Eine halbe Stunde frei

Im Moment gilt in der Luitpoldstraße noch: 50 Cent für 30 Minuten parken. Bald soll die erste halbe Stunde kostenlos sein – genug Zeit für eine Erledigung in der Altstadt. Foto: Schuster

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PETER SCHUSTER Füssen – „Der Handel wird ,Juhu' schreien“, meinte am Dienstagabend Stadtrat Klaus Keller (FW), der auch Vorsitzender der Füssener Werbegemeinschaft ist. Er bedankte sich bei seinen Stadtratskollegen im Namen der Füssener Geschäftsleute dafür, dass sie soeben eine halbe Stunde freies Parken in der Innenstadt eingeführt hatten. Nach dem Ärger um die Werbeanlagen- und Außenbereichssatzung dürfte diese Nachricht die Gewerbetreibenden in der Altstadt freuen. Auch die Pendler würde die Stadträte bei den Parkgebühren gerne entlasten, hier drohen jedoch juristische Fallstricke. Eine ganze Chronik über die bisherige Parkraumorganisation der Stadt hatte Manfred Schweinberg von der Verwaltung den Stadträten vorgelegt. Einig waren sich die Räte zunächst, dass die Kirchstraße in Richtung Innenstadt zur Einbahnstraße werden soll, wie es die Polizei schon lange vorgeschlagen hatte. Denn gerade wegen der parkenden Autos am dortigen Straßenrand kommen zwei Fahrzeuge eh nicht aneinander vorbei, lautete die Argumentation. Das Parken sollte dort aber kostenpflichtig werden, so der Vorschlag. Durch den geplanten Hotelneubau an der Augsburger Straße werde ein Parkscheinautomat frei, der künftig in der Kirchstraße stehen könnte (rund 6000 Euro kostet so ein Gerät neu, wie Bürgermeister Paul Iacob, SPD, erklärte). Dafür hatte Gabriel Guggemos (FL) jedoch kein Einsehen. Zu viele Pendler, vor allem 400-Euro-Joberinnen, nutzen die Straße täglich zum Parken. „Wir können doch die Leute, die Füssen arbeiten, nicht weiter abzocken“, polterte er. Die Lösung: Ein Pendler-Karte, ähnlich eines Anwohner-Parkausweises, wie 3. Bürgermeister Andreas Ullrich (FW) vorschlug. Die könnte der Arbeitgeber gegen eine Jahresgebühr seinen Angestellten stellen, die dann nahe der Innenstadt parken dürfen. Das sei aber rechtlich bedenklich, wie Schweinberg warnte. Denn beim Parken auf gewidmeten Straße gilt die Straßenverkehrsordnung, die solche Pendler-Ausweise nicht vorsehe. Eine Art Abonnement-Karte müsse doch möglich sein, meinte Bürgermeister Paul Iacob (SPD), sie soll nun rechtlich geprüft werden. Bei der Frage, wo nun künftig für wieviel Geld geparkt werden dürfe, stand zunächst der Vorschlag im Raum, das freie Kurzzeitparken von der Inneren Kemptener auch auf die Luitpoldstraße auszudehnen. Die CSU-Fraktion ging jedoch noch weiter und stellte ihr Zwei-Zonen-Modell vor – und es stieß auf Anklang, zumindest bei den Meisten. Zu groß war Herbert Dopfer (Füssen-Land) die Zone 1, zu willkürlich war sie Ilona Deckwerth (SPD). „Die Stadt wurde nicht nach einer Quadratur geplant“, kritisierte sie. Die mit geraden Linien gezogene Zone, die die CSU per Beamer an die Wand werfen ließ „gibt die Stadt nicht wider“. Sie wollte zudem erst geklärt wissen, wieviel Geld der Stadt durch die freie halbe Stunde jährlich durch die Lappen gehe. Die „Zone 1“, in der man bis zu zwei Stunden parken darf – davon 30 Minuten kostenlos – soll im Südosten von der Spitalgasse begrenzt sein, nord-östlich von der Theresienstraße. Im Norden soll sie die Augustenstraße bis vor das Kino mit einbeziehen, ob die Quer dazu verlaufende Dr.-Samer-Straße dazu gehört oder draußen bleibt, ist noch zu klären. Die ehemalige Hanfwerke-Siedlung zählt jedenfalls mit dazu. Im Westen bildet die Glücksstraße die Grenze. Die außerhalb von „Zone 1“ gelegene „Zone 2“ soll in der kommenden Sitzung erst noch gestaltet werden. Gegen drei Stimmen bekannten sich die Räte zu der Lösung.

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