Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an

Coronakrise: Füssen und Schwangau sperren Wanderwege

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Während Schwangau seine alpinen Wanderwege bereits gesperrt hat, will die Polizei an Ostern verstärkt Wege und Hütten kontrollieren.

Füssen/Landkreis – Das vergangene Wochenend hat bestätigt, was die Sicherheitsbehörden befürchtet haben: Trotz der Ausgangsbeschränkungen ist der Königswinkel für viele nach wie vor ein beliebtes Ziel. Die Stadt Füssen und die Gemeinde Schwangau reagieren deshalb und sperren ihre Wanderwege. 

Der Füssener Polizeichef Edmund Martin kündigt unterdessen verstärkte Kontrollen seiner Beamten für das anstehende Wochenende an. 

So erfreulich die schöne Wetterprognose für den Start der Osterferien auch ist: Die Verantwortlichen in den touristischen Hotspots sehen diese Wetteraussichten angesichts der Corona-Krise eher mit sorgenvoller Miene. 

Die Stadt Füssen hat sich deshalb in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden entschieden, die vielen beliebten und stark frequentierten Wanderparkplätze sowie die Wanderwege in mittleren und höheren Lagen rund um Füssen zu sperren. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstagmittag mit. 

Von den Sperrungen betroffen sein werden die öffentlichen Parkplätze, vor allem die gerne genutzten Wander- und Radwanderparkplätze am Alatsee, am Weißensee, am Mittersee, am Hopfensee sowie am Bootshafen am Forggensee. 

Hintergrund dieser Maßnahme ist laut Hauptamtsleiter Peter Hartl dass trotz Ausgangsbeschränkung am vergangenen Wochenende Tagesgäste aus dem näheren und weiteren Umkreis für Wanderungen und Bergtouren ins Füssener Land gekommen sind (der Kreisbote berichtete). „Mit der Sperrung der Parkplätze soll ein deutliches Signal geschaffen werden, dass, zur Sicherheit aller, momentan kein Tagestourismus stattfindet!“ 

Die Stadt zieht damit die Konsequenzen aus der Allgemeinverfügung der Staatsregierung und der angesichts der Wetterprognosen zu erwartenden Besucher und Gäste. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief die Bevölkerung dazu auf, sich an die Ausgangsbeschränkung zu halten und - außer kurzen Sport-Einheiten alleine oder mit der Familie - zu Hause zu bleiben. Dazu gehört natürlich auch der Verzicht auf Wanderungen und Bergtouren. 

Momentan sollte das Gesundheitssystem nicht unnötig belastet und auf alle Aktivitäten, die ein Verletzungsrisiko bergen, verzichtet werden. Die Freizeitaktivitäten sollten sich zudem auf die nähere Umgebung beschränken und nicht mit weiteren Hin- und Rückfahrten verbunden sein.

Schwangau reagiert ebenfalls

Die Gemeinde Schwangau hat bereits zum 1. April ihre alpinen Wanderwege gesperrt, wie Bürgermeister Stefan Rinke auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Die Schließung soll vorerst bis zum 19. April gelten. „Wir gehen davon aus, dass auch aus Sicht der Polizei eine Wanderung im Gebirge keinen triftigen Grund für das Verlassen der Wohnung darstellt“, teilte er mit. 

Mit dem Verzicht auf Bergtouren und auf alle Aktivitäten, die ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringen, soll eine unnötige Belastung des Gesundheitssystems vermieden werden, so der Rathauschef weiter. „Mit der Sperrung der alpinen Wanderwege unterstützt die Gemeinde Schwangau den Appell der Bergwacht Bayern und des Deutschen Alpenvereins gemeinsam Verantwortung für Ältere, Kranke und alle Risikogruppen zu übernehmen und daheim zu bleiben.“ 

Je mehr Menschen jetzt auf den Berg gingen, desto größer sei das Risiko bei Rettungseinsätzen für die Spezialkräfte. Zumal die die Wahrscheinlichkeit für die Einsatzkräfte, bei einem Einsatz mit Infizierten in Kontakt zu kommen, täglich steige. „Wenn wir uns jetzt an die Verhaltensregeln, die uns Politik und Wissenschaft vorgeben halten, können wir alle bald wieder die einzigartige Schwangauer Bergwelt genießen!“

Polizei wird verstärkt kontrollieren

Füssens Polizeichef Edmund Martin kündigte unterdessen gegenüber dem Kreisbote an, dass die Polizei auch am Wochenende verstärkt die Einhaltung der Allgemeinverfügung kontrollieren werde. „Da ja jetzt die Stadt Füssen die Ausflugsparkplätze sperrt, werden wir dies überwachen, aber auch die Ausflügler auf die bestehende Allgemeinverfügung hinweisen. Zusätzlich machen wir Fuß- und Fahrradstreifen, und werden auch wieder den Polizeihubschrauber an beiden Tagen im Einsatz haben“, erklärte er. Anfang kommender Woche sollen dann die Erfahrungen vom Wochenende ausgewertet und Maßnahmen für das lange Osterwochenende festgelegt werden.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten die Beamten nach eigenen Angaben verschiedene Verstöße gegen die Allgemeinverfügung, vor allem im Bereich Alatsee, Saloberalm und Schwangauer Rohrkopfhütte festgestellt.

Matthias Matz

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