortstermin darauf hinwies, dass am Bannwaldsee „ein besonderer Vogel brütet“. Darüber hinaus fühlten sich die am See lebenden Vögel von den Stehpaddlern in besonderer Weise bedroht.

Griegel begründet dies damit, dass die auf ihrem Brett stehenden Paddler möglicherweise Jägern ähnelten und die Vögel deshalb schneller und „in einem größeren Fluchtradius“ das Weite suchten. Trotzdem habe er es in letzter Zeit aufgegeben, trotz des Verbots auf dem See paddelnde Sportler der Polizei zu melden. Vielmehr plädierte er am Freitag dafür, noch mehr auf das SUP-Verbot hinzuweisen und dieses besser zu erläutern.

Die Leute verstärkt „zu sensibilisieren“, mahnte auch Hubert Endhardt von den Füssener Grünen an. Hans Hack vom Bund Naturschutz erklärte indes, dass die „Menschen Verständnis dafür“ zeigten, wenn er sie auf dem Campingplatz auf das SUP-Verbot anspreche.

Der Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion, Ludwig Hartmann, sprachen sich wie der Fraktionssprecher für Tourismus und Landesentwicklung der Grünen, Christian Zwanziger, für eine bessere Aufklärung und Erklärung des Verbots mittels Schildern aus. „Wenn die Leute wissen, dass es darum geht, Tiere zu schützen, zeigen sie Verständnis!“, sagte Hartmann.

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