Nun doch ein solider Bau

Die rückwärtige Seite der Grundschule Füssen. Innerhalb des ummauerten Hofes soll nun der Anbau entstehen. Das Treppenhaus links dient dann als Fluchtweg. Foto: gau

Nachdem schon seit längerer Zeit über den Anbau an die Grundschule Füssen diskutiert worden und die bisherige Variante Holzbau einigen Stadträte missfallen hat, wurden in der jüngsten Stadtratssitzung Nägel mit Köpfen gemacht. Mit sechs Gegenstimmen votierten die Räte für die gerade vorgestellte Massivbauvariante des Füssener Architekten Werner Lehrburger. Zwar kann der Anbau erst zum Schuljahr 2012/13 bezogen werden und ist mit 923000 Euro auch teurer, dafür ergeben sich Vorteile im Brandschutz und der Dämmung sowie bei einer möglichen Erweiterung.

Im Auftrag der Stadt Füssen stellte der Füssener Architekt, der auch schon die Mensa des Gymnasiums entworfen hatte, einen Massivhausentwurf als Anbau für das bestehende Schulhaus, vor. Vor allem nachdem massive Kritik an der „Baracke“ laut geworden war, die man von Buchloe nach Füssen holen wollte, um hier die massiven Platzprobleme in der Grundschule zu lösen, sah sich die Verwaltung dazu genötigt, Alternativen berechnen zu lassen. Statt knapp 800.000 Euro für den Buchlor Fertigbau, würde ein massiver Neubau jedochrund 1,4 Millionen Euro kosten, hieß es bisher. Unter einer Million bleibt aber den nun beschlossene Entwurf. So sieht der Plan Lehrburgers vor, auf dem ehemaligen Kohlenkeller des Schulhauses innerhalb des Radlerhofes zu bauen. Allerdings würde sich der Steinbau direkt an das bestehende Schulhaus anschmiegen, man könnte die Fensteröffnungen als Türdurchbrüche nutzen und auf beiden Etagen ebenerdig und barrierefrei anschließen. Auch der Flächenverbrauch fällt geringer aus, so dass alle Lehrerparkplätze erhalten werden. Durch das „anflanschen“ des Baukörpers kann eine Mauer und die dafür notwendige Wärmedämmung gespart werden. Ebenso ergeben sich durch den Entwurf, den Lehrburger als erste Skizze vorstellte, auch Einsparungen beim Brandschutz, da sowohl der vorhandene Gang als auch das Treppenhaus als Fluchtwege genutzt werden können. Im Gegenzug durfte auch Anton Ambros, der den Holzbau für Buchloe realisiert hatte, sein Konzept vortragen, wobei er vor allem den Zeitfaktor voranstellen konnte. Sein bestehender Bau könnte bis zum Ende der Weihnachtsferien 2012 stehen, der Entwurf Lehrburger zum neuen Schuljahr 2012/13, Baubeginn wäre im Januar 2012. Nach dieser Vorstellung meinte Ulli Pickl (SPD), er werde nie wieder von einer Baracke sprechen – erst in diesem Moment hatten einige der Stadträte offenbar realisiert, dass das in Buchloe zur Zeit stehende Gebäude quasi ein Rohbau ist und dass dieser sich in Füssen, gedämmt und mit einer ansprechenden Fassade versehen, an das Hauptgebäude anfügen würde. Gleichwohl stellte Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht einen finanziellen Vergleich der verschiedenen Varianten, Massiv oder Holz, mit und ohne Satteldach, vor. Ausschlaggebend für die Entscheidung, die nach einer halbstündigen nicht öffentlichen Sitzung fiel, war auch die Anmerkung der Grundschuldirektorin Sylvia Kiesel, wonach man bis Weihnachten zwei Klassen in der Berufsschule oder dem Gymnasium unterbringen könne und danach ohnehin umziehen würde in den Kindergarten Pusteblume, der genau gegenüber der Grundschule liegt. Kiesel während der Sitzungsunterbrechung: „Ich bin seit zwölf Jahren Direktorin, seitdem ist das Problem (des fehlenden Klassenraums) bekannt. Vor cirka drei Jahren haben wir aber angefangen, über eine konkrete Erweiterung zu diskutieren“. Während der nichtöffentlichen Sitzung versuchte Bürgermeister Paul Iacob den Stadträten Alternativen für den Holzbau aufzuzeigen. So müsse man auch mit dem Landratsamt reden, um aus der Verpflichtung herauszukommen. Anschließend wurde dem Architekturbüro Lehrburger mit 18 zu sechs Stimmen der Auftrag für die weitere Planung.

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