Zweiter Anlauf für dm

Drogerie und Edeka-Markt wollen ins ehemalige Obi-Gebäude in Füssen ziehen

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Neben einer Indoor-Actionsportanlage möchte auch der Lebensmittelmarkt Edeka und die Drogerie dm in das ehemalige Obi-Gebäude am Moosangerweg einziehen.

Füssen – dm und Edeka wollen in das ehemalige Obi-Gebäude im Moosangerweg einziehen. Das hat Alexander Immler, Geschäftsführer der Gebrüder Immler Treuhand KG, der das Gebäude gehört, auf Nachfrage des Kreisbote bestätigt. Ein unterschriebener Mietvertrag mit Edeka liege bereits vor.

Mit der dm-Drogerie sei er schon vorverhandelt. Nun ist der Stadtrat am Zug. Schließlich muss der die rechtliche Grundlage dafür schaffen, indem er der Änderung es Bebauungsplans zustimmt. Denn das Areal ist derzeit noch als „Sondergebiet Bau- und Gartencenter“ ausgewiesen.

Nachdem im Oktober 2018 der Obi-Markt seine Türen am Moosangerweg endgültig schloss, weil sich nach Angaben des Unternehmens zwei große Baumärkte für eine 15.000-Einwohner-Stadt nicht rechneten, versuchte die Gebrüder Immler Treuhand KG vergeblich das Gebäude an einen Bau- und Gartenmarkt zu vermieten, wie sie erklärt. Zu übermächtig sei die Konkurrenz durch den V-Baumarkt, meinten demnach die Interessenten. Also entschied sich die KG in Zusammenarbeit mit der Füssener Stadtverwaltung Nutzungen zu prüfen, die über die Festsetzungen im Bebauungsplan hinausgehen. Das Ergebnis: Eine Indoor-Actionsportanlage wird in das ehemalige Gartencenter einziehen. Das Konzept dafür stellten die Planer bereits im November zusammen mit der Füssener Stadtverwaltung vor (der Kreisbote berichtete). Nun stehen weitere Mieter fest: Die dm-Drogerie, die sich bereits vor Jahren auf den Aldi-Parkplatz ansiedeln wollte, aber am Einvernehmen der Stadt gescheitert ist (unsere Zeitung berichtete mehrfach), und der Edeka-Markt, dem die Verkaufsfläche in seinen aktuellen Räume in der Hopfener Straße zu klein geworden sind. Am Moosangerweg möchte er nun eine Verkaufsfläche von 2711 Quadratmetern beziehen. Ein unterschriebener Mietvertrag liegt dem Lebensmittelladen bereits vor, so Immler. In enger Abstimmung befindet sich die KG auch mit der Drogerie dm, die ihre Waren hier auf einer Fläche von 750 Quadratmetern verkaufen möchte. Bereits eingezogen ist dagegen ein anderer Mieter: Die DLRG.

"Keine negativen Auswirkungen"

Bei dem gesamten Vorhaben seien „keine negativen Auswirkungen auf die Innenstadt zu befürchten“, meinte Immler. Das habe eine Analyse der Markt und Standort Beratungsgesellschaft mbH ergeben, die für die Stadt Füssen bereits das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt habe. Der Gutachter bewerte das Vorhaben insgesamt als positiv. Nach Abstimmung mit der Regierung von Schwaben ist die KG überzeugt, dass das Projekt genehmigungsfähig sei.

Grünes Licht muss dafür aber noch der Füssener Stadtrat geben. Dieser sollte eigentlich schon längst über die Einleitung des Bebauungsplanänderungsverfahrens diskutiert haben, doch die Corona-Krise kam dazwischen. Nun wird er wohl Ende April darüber entscheiden.

Nähe zum Wohngebiet

In dem Zug müssen sich die Stadträte auch die Frage stellen, ob der Edeka wirklich in den Obi-Markt ziehen soll oder nicht lieber da bleiben soll, wo er derzeit ist. Die Lebensmittelfirma sieht nach Angaben der Füssener Stadtverwaltung zwar beide Standorte als machbar an. Die Regionalleitung der Edeka Südbayern Handels Stiftung & Co. KG favorisiere aber eindeutig das Obi-Gelände, da es nicht nur viel einfacher und großzügiger sondern auch zeitnah entwickelt werden könnte. Auf der anderen Seite bewertete der Einzelhandelsgutachter den Standort an der Hopfener Straße als verträglicher, da der Markt dort kleiner und ohne Drogerie geplant sei, so die Stadtverwaltung. Zudem liege er näher an Wohngebieten.

Auch mit Blick auf die städtebaulichen Ziele, die der Stadtrat im Bebauungsplan „N10-Moosangerweg-Ost“ festgelegt hat, scheint diese Lösung städtebaulich geeigneter zu sein, erklärte Hauptamtsleiter Peter Hartl. Um den zentralen Versorgungsbereich in der Innenstadt zu schützen, müssen hier Handelsbetriebe mit zentrenrelevanten Sortimenten gesondert geprüft werden. In manchen Fällen können sie als nicht zulässig eingestuft werden. Dazu erließ der Stadtrat auch eine Veränderungssperre gegen die Aldi geklagt hatte (der Kreisbote berichtete).

„Diese Sortimentsbeschränkungen betreffen zwar auch den Standort Hopfener Straße, könnten aber dort räumlich begrenzt auf den Ersatzstandort verträglich aufgehoben werden“, erklärte Hartl. Schließlich entstehe dort nicht wirklich ein neuer Markt. Daneben müsse die Stadt auch die landesplanerischen Vorgaben, Auswirkungen auf ISEK und dessen Ziele im Blick haben. Denn die Stadt werde auch künftig auf Zuwendungen aus dem Bayerischen Städtebauförderprogramm angewiesen sein. Diese könne die Lechstadt aber nur erwarten, wenn sie sich auch an die Ziele des ISEK hält.

Die Entscheidung über die Zukunft des Edeka-Markts dürfte im Füssener Stadtrat also heiß diskutiert werden.

Katharina Knoll

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