Flächen für das "Allgäuer Dorf": Nutzungskonzept gib es noch nicht

Wohnungen oder Gewerbe?

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In bester Lage im Norden von Füssen sollte einst das Tourismusprojekt „Allgäuer Dorf“ entstehen. Was aus dem Areal wird, ist auch vier Jahre nach dem Aus für das Vorhaben unklar.

Füssen – Im Sommer 2013 mussten die Pläne für das Tourismusprojekt „Allgäuer Dorf“ beerdigt werden, da Schwangau hart blieb. Seitdem stellt sich die Frage, was mit den Flächen im Norden der Stadt geschehen soll. Wirklich konkrete Ideen gibt es aber immer noch keine.

Fest steht zumindest, dass das rund acht Hektar große Areal mittlerweile im Besitz der Stadt Füssen ist, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Gespräch mit dem Kreisbote bestätigte. Dass das Projekt „Allgäuer Dorf“ seinerzeit platzte, stört ihn vier Jahre später immer noch. „Es ist bedauerlich, dass es gescheitert ist“, so Iacob. Ein neues Konzept für die Grünfläche habe er allerdings noch nicht in der Schublade. „Wir haben im Moment nichts damit vor.“ So sei eine künftige touristische Nutzung ebenso denkbar wie eine industriell-wirtschaftliche oder auch Wohnbebauung. Zunächst müssten aber mehrere Faktoren und mögliche langfristige Entwicklungen analysiert werden.

„Wir müssen sehen, wie entwickelt sich die Stadt und was kann man da machen“, erklärte er. „Es sind viele Möglichkeiten denkbar. Hinter den Kulissen laufen Gespräche und Gedankenspiele.“ Aber diese müssten noch reifen. Vorrang habe zumindest beim Wohnungsbau zunächst aber schon allein von Gesetz wegen die Nachverdichtung. Als mögliche Beispiele nannte er die Kemptener- oder auch Augsburger Straße. 

Keine fertigen Konzepte 

In den Fraktionen des Stadtrates gibt es ebenfalls noch kein fertiges Konzept für die freien Flächen oder eine eindeutige Präferenz für deren Nutzung, wie Recherchen des Kreisbote ergaben. So teilte SPD-Fraktionschef Lothar Schaffrath auf Anfrage zwar mit, dass sich die SPD-Stadträte zusammen mit Iacob Gedanken gemacht hätten. „Mit ihm sind wir der Meinung, dass das wichtige Zukunftsflächen der Stadt sind.“ Von daher verbiete sich ein „unüberlegter Schnellschuss“. „Wahrscheinlich wird sich eine Mischung aus Gewerbe und Wohnbebauung anbieten“, teilte er mit. Eine Rolle bei der Entscheidung könnte auch die weitere Entwicklung des Festspielhauses spielen, so der Fraktionschef weiter. Vorrang nach Ansicht der SPD hätte aber zunächst die weitere Entwicklung der Innenstadt und der Ortsteile. 

„Gründliche Überlegungen und eine qualifizierte Bestandsaufnahme“ mahnen auch die Christsozialen im Füssener Stadtrat an. Allerdings habe man das Thema wegen anderer dringlicherer Dinge laut Fraktionsvorsitzendem Heinz Hipp noch nicht grundlegend behandelt. „Es steht schon einmal fest, dass es in Füssen so gut wie keine Flächen für Gewerbeansiedlungen mehr gibt“, so Hipp weiter. „Diese müssen auch immer im Zusammenhang mit der Schaffung von Wohnraum gesehen werden.“ 

Konkreter erscheinen da die Vorstellungen der Freien Wähler. Oder zumindest Wünsche, wie es Stadtrat Andreas Ullrich formuliert, die sie gerne mit den anderen Fraktionen und der Verwaltung diskutieren würden. Denn bisher seien die Freien Wähler anscheinend die einzigen, die sich aktiv um ein Vorantreiben des Themas bemühen würden. „Hier besteht die Möglichkeit, Gewerbe anzusiedeln und oder sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen“, erklärte Ullrich. 

Keine Schnellschüsse 

Auch die Stadträte von Füssen-Land haben sich nach Angaben von Herbert Dopfer bislang noch nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt. „Bekannt ist aber, dass in Füssen Flächen fehlen für Gewerbeansiedlung, auch kleinere oder touristische Betriebe, Flächen für sozialen Wohnungsbau oder auch für einheimische Bauwillige mit dem etwas kleineren Geldbeutel“, so Dopfer weiter. All dies wäre aber auch in Kombination möglich. Genau wie seine Kollegen aus den anderen Fraktionen warnt aber auch Dopfer vor unüberlegten Schnellschüssen. „Allerdings sollten wir uns keinen Druck machen“, appellierte auch Stadtrat Herbert Dopfer. „Hier sollte genau abgewogen werden wie das weitere Vorgehen aussehen soll.“

Matthias Matz

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