Eingriff in die Kulturlandschaft?

Droht das nächste Bürgerbegehren in Nesselwang? - »Freunde der Maria-Trost-Allee« sammeln Unterschriften

Wiese in Nesselwang
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Dieses Bild zeigt den Bereich hinter dem Gasthof Sonnenbichl, in dem der Neubau der beiden Gebäude geplant ist. Im Hintergrund ist der Säuling zu sehen, auf der rechten Seite die Rückseite des Gasthofs, auf der linken Seite das Hinweisschild zur Wasserreserve der ehemaligen „Bärenbrauerei“.
  • vonSelma Höfer
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Nesselwang – Ein Bürgerbegehren gegen die geplanten Gebäude beim Gasthof Sonnenbichl in Nesselwang startet jetzt die Interessengemeinschaft (IG) „Freunde der Maria-Trost-Allee“. „Uns ist wichtig, dass bei diesem für Nesselwang bedeutungsvollen Bauvorhaben die Bürger direkt mitentscheiden können“, sagen Roland Wagner und Rita Blumenthal, zwei Vertreter des Bürgerbegehrens.

Nachdem im Oktober 2019 bekannt wurde, dass beim Gasthof Sonnenbichl zwei weitere Gebäude gebaut werden sollen, gründeten besorgte Nesselwanger die Interessengemeinschaft (IG) „Freunde der Maria-Trost-Allee“. Ihre Bedenken: Die geplante Erweiterung an dieser für Nesselwang so markanten Stelle um zwei weitere Gebäude stelle einen gravierenden Eingriff in die Kulturlandschaft dar. Würde das Bauvorhaben an dieser exponierten Lage realisiert, würde das eine weitere Zersiedelung darstellen. Die Ansicht von Nesselwang und der mehr als 150 Jahre alten Maria-Trost-Allee wären unwiederbringlich zerstört, befürchtet die IG.

„Unser Ziel ist es, die einzigartige Landschaft von Nesselwang am Fuße unseres Hausberges und den wertvollen Lebensraum zu erhalten, zu schützen und grundsätzlich von Bebauung freizuhalten“, bringt es Gerhard Korn, einer der Mitbegründer der IG, auf den Punkt.Ihre Bedenken teilten die Mitglieder der IG im Februar 2020 schriftlich den Marktgemeinderäten und der Marktverwaltung mit. Im März überreichten sie schließlich vor einer Gemeinderatssitzung dem damals amtierenden Bürgermeister Franz Erhart (CSU) mehr als 500 Unterschriften, die sich gegen die geplante Erweiterung aussprechen. In einem ersten Gespräch zwischen Vertretern der Marktgemeinde und der Interessengemeinschaft wurden schließlich Argumente ausgetauscht. Die Interessengemeinschaft befürchtet jedoch, dass die Bürger nur noch schwer Einfluss nehmen können, wenn die Planungen fortschreiten.

IG verteilt Unterschriftenlisten

Deshalb möchte die IG mit Hilfe eines Bürgerbegehrens erreichen, dass die Nesselwanger Bürger in die Planungen am ehemaligen Gasthof Sonnenbichl noch eingreifen können. „Wir sind uns der Brisanz dieses Themas durchaus bewusst und wollen deshalb offen mit allen Beteiligten diskutieren. Ein fairer und sachlicher Umgang ist uns wichtig.“, sagt Stefan Boerboom, ein weiterer Sprecher der IG.

Ab dem heutigen Samstag, 27. März, haben die Nesselwanger Bürger deshalb die Möglichkeit, mit ihre Unterschrift einen Bürgerentscheid zu beantragen. Voraussetzung ist, dass mindestens zehn Prozent der wahlberechtigten Nesselwanger – 270 Bürgerinnen und Bürger – sich beim Bürgerbegehren beteiligen. Auch wenn der Zeitraum für die Unterschriftensammlung zum Begehren nicht begrenzt ist, rechnen die Initiatoren mit einer regen Beteiligung der Nesselwanger. Sie bitten um einen zeitnahen Rücklauf der Unterschriftenlisten.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens werden die Unterschriftenlisten in den kommenden Tagen an alle Haushalte in Nesselwang verteilen. Weitere Listen können Interessierte online unter www.bürgerbegehren-sonnenbichl.de herunterladen. Abgegeben werden können diese Listen an mehreren Stellen in Nesselwang: in der Kurapotheke zu den üblichen Öffnungszeiten und beim Reisebüro Alpspitz-Tours. Beim Café Mokka ist ein Briefkasten installiert, wo die Listen eingeworfen werden können. Außerdem nehmen die Vertretern des Bürgerbegehrens die Unterschriftenlisten auch entgegen.

hoe

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.bürgerbegehren-sonnenbichl.de.

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