Der Duft des Goldes

„Fugger und der Duft des Goldes – Die Entstehung des Kapitalismus“ heißt ein Buch von Harald Parigger, das die Gymnaisasten Maike Glöckner, Antonio Kuhnt und Benedikt Litz kürzlich im Deutsch- beziehungsweise Geschichteunterricht durchgenommen haben und das sie „interessant“ fanden. Daher war es kein großes Wunder, dass der Schülerin aus der Klasse 5d sowie ihren beiden Schulkameraden aus den Klassen 5b und 7a auch die Lesung, die neulich in der großen Dreifachturnhalle ihrer Schule stattgefunden hatte, „gut gefallen“ hat, wie sie übereinstimmend erklärten.

Dann gingen die Meinungen des elfjährigen Mädchens und der beiden elf sowie zwölf Jahre Jungen ein wenig auseinander. Während es Glöckner nämlich genossen habe, dass der Autor des Buches kürzlich rund 70 Schülern aus zwei fünften und einer siebten Klasse des Gymnasiums höchstpersönlich Teile aus seinem Jugendbuch vortrug, gaben Kuhnt und Litz zu, es „etwas langweilig“ gefunden zu haben, bereits selber Gelesenes noch einmal vorgesetzt bekommen zu haben. Die Lesung gehörte zum Rahmenprogramm der Landesausstellung „Bayern – Italien“, die vom Mai an auch in Füssen stattfindet, und sollte die Schüler nach den Worten des stellvertretenden Schulleiters Thomas Schauer „für dieses Ereignis interessieren.“ Schließlich nehme Pariggers Buch unter anderem Bezug auf die Handels- und Geldgeschäfte, die das seit dem 14. Jahrhundert in Augsburg ansässige Geschlecht der Fugger eben auch mit Italien unterhalten gehabt hatte. Harald Parigger hat den Schülern laut Rektor Schauer mit seinem Buch gleichzeitig gezeigt, dass Geld die Welt regiere „und wohin das Ganze führen kann.“ Viele Fragen Während einer viertelstündigen Lesepause der etwa zweieinhalb Stunden lang dauernden Lesung „bombardierten“ denn auch besonders interessierte Schüler Parigger mit Fragen wie etwa: „Wann schreiben sie ihre Bücher?“ „Wie sind sie zum Schreiben gekommen?“ und „Wieviel Geld haben sie bisher mit dem Schreiben verdient?“ Indem manche Gymnasiasten damit wohl teilweise ihr Interesse am Kapitalismus bekundet haben dürften, interessiere die Landesausstellung „Bayern – Italien“ zumindest Maike Glöckner, Benedikt Litz und Antonio Kuhnt „nicht so sehr“, wie sie am Ende wieder einhellig unterstrichen.

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