"Eden" in Reutte

Einen Blick hinter die Kulissen des Seniorenwohnheims konnte man am Freitag werfen. Hier wurden die Pflegekonzepte oder auch die Edenalternative vorgestellt. Foto: Sommer

Knapp zwei Jahre, und damit länger als geplant, haben die Bauarbeiten gedauert. Etwas teurer wurde es auch. Dafür konnten die Vertreter der Kommunalpolitik dem Landeshauptmann ein gelungenes Seniorenheim präsentieren, das in Anwesenheit Günter Platters von den Reuttener Pfarrern geweiht wurde. Das „neue alte“ Haus, um eine Etage erweitert, bietet Platz für 63 Senioren und ist nach dem Eden-Konzept ausgerichtet.

Die vorgegebenen 4,1 Millionen Euro habe man fast halten können, freute sich Bürgermeister Alois Oberer bei der Einweihung der neuen Räume und des Seniorenheims in der Allgäuer Straße. Gemeinsam nahmen Dekan Franz Neuner und Pater Werner Gregorschitz sowie der evangelischen Pfarrer Mathias Stieger die Segnung des Heims vor, das während der vergangenen zwei Jahre vollkommen umgebaut worden war. Neben einer weiteren Etage für den Wohnraum war das Gebäude gedämmt und die Bewohnerzimmer umgebaut worden. Das Architekturbüro Walch hatte die Planungen ausgeführt, unerwartete Arbeiten hatten aber neben dem Bauverzug auch zu einer Steigerung der Kosten geführt. Im Zusammenhang mit dem Umbau wurde auch das Konzept des Hauses geändert, das Pflegedienstleiterin Marie Luise Witting vorstellte. Es ist eine völlige Neuausrichtung des Heimes nach der Eden-Alternative. „Unser Ziel ist die nachhaltige Beseitigung von Einsamkeit, Nutzlosigkeit und Langeweile für hochbetagte Menschen durch ein neues Denken über Alter, Altern und Pflegebedürftigkeit. Im Alltag werden von uns zehn humanistische Werteprinzipien gelebt“, erklärte die Leiterin des Pflegedienstes. Oberer sagte, dass das „Haus zum guten Hirten“ das erste in Österreich sei, das offiziell nach dem Eden-Prinzip geführt werde: „Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“. Unter anderem ermöglicht das Konzept, dass die Bewohner sich auch weiterhin engagieren können, beispielsweise als Organist für die Messen. Auch das Halten von Haustieren ist möglich, nicht nur Wellensittich und Goldfisch sondern Katzen und sogar Hunde sind gern gesehen. Nur das spezielle Pflegebett ist für jeden Bewohner fest, darüber hinaus kann sich jeder sein Zimmer nach eigenen Vorstellungen einrichten, Schreibtisch oder Schrank und Kommode mitbringen und so sein Heim ins Wohnheim mitbringen. Zur Einrichtung und Ausrichtung des Hauses betonte Dekan Neuner: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der man ist, was man leistet. In diesem Haus ist es anders, hier steht Wertschöpfung für einen anderen Sinn. Hier wird der Mensch nicht primär von seinen Defiziten her gesehen. Die Würde des Menschen ist schließlich unantastbar.“ Die Bewohner würden auch nicht nur empfangen, sie könnten noch „so viel schenken“.

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