Ingrid Bräutigam eröffnet ihre Ausstellung "Faszination Natur" in der KiK-Galerie in Enzensberg

Lebendig wirkende Kompositionen

+
Künstlerin Ingrid Bräutigam (rechts) unterhält sich vor ihrem Gemälde „Abgeerntet“ mit der Kulturteam-Leiterin Christine Spengler in der KiK-Galerie der Fachklinik Enzensberg.

Hopfen am See – Wiedersehen macht Freude: Die erneute Begegnung in der KiK-Galerie der Fachklinik Enzensberg mit der Bilderwelt von Ingrid Bräutigam nach zehn Jahren entwickelt sich bei einem Rundgang zum nachklingenden Erlebnis fürs Auge des Betrachters

„Faszination Natur“ ist der gut passende Titel dieser Ausstellung, die bis 1. März gezeigt wird. „Natürlich sehenswert“: dieses Prädikat galt für das Ausstellungsjahr 2014 an der Fachklinik in Hopfen. Christine Spengler und ihr Kulturteam knüpfen mit der ersten Ausstellung im neuen Jahr nahtlos an das hier gewohnt hohe künstlerische Niveau an. Im Rahmen der gut besuchten Vernissage war darüber hinaus zu entdecken, dass Moritz Kinker, der die Gäste mit Livemusik begrüßte, nicht nur ein toller Gitarrist, sondern auch ein Sänger mit einer warmen, stark berührenden Stimme ist. So in Stimmung versetzt, standen die Kunstfreunde vor den Acrylgemälden mit Motiven aus dem Tier- und Pflanzenreich. 

Außerdem konnten die Besucher weiße Pferde aus der Camargue in Frankreich, Gockel und immer wieder farbenprächtige Blumen bewundern. Auch Kühe – Zenzi und Jogli – fehlen nicht in der Schau. Die Künstlerin, die in Oberbeuren ihr Atelier hat, wurde 2006 von Christine Spengler, wie sie dem Kreisboten erzählte, „sehr herzlich“ in die KiK-Galerie eingeladen. Jetzt bereitete sie zusammen mit ihrem Ehemann, Werner Bräutigam, die aktuelle Ausstellung vor. In ihrer Einführung kündigte die Leiterin des Kulturteams „eine bezaubernde Auswahl“ an. Ingrid Bräutigam, Jahrgang 1952, arbeitete in der Textilbranche, bis sie schwer erkrankt ist. Eine Neuorientierung war daher erforderlich. 

Stillleben ohne Kitsch 

Ihr Weg führte sie zur Kunst. Diese Tatsache, die im ausgehängten Kurzportrait nachzulesen ist, spielt jedoch keine Rolle, wenn es um die Qualität der Acrylgemälde geht. Die Malerin, die mit einem Handicap leben muss, bräuchte auch gar keinen solchen Bonus. Bei Werken aus dem Bereich Fauna und Flora droht immer auch die Gefahr, die Grenze zum Kitsch zu überschreiten. Die souverän malende Ingrid Bräutigam dagegen kommt nicht mal in die Nähe von solchen Geschmacklosigkeiten. Die Arbeiten überzeugen durch eine lebendig wirkende Komposition. 

Die Bilder wirken zu 100 Prozent farblich ausgereift. Im Gegensatz zu anderen künstlerischen Autodidakten darf ihr Professionalität bescheinigt werden. Jedes der 54 Werke beweist: Ingrid Bräutigam hat ihre Handschrift gefunden. Geschmacksache ist, wenn sie ein gelungenes Gemälde noch mit Fundsachen aus der Natur garniert, wodurch sie in die dritte Dimension vorstoßen kann. Der geflochtene Rahmen für ein klassisches, saftiges Stillleben jedoch ist in der Tat eine gute, faszinierende Idee. 

Für Patienten, Besucher und auch für das Klinikpersonal sind Ingrid Bräutigams sehenswerte Gemälde nicht zuletzt aber auch der willkommene Kick zur Aufheiterung an grauen Januar- und Februartagen.

Chris Friedrich

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro

Kommentare