Dr. Günther Beckstein zu Gast bei den "Hohenschwangauer Begegnungen"

"Macht ist eine Droge"

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Im Gespräch: Dr. Günther Beckstein (links), Ministerpräsident a. D., und Prof. Dr. Ferdinand Kramer bei den jüngsten „Hohenschwangauer Begegnungen“.

Hohenschwangau – Seine Amtszeit war eine der kürzesten in der Geschichte der bayerischen Ministerpräsidenten. Dennoch hatte Dr. Günther Beckstein jüngst bei den „2. Hohenschwangauer Begegnungen“ im „Museum der bayerischen Könige“ viel zu erzählen.

Und so bekannte der ehemalige Spitzenpolitiker der CSU vor den rund 40 Besuchern und seinem Gesprächspartner Prof. Dr. Ferdinand Kramer nicht nur, dass es ihm bei seinem Einstieg in die Politik in erster Linie darum gegangen sei, „unmittelbare Macht“ zu erhalten. 

Bei der Diskussion um das Thema „Demut und Macht“ mit dem Vorstand des Instituts für Bayerische Geschichte der LMU München und der Kommission für Landesgeschichte bei der Akademie der Wissenschaften unterstrich Beckstein aber auch, während seiner Regierungszeit als Landesvater des Freistaats von 2007 bis 2008 stets versucht zu haben, demütig zu sein. 

Denn „Macht ist eine Droge“, die in der Bundesrepublik „vielfältigst kontrolliert“ werde „und das ist gut so“, betonte der protestantische Franke Beckstein. Um ihn daran zu gemahnen, dass „ein Bettler vor dem Herrgott dieselbe Menschenwürde hat, wie ein Ministerpräsident“, hatte er in seinem Dienstzimmer eine Figur des Heiligen Antonius der Bettler stehen. 

"Schmerzlicher Schritt" 

Gerade weil der Posten des Ministerpräsidenten allerdings auch „ein unglaublich faszinierendes Amt“ sei, sei es ein „sehr schmerzlicher Schritt“ gewesen, 2008 zurückzutreten. Aber: „Das war auch richtig,“ dokumentiert Beckstein, dass er die zwei Gegensätze Demut und Macht durchaus in Einklang zu bringen bestrebt gewesen sei. 

Da man „eigentlich nicht ordentlich darauf vorbereitet“ werde, das Ministerpräsidentenamt zu übernehmen, habe er erst mit der Zeit gelernt, „was man machen soll und was man besser nicht gemacht hätte“, antwortete Beckstein auf Kramers Frage, wie die Amtseinführung eines Ministerpräsidenten überhaupt vonstatten gehe. 

So gab er gegen Ende des Gesprächs denn auch zu, dass „manches schon belastend“ und vor allem der „Mediendruck sehr groß“ sei. Das habe er einmal besonders nach einem Besuch in Erding gespürt. Dort hatte er bei einer Rede nach etwas zu trinken gefragt und daraufhin einen mit viel Schaum und wenig Bier gefüllten Maßkrug erhalten, was er dann schließlich so kommentierte: „Davon kann man ja zwei Maß trinken und immer noch Auto fahren.“ 

Ein Satz, nach dem der deutsche Boulevard damals geschrieben habe: „Beckstein: Nach zwei Maß kann man noch Autofahren.“

lex

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