Eine Epoche geht zu Ende

Oberstleutnant Bodo Venn (im Vordergrund links) bedankt sich bei seinen Soldaten für den geleisteten Dienst. Foto: Schuster

Sie sind die Letzten: 39 Wehrdienstleistende werden am 30. Juni aus der Bundeswehr und aus den beiden in Füssen stationierten Bataillonen ausscheiden, und mit ihnen Tausende bundesweit. Danach wird es keine Wehrpflichtigen mehr geben, denn der Wehrdienst ist nun ausgesetzt. Mit einem feierlichen Standortappell wurden die Gefreiten am Freitag vergangener Woche bereits feierlich verabschiedet.

„Wenn Sie in wenigen Tagen die Kaserne verlassen, endet mit Ihnen eine 54-jährige Epoche“, erinnerte Oberstleutnant Hans-Joachim Engelhaupt, Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, die scheidenden Soldaten. Denn die Wehrpflicht galt in Deutschland seit 1957. Er dankte den jungen Männern für ihren treuen und disziplinierten Dienst für das Land. „Bewahren Sie sich den Schwung, sich ständig weiter zu entwickeln – Einsatzbereitschaft und Einsatzfähigkeit sind Richtschnur unseres Handelns und auch in der zivilen Welt von großem Nutzen“, so der Kommandeur. „Die Gesellschaft braucht jetzt eine Kultur der Freiwilligkeit“, knüpfte sein Kollege, Oberstleutnant Bodo Venn, der dem Gebirgslogistikbataillon 8 vorsteht, an die Rede Engelhaupts an. Wer sich fortan freiwillig in den Dienst der Gesellschaft stellt, ob bei der Bundeswehr oder im zivilen Leben, dem dürfe das nicht zum Nachteil gereichen. Die Soldaten lobte er dafür, dass sie ein Prinzip hochgehalten haben. Nämlich das Prinzip, „dass man sich als Staatsbürger auch in den Dienst der Gesellschaft stellen kann und soll – egal ob verpflichtet oder in Zukunft freiwillig.“ Dafür, dass die 39 jungen Männer die Einberufung als letzte Wehrdienstleistende nicht umgangen haben, dankte Venn ihnen als Staatsbürger. Keine Sorgen Auch wenn Deutschland nun auf eine Freiwilligenarmee umstellt: „Ich mache mir keine Sorgen um die Einsatzfähigkeit“, erklärte Venn hernach gegenüber dem KREISBOTE. „Es gibt viele interessierte junge Burschen“, bestätigte Engelhaupt. Bereits seit dem 1. März werden nurmehr Freiwillige einberufen, 40 haben zum 1. April in Füssen ihren Wehrdienst begonnen, gab er an. Nur vier neue Soldaten seien ihm bisher für den 1. Juli gemeldet, doch die Freiwilligen zu verteilen, sei nun die Aufgabe des Zentrums für Nachwuchsgewinnung in München.

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