Leerstand in der Ziegelwies

Drei Wohnungen in der Ziegelwies werden seit Jahren nicht vermietet

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Trotz Wohnungsnot stehen in der Ziegelwies drei städtische Wohnungen zum Teil seit Jahrzehnten leer.

Füssen – Dass in Füssen viele händeringend nach bezahlbaren Wohnungen suchen, ist nicht neu. Dass die Stadt mittlerweile mit verschiedenen Maßnahmen gegensteuern will, ebenfalls nicht. 

Etwas befremdlich mutet vor diesem Hintergrund aber an, dass in den städtischen Immobilien in der Ziegelwies Wohnungen teilweise seit fast 20 Jahren leer stehen und nicht vermietet werden.

Konkret soll es nach Informationen unserer Zeitung um drei Wohnungen in den Häusern Ziegelwiesstraße 4, 8 und 12 handeln. Während im Haus Nummer 4 eine Wohnung seit mittlerweile 18 Jahren leer stehen soll, dauert der Leerstand einer Wohnung in der Ziegelwiesstraße 12 nunmehr neun Jahre an und in der Nummer 8 acht Jahre. Dadurch sollen der Stadt rund 91.000 Euro an Mieteinnahmen entgangen sein, heißt es in Stadtratskreisen dazu. Die Größe der Wohnungen soll jeweils um die 78 Quadratmeter betragen. Insgesamt wohnen derzeit rund 30 Personen in den städtischen Liegenschaften in der Ziegelwies.

„Die müssen alle komplett saniert werden“

Auf Anfrage desKreisbote bestätigte die Stadtverwaltung den anhaltenden Leerstand in den drei Wohnungen. Die Erklärung, warum die Wohnungen über einen so langen Zeitraum nicht vermietet wurden: „Die müssen alle komplett saniert werden“, sagte Pressesprecher Felix Blersch. Eine der Wohnungen habe sogar noch nicht mal eine Badezimmer.

Doch warum wurden die drei Wohnungen während all der Jahre nicht saniert? Entscheidend war offenbar eine Kosten-Nutzung-Rechnung. „Eine Wohnung einzeln zu sanieren, ist natürlich viel teurer als das ganze Gebäude zu sanieren“, erläuterte Blersch. Daher sei in der Vergangenheit entschieden worden, die Wohnungen nicht mehr zu vermieten, da ein Gesamtkonzept für die städtischen Liegenschaften in der Ziegelwies erarbeitet werden soll (der Kreisbote berichtete mehrfach). „Wir sind auf der Suche nach einer Gesamtlösung“, so Blersch.

Thema im Stadtrat

In Stadtratskreisen ist man allerdings verwundert darüber, dass städtische Handwerker auf Wunsch des Arbeitskreis Asyl für Migranten Wohnungen in der Ziegelwies kurzfristig herrichten konnte, während die drei leerstehenden Wohnungen nicht saniert wurden. „Das war eine schnelle Übergangslösung“, sagte der städtische Sprecher dazu. Seinerzeit habe die Zeit gedrängt. „Da geht man auch mal so einen Schritt!“

Dass der Stadtkämmerei durch die jahrelangen Nicht-Vermietung der drei Wohnungen rund 91.000 Euro an Mieteinnahmen entgangen sein sollen, bestreitet die Verwaltung auf Anrgae allerdings und spricht von knapp 72.000 Euro Mietausfall. „Dabei muss man aber sehen, dass die Sanierung auch etwas gekostet hätte“, so Sprecher Blersch.

Seinen Angaben zufolge soll sich das Stadtparlament bereits in seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstagabend, 26. November, erneut mit der Thematik Sanierung Ziegelwies beschäftigen. Beginn ist um 17 Uhr.

Matthias Matz

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