Räte kritisieren geplante Hotelbelieferung

"Ich halte das für höchst gefährlich"

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Der Platz am neuen Hotel in der Augsburgerstraße ist begrenzt. Dementsprechende Probleme gibt es mit den Parkplätzen. Und auch die Belieferung sehen die Stadträte kritisch.

Füssen – Nicht machbar: So lautete das Urteil des Bauausschusses, als es am Dienstag um die Außengestaltung des neuen Hotels in der Augsburgerstraße ging.

Vor allem die Belieferung über die Rezeption und die Lage und Anfahrt der Parkplätze beäugten die Räte mehr als kritisch. „Das ist nicht realistisch an der Rezeption jedes Würstchen vorbeizuführen“, meinte nicht nur Dr. Martin Metzger (BfF). Deshalb wollen sich die Räte erst einmal bei einem Ortstermin mit dem Architekten die Situation genauer anschauen. 

Als vor Jahren die ersten Hotelpläne auf dem Tisch lagen, erkundigten sich die Räte bereits nach der Belieferung. Diese sollte nach den damaligen Plänen über die Tiefgarage erfolgen. In der Märzsitzung stellte sich aber heraus: Die Garage ist viel zu klein für Lieferwagen. Solange das nicht geklärt ist, wollten die Räte auch kein grünes Licht für den Bauantrag des neuen Eigentümers geben (der Kreisbote berichtete). 

Am Dienstag stellte Bauamtsleiter Armin Angeringer nun die neue Lösung des Antragstellers vor: Die Lieferwagen sollen über die Busanfahrt vor dem Hoteleingang halten und dann die Anlieferung über die Rezeption abwickeln. Doch das geht nur, solange keine Gäste mit dem Bus anreisen. Deshalb sei die Anlieferung ausschließlich zwischen 10.30 Uhr und 12.30 Uhr geplant. 

Anschließend sollen die Lkw über den öffentlichen Geh- und Radweg auf die Augsburgerstraße fahren. „Das ist frei erfunden und nicht realistisch“, meinte Metzger. Außerdem müssten für die Versorgung von 243 Betten viele Lieferwagen das Hotel anfahren, die dann genau zur Mittagszeit dort abfahren, wenn Kinder von der Schule nach Hause laufen, warf Stadträtin Dr. Anni Derday (FWF) ein, die selbst Hotelier ist. „Ich halte das für höchst gefährlich die Lieferung dort anzusiedeln. Außerdem das so (genau – Anmerk. d. Rd.) zu organisieren ist gar nicht möglich“, so Derday. 

Selbstkritische Räte

 „Die Anlieferung haben wir von Anfang an bemängelt“, kritisierte auch Magnus Peresson (UBL). „Von Anfang an waren wir zu nachsichtig, weil wir jemanden helfen wollten. Jeder Lkw braucht die Gegenfahrbahn zum rausfahren. Da sind wir auch schuld daran“, warf Peresson ein. „Da haben wir uns ein Ei gelegt, das uns beschäftigen wird bis 2057 die Umfahrung kommt.“ Doch dafür sei nicht der jetzige Eigentümer verantwortlich, stellte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) klar. „Der jetzige Eigentümer hat das Gebäude in diesem Zustand übernommen.“ 

Der damalige Planer habe die Tiefgarage zu niedrig angesetzt, so Iacob. Und bei der Ausfahrt habe sich die Stadt mit dem Straßenbauamt abgesprochen, warf Angeringer ein. Eine andere Lösung für die Belieferung hatte dagegen Dr. Christoph Böhm (CSU) parat: Auf der Südseite, dort wo der Bauherr derzeit eine Terrasse plane, sei genug Platz für Lieferwagen. „Das würde ich auf jeden Fall fordern“, meinte auch Lothar Schaffrath (SPD). 

Doch das war nicht der einzige Knackpunkt: Neben den Parkplätzen in der Tiefgarage braucht der Bauherr auch noch oberirdische Stellplätze. Die sollen dort hinkommen, wo sie schon einmal genehmigt wurde: zwischen den einzelnen Gebäudeteilen, erklärte Angeringer. Neu sei allerdings der Parkplatz neben dem Busstellplatz. Doch das „ist nicht wirklich glücklich gelöst“, meinte der Bauamtsleiter. Wenn hier ein Auto stehe, könne der Fahrer nicht einmal mehr den Bus ausladen.

Lösung muss her

 Daneben forderte er eine räumliche Trennung zwischen den Parkplätzen und dem angrenzenden Geh- und Radweg. Andernfalls könnten Autofahrer den Geh- und Radweg benutzen, wenn sie auf die Augustenstraße abbiegen wollen. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten das Privatgelände zu verlassen“, erklärte Iacob. Und das sei die Buszufahrt und die Ausfahrt im Norden. „Die anderen Bereiche müssen wir abgrenzen – optisch und baulich.“ 

Doch da es auf dem Gelände eng zu geht, fragte sich Dr. Martin Metzger (BfF), wie Autofahrer überhaupt drei der Parkplätze erreichen sollen, ohne den Geh- und Radweg zu befahren. Bei einem müssten die Autofahrer gar 16 Meter zurücksetzen, um auszuparken, sagte Peresson mit Blick auf die Pläne. „Sie sind nicht anfahrbar.

Da muss eine andere Lösung her und wenn sie ein, zwei Zimmer zu machen. Wir können dem so nicht zustimmen“, meinte Metzger. Doch die Parkplätze seien schon genehmigt, hielt Angeringer dagegen. „Das muss gelöst werden, auch wenn wir den irgendwann mal genehmigt haben“, meinte allerdings Metzger. Am Ende lehnte der Bauausschuss mit 1:9-Stimmen den Antrag ab.

Katharina Knoll

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