Kostenfreies Parken und "Semmeltaste" kommen auf den Prüfstand

Woher kommt das Geld?

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In welche Richtung es für die städtische Parkraumbewirtschaftung geht, entscheidet sich womöglich im Sommer.

Füssen – Die Service-Aktion „1 – Parken – frei“ und die „Semmeltaste“ stehen womöglich vor dem Aus. Das wurde zumindest am Dienstagabend im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss diskutiert.

Hintergrund ist, dass die APCOA aus der gemeinsamen Finanzierung von „1 – Parken – frei“ zum 30. Juni aussteigen will. Bis dahin hat die Werbegemeinschaft nun Zeit, einen neuen Geldgeber aufzutreiben. Andernfalls muss der Stadtrat entscheiden, ob und in welcher Form die Aktion fortgesetzt wird. 

Bislang, so erklärte es Kämmerer Helmut Schuster den Ausschussmitgliedern am Dienstagabend, haben sich die Stadt, die Werbegemeinschaft Füssen und APCOA die Kosten für die Aktion „1 – Parken – frei“ – die auf dem Morisse-Parkplatz und in der Sparkassen-Tiefgarage gelten – aufgeteilt. Bei 1,30 Euro pro Stunde parken machten das jeweils 48 Cent für Stadt und Werbegemeinschaft sowie 34 Cent für – laut Wikipedia – Europas größten Parkraumbewirtschafter. Allerdings wolle die APCOA zum 30. Juni aus der gemeinsamen Finanzierung aussteigen, kündigte Schuster an. 

Service für Kunden 

Nun ist guter Rat teuer. Denn die Werbegemeinschaft will unbedingt an der Service-Aktion für Kunden festhalten, wie Noch-Vorsitzende Sabina Riegger in der Sitzung deutlich machte. „Es ist für uns wichtig, dass die freie eine Stunde bleibt“, sagte sie. „Diese Stunde ist wirklich notwendig.“ Schließlich seien es die davon profitierenden Einzelhändler, die die Stadt „lebendig“ machen würden. Daher stehe sie in Verhandlungen mit zwei möglichen Partnern, die womöglich für APCOA einspringen werden. 

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Stadt und Werbegemeinschaft sich die 1,30 Euro teilen. Das würde für die Stadt aber ein künftig noch höheres Defizit bei der Parkraumbewirtschaftung bedeuten. Nach Angaben von Schuster verzichtete die Stadt im vergangenen Jahr durch die Aktion auf 3115 Euro. Teilen sich Stadt und Werbegemeinschaft die Kosten künftig alleine, wären es schon etwa 4500 Euro pro Jahr. Von 1999 bis 2014 hat die Aktion die Stadt seinen Angaben zufolge rund 152.000 Euro gekostet. Bei der „Semmeltaste“ – die eine halbe Stunde freies Parken vorsieht – sieht die Bilanz laut Kämmerer ähnlich aus: Hier beläuft sich das städtische Defizit auf 40.000 Euro im Jahr. 

Der Ausschuss einigte sich am Dienstag darauf, zunächst die Verhandlungen der Werbegemeinschaft mit den potenziellen Geldgebern abzuwarten. Dann soll der Stadtrat entscheiden, wie es mit der Parkraumbewirtschaftung in Füssen weitergeht. Einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.

Matthias Matz

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