Ausbildung zum Piloten: Fliegen am Limit

14 Hubschrauberpiloten trainieren in Füssen den Flug im Gebirge

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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.
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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.
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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.
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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.
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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.
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Mit dem Hubschrauber „Super Puma” bringen die Piloten Petrick Haas und Michael Marx Journalisten zum Übungsgebiet.

Landkreis/Füssen – Eigentlich wollten sie nur am Nebelhorn wandern. Doch in ihre Pension zurückgekehrt sind die zwei Bergsteiger nicht mehr. Was mit ihnen passiert ist, das sollten am vergangenen Mittwoch 14 Hubschrauberpiloten der Landes- und Bundespolizei bei einer Übung klären.

Denn die Bundespolizei-Fliegergruppe gastierte in der vergangenen Woche von Montag bis Mittwoch am Segelflugplatz des Luftsportvereins Füssen. Von der Zugspitze bis nach Oberstdorf trainierten die Pilotinnen und Piloten des Bundes und der Länder zum Abschluss ihrer Ausbildung das Fliegen im alpinen Gelände. Denn das Gebirge stellt ganz besondere Herausforderungen an die Piloten. 

Während es im Tal windstill ist, tobt am Gipfel ein Föhnsturm: Nicht nur Wetterphänomene machen das Fliegen im Gebirge besonders schwierig. Auch die geringe Luftdichte in hohen Lagen, der unebene Untergrund, schattenbildende Hänge und Hindernisse wie Seilbahnen können einen Piloten vor Probleme stellen. „Diese Phänomene gibt es nur im Gebirge. Das ist übungsmäßig gar nicht woanders darstellbar“, erklärt Michael Marx, stellvertretender Ausbildungsleiter der Luftfahrerschule der Bundespolizei und Einsatzleiter in Füssen. „Das Fliegen in den Bergen ist eine absolute Herausforderung. Es ist mit die anspruchsvollste Fliegerei, die wir in Deutschland überhaupt finden können“, fügt der stellvertretende Ausbildungsleiter hinzu. „Ein eineinhalbstündiger Flug mit mehreren Außenlandungen ist ein Marathonlauf.“ 

Für diesen Härtetest gastierten jetzt 14 Piloten aus Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und der Bundespolizei sowie drei Flugtechniker mit insgesamt neun Hubschrauber zum Abschluss ihrer 22-monatigen Ausbildung in der Lechstadt. „Die theoretische und praktische Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt haben sie schon absolviert“, erklärt Marx. 

Am Donnerstag, 25. Oktober, erhalten die Piloten nur noch ihre Fluglizenz, bevor sie in ihre Heimatstaffel entlassen werden. 

Für den 24-jährigen Polizeiobermeister Henry Pottkämper geht dann ein Kindheitstraum in Erfüllung. Da sein Vater Privatpilot ist, begann er bereits früh mit dem Segelfliegen. Irgendwann reifte der Wunsch, das Fliegen zum Beruf zu machen. 

Hartes Verfahren

Doch der Weg dorthin ist hart. Nach der Ausbildung zum Polizisten folgt ein umfangreiches Auswahlverfahren, bevor man überhaupt für die Pilotenausbildung zugelassen wird. „Jetzt ist die Bewerberlage sehr gut“, erklärt Marx. Auf die neue Bewerbungsoffensive der Bundespolizei, die im Juni startete, bewarben sich 800 Interessierte. Davon werden 80 ins weitere Auswahlverfahren genommen. Am Ende dürfen 24 Bewerber ihre Ausbildung zum Piloten beginnen. Dort stehen dann Englisch, Theorie- und Praxisunterricht auf dem Stundenplan. 

Können die Piloten im Flachland fliegen, geht es später ins Gebirge. „Hier ist der Wind ganz anders“, erklärt Pottkämper. Während er in Nordrhein-Westfalen nur aus einer Richtung blase, müssen Piloten ihn in den Alpen immer neu beurteilen. Der Hubschrauber komme dabei auch an seine Leistungsgrenze. „Das Fliegen an der Leistungsgrenze ist was Besonderes“, so Pottenkämper. Das sieht auch seine Kollegin Sarah Schöne so. „Das ist ein ganz anderes Fliegen“, meint die 24-Jährige, herausfordernd. Aber: „Es macht Spaß.“ „Das ist das Highlight für diesen Lehrgang, nicht nur fliegerisch“, erklärt auch Einsatzleiter Marx. „Sie genießen das. Es ist ja wunderschön hier“ 

Gleichzeitig weiß er aber auch, dass das Fliegen auch Auswirkungen auf die Umwelt hat. „Wir haben die Ausbildung bewusst in diesen Zeitraum gelegt“, so Marx. Zusammen mit den Landratsamt Ostallgäu wollte die Polizei einen Termin finden, an dem sie die Fauna und Flora am wenigsten beeinflusse. „Das gelingt uns sehr gut“, so Marx. „Wir belasten die Tierwelt so gut wie gar nicht“, wie er aus Gesprächen mit dem Bund Naturschutz wisse. Ein Punkt lasse sich aber nicht vermeiden. „Wir machen Krach. Dafür können wir uns nur entschuldigen.“ Aber: „Das kommt Ihnen alle zu Gute.“ Wenn sich ein Wanderer im Gebirge verlaufen hat, ärztlich versorgt werden muss oder – im schlimmsten Fall – tödlich verunglückt ist.

Katharina Knoll

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