Nach zehn Jahren ist Schluss

Der Ex-Landtagsabgeordnete Wengert schließt sein Büro in Füssen

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Von seinem Büroteam in Füssen mit Katharina Schrader (links), Brigitte Protschka (rechts) und Claudia Perzl hat sich Dr. Paul Wengert (SPD) verabschiedet, nachdem er nicht mehr dem bayerischen Landtag angehört und sein Büro in Füssen schließen muss.

Füssen – Der Füssener Sozialdemokrat Dr. Paul Wengert ist seit Anfang November, als die Abgeordneten des neuen bayerischen Landtags ihre Plätze im Maximilianeum einnahmen, nicht mehr dabei. Sein vor zehn Jahren im AOK-Haus in der Füssener Marienstraße 18 angemietetes Büro muss er deshalb schließen.

Er wolle „aber nicht klammheimlich zusperren“, so Wengert. Daher empfing der ausgeschiedene Landtagsabgeordnete und ehemalige Füssener Bürgermeister mit seinem Team kurz vor Weihnachten Nachbarn und Wegbegleiter. Dabei machte Wengert schnell deutlich, dass er – wenn auch nicht als Landtagsabgeordneter– sein politisches Engagement fortsetzen will. Nachdem er ein Sabbatjahr ankündigte, widerlegte er sich mit den nächsten Sätzen im Grunde aber bereits wieder selbst, indem er aufzählte, wo sein Einsatz weiterhin öffentlich zu beobachten sein wird. Bei servierter Gulaschsuppe und dem Griff nach Häppchen ging es im ersten eher inoffiziellen Teil darum, wie Wengert die ehemalige Lehrküche der AOK als Mieter so umbauen ließ, dass daraus in recht zentraler Lage eine Anlaufstelle für die Füssener Bürger werden konnte. 

Es waren, so Wengert, viele, die sich persönlich an ihn als Abgeordneten und sein Büroteam mit Claudia Perzl, Brigitte Protschka und Katharina Schrader wandten, um ihr Anliegen vorzutragen. Die drei Fachfrauen sind derzeit auf Jobsuche und sind durchaus davon überzeugt, ihre Kompetenzen beruflich bald an anderer Stelle einsetzen zu können. 

Wengert, Jahrgang 1952, war bekanntlich Bürgermeister in Füssen und anschließend Oberbürgermeister in Augsburg. Als Landtagsabgeordneter hatte er am 7. Februar 2009 sein Büro in der Marienstraße eröffnet. Da er in Füssen wohnt, wird er auch weiterhin ein persönlicher Ansprechpartner vor Ort in der Lechstadt sein. Wengert erwähnte in seiner Ansprache auch, dass bei den Kontakten „nicht nur Probleme abgeladen worden sind. Gelegentlich kamen die Leute auch um Dankeschön zu sagen, weil wir ihnen helfen konnten.“ Wengert sagte: „Beim Auflösen der Aktenordner ist es uns erst wieder bewusst geworden, mit wie vielen unterschiedlichen Themen und Problemen wir uns befasst haben – neben der parlamentarischen Arbeit im Landtag und seinen Gremien, wo ich in meinen zehn Jahren Parlamentszugehörigkeit drei Ausschüssen angehört habe.“ 

Wengert war demnach im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur, Technologie und Verkehr. Er gehörte des Weiteren dem Ausschuss „Staatshaushalt und Finanzfragen“ an. Im dritten Ausschuss, in den er seine Ideen einbringen konnte, ging es um Kommunales, Innere Sicherheit und Sport. Wengert verwies unter anderem auf die 16. Wahlperiode, in der er Wirtschafts- und verkehrspolitischer Sprecher sowie tourismuspolitischer Sprecher war. Bekannt ist der SPD-Politiker und promovierte Jurist vor allem auch durch seine ehrenamtlichen Führungsfunktionen als Präsident im Chorverband Bayerisch Schwaben und beim Bayerischen Roten Kreuz. 

Iacob und Deckwerth danken Wengert 

In seiner Würdigung der politischen Arbeit von Wengert vor Ort, betonte Bürgermeister und Sozialdemokrat Paul Iacob: Wengert habe sich bei Sachfragen „nicht eingemischt, sondern eingebracht“. Der Ex-Landtagsabgeordnete werde „die Verantwortung für die Region nicht ablegen. Unsere Aufgabe ist nicht beendet!“, so Iacob weiter. 

SPD-Nachrückerin Ilona Deckwerth, ebenfalls aus Füssen, musste aufgrund des schlechten Wahlergebnisses der SPD schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Landtag ausscheiden. Sie dankte Wengert, der sie bei ihrem Start im Landesparlament mit seiner Erfahrung kollegial unterstützt habe. Deckwerth hat ihr Büro in Kempten bereits aufgelöst. Wie sie dem Kreisbote auf Nachfrage sagte, wird sie im Frühjahr wieder als Lehrerin arbeiten. 

Rück- und Ausblick fanden in der kurzen Ansprache zusammen, als Wengert sagte: „Als ich mein Mandat antrat , konnte ich in der Zeitung lesen, dass zum ersten Mal ein Füssener Bürger in den bayerischen Landtag einzieht. Ich hoffe nun, dass ich nicht der letzte sein werde.“ Wie von ihm noch zu erfahren war, möchte er den Schlüssel eigentlich nicht an die AOK zurückgeben. „Wenn es mir gelingen sollte, einen Untermieter für zwei Räume zu finden, werde ich selbst dem Haus mit einem Büroraum erhalten bleiben.“

cf

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