Woher nehmen und nicht stehlen?

Stadt Füssen muss über zehn Millionen Euro in ihre Schulen investieren

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Die Mittelschule muss wie die Grundschule saniert werden. Doch wie das über zehn Millionen Euro teure Projekt finanziert werden soll, ist derzeit unklar.

Füssen – Weder der Schallschutz noch die Elektrik entsprechen dem heutigen Stand, die Wasser- und Heizungsleitungen sind so alt, dass sie hin und wieder brechen und ein wirtschaftlicher Betrieb ist ei

Kurz: Grund- und Mittelschule müssen in den kommenden Jahren saniert werden. Angesichts der prognostizierten Kosten von 10,5 Millionen Euro stellte sich den Stadträten im Finanzausschuss vergangene Woche allerdings die Frage, wie und womit. Schließlich darf die Stadt keine neuen Nettoschulden machen. 

Wie sollen ihre Schulen in Zukunft ausschauen? Dieser Frage haben sich, wie bereits im Kreisbote berichtet, Wolfgang Steurer, Leiter der Grundschule Füssen-Schwangau, und sein Kollege Elmar Schmitt von der Anton-Sturm-Mittelschule Füssen gestellt.

Die Antwort: Eine gemeinsame Aula, eine Dreifachturnhalle und eine Mensa. Denn die 150 Grundschulschüler der Mittagsbetreuung essen derzeit in den Räumen des AWO-Kinderhorts, erklärte Steurer bereits im Januar im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir essen in Schichten.“ 

Auch die Räume der Ganztagsbetreuung könnten sich die Schulen teilen. Änderungsbedarf gebe es zudem bei den Turnhallen. Derzeit teilen sich die Schulen zwei große Hallen und einen kleinen Gymnastikraum. „Es gibt Probleme den Sportunterricht im Stundenplan zeitlich unterzubringen“, erklärte Schmitt. Zudem seien die Sporthallen sanierungsbedürftig und hätten keinen barrierefreien Zugang. Auch das Thema Digitalisierung spielt bei der „Schule der Zukunft“ eine wichtige Rolle. Derzeit gibt es in den Klassenzimmern keine Beamer. 

Das neue pädagogische Konzept sehe deshalb Dokumentenkameras, Beamer und Laptops in jedem Klassenzimmer vor. Daneben sei neues Mobiliar und mehrere Tafeln auf Gleitsystemen gewünscht. Allgemein geht es um flexible und offene Klassenzimmer, wo beispielsweise auch einmal im Stehen unterrichtet werden kann. Fix ist jedoch noch nichts. 

Keine neuen Schulden

Bis Mitte des Jahres soll es allerdings konkreter werden: Das pädagogische Konzept liegt der Stadtverwaltung vor. Außerdem wurde das Kemptener Büro „f64 architekten“ beauftragt, den Bestand zu erfassen und eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Doch das alles kostet Geld. Viel Geld. Bereits in diesem Jahr sind 45.000 Euro für einen Wettbewerb im Haushalt bereit gestellt. Weitere jeweils gut fünf Millionen Euro sind im Investitionsplan für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehen. 

Auch wenn die Kämmerei davon ausgeht, dass die Maßnahmen zur Hälfte gefördert werden, ist derzeit unklar, woher das Geld kommen soll. Und neue Schulden darf die Stadt bekanntermaßen laut Landratsamt Ostallgäu nicht machen, wie Stadträtin Christine Fröhlich von den Freien Wählern vergangene Woche mit Blick auf die erforderliche Schulsanierung im Finanzausschuss anmerkte.

Stadtrat entscheidet

Bürgermeister Paul Iacob (SPD) entgegnete, dass die Sanierung der beiden Schulen möglicherweise über mehrere Jahre „gestreckt“ werden müsse. Das müsse dann aber der Stadtrat entscheiden. Eine weitere Möglichkeit sei, andere Projekte wie beispielsweise die Sanierung des Oberseebades zunächst zurückzustellen. 

"Blick in die Zukunft" 

CSU-Stadträtin Uschi Lax wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass künftig noch mehr Ganztagsschulen eingeführt werden sollen. „Da muss sich der Städte- und Gemeindetag Gedanken machen, denn für die Kommunen ist das nicht mehr finanzierbar“, mahnte sie. Ihr Fraktionskollege und Zweiter Bürgermeister Niko Schulte warnte hingegen vor Panikmache. Der Investitionsplan „ist bloß ein Blick unseres Kämmerers in die Zukunft“, sagte er. Jetzt sei es einfach noch nicht an der Zeit, sich Gedanken um eine Neuverschuldung in zwei oder drei Jahren zu machen. „Dafür gibt es viel zu viele Fragezeichen“, verwies er auf zahlreiche andere Projekte, die vor den Schulen angegangen werden sollen.

Matthias Matz

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