Kritik an Angriffen auf Rettungskräfte

120 Jahre im Dienst der Nesselwanger Allgemeinheit

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Der Nesselwanger Kommandant Markus Schmid (v.l.), mit den Geehrten Reinhard Gschwend, Hubert Martin und Siegfried Keller sowie dem Beförderten Michael Jung und Kreisbrandinspektor Peter Einsiedler.

Nesselwang – Seit 40 Jahren leisten Reinhard Gschwend, Siegfried Keller und Hubert Martin aktiven Dienst in der Nesselwanger Feuerwehr. Dafür erhielten die Dienstjubilare jetzt das Ehrenzeichen Erster Klasse von Kreisbrandinspekteur Peter Einsiedler.

Nach dem Festgottesdienst zu Ehren des Hl. Florian, der von der Harmoniemusik mit der Deutschen Messe von Franz Schubert feierlich umrahmt wurde, ging es in den Bärensaal des Brauereigasthofs Bären. „Wir ehren heute drei Kameraden, die bereits seit vier Jahrzehnten aktiv in der Feuerwehr ihren Dienst verrichten“, erklärte Kommandant Markus Schmid den Anwesenden. „Die drei sind regelmäßig bei den Übungen dabei und nach wie vor aktiv“. 

Gemeint waren Reinhard Gschwend von der Außengruppe Thal-Rindegg, Siegfried Keller von der Außengruppe Gschwend und Hubert Martin von der Außengruppe Lachen-Attlesee zu ihrem Dienstjubiläum und dankte ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Allgemeinheit. Kreisbrandinspekteur Peter Einsiedler gratulierte dem Trio im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes und überreichte ihnen das Ehrenzeichen Erster Klasse für 40 Jahre Dienstzeit. 

Außerdem dürfen die drei Dienstjubilare auf Einladung des Freistaats Bayern eine Woche im Erholungsheim der bayerischen Feuerwehr in Bayerisch Gmain zusammen mit ihren Partnerinnen entspannen. 

Kommandant Schmid freute sich außerdem, Michael Jung zum Gruppenführer und Löschmeister befördern zu dürfen. Dieser hatte die Prüfung schon vor geraumer Zeit mit Erfolg absolviert.

Deutliche Worte

Bürgermeister Franz Erhart gratulierte den vier Feuerwehrmännern und dankte ihnen im Namen des Marktes Nesselwang. Kritik übte er dagegen an einer bundesweiten Entwicklung: „Es ist eine erschreckende Zahl. Im vergangenen Jahr 2018 wurden in Deutschland mehr als 900 tätliche Angriffe auf Feuerwehrfrauen und -männer registriert“, so Erhart. „Das ist Wahnsinn!“ Er wünschte den mehr als 100 aktiven Nesselwanger Frauen und Männern, die tagtäglich zum Wohle der Gemeinschaft bereitstehen, das sie von ihren Einsätzen gesund und wohlbehalten zurückkehren. 

Wolfgang Hein, Leiter der Polizeistation Pfronten, lobte die Zusammenarbeit mit den Nesselwanger Brandbekämpfern. „Wir sind auf euch und eure Hilfe angewiesen. Ohne euch könnten wir das nicht bewältigen“, so Hein. „Egal ob es um einen Absperrdienst oder um eine Sicherheitswacht geht – ihr seit da!“ 

Er ging kurz auf zwei Übergriffe auf die Rettungskräfte im Bereich der Dienststelle ein. So wurde im vergangenen Jahr gegen zwei Täter staatsanwaltlich ermittelt und die Täter rechtskräftig zu hohen Geldstrafen verurteilt. „Wir werden mit uns allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen vorgehen, wenn uns was bekannt wird“, betonte der Polizeihauptkommissar. Auch er wünschte den Brandbekämpfern, das sie allzeit von ihren Einsätzen gesund zurückkehren.

 „Bei uns haben wir zum großen Glück noch wenig Auswirkungen in Bezug auf Tätlichkeiten auf unsere Rettungskräfte“, so der Ostallgäuer Kreisbrandinspektor Peter Einsiedler. Er monierte allerdings die Unvernunft und teilweise Rücksichtslosigkeit von Autofahrern beim Bilden der Rettungsgasse. „Da ist jeder auf seinen Vorteil bedacht“. Als negatives Beispiel brachte er das Beispiel, wo auf einer Autobahn die Feuerwehrleute annähernd einen Kilometer zu Fuss laufen mussten, um zur Einsatzstelle zu gelangen. „Diese negative Zeiterscheinung betrifft uns alle. Geht ihr bitte als Vorbild voran“, so Einsiedler.

hoe

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