"Eine Integrationssportart"

Seit zwei Jahren schon hatte man darüber gesprochen, einmal ein Rollstuhl-Basketball-Spiel nach Lechbruck zu holen. Damals war Florian Fischer von Bürgermeister Angl empfangen worden, nachdem er mit der Nationalmannschaft an den Paralympics in Peking teilgenommen hatte. Nun hat Fischer seine Freunde und Teamkollegen des USC München und des RSV Murnau zu einem Freundschaftsspiel als Auftakt zum Jubiläumswochenende des SV Lechbruck, zusammengebracht.

60 zu 53 für das Team um Fischer endete das ungewöhnliche Basketballspiel, bei dem alles wie beim Spiel für „Fuß- gänger“ ist, nur dass die Spieler eben in extra sportlichen Rollstühlen sitzen. Es sei kein Behindertensport, so Florian Fischer, „ich nenne es eine Integrationssportart“. Heute spielen nicht nur Menschen mit Querschnittslähmung oder Gehbehinderung sondern auch viele ehemalige aktive Basketballer, die aufgrund einer Verletzung (etwa ein Kreuzbandschaden) den Sport als „Fußgänger“ nicht mehr ausüben können. Entwickelt hatte sich die Sportart nach dem zweiten Weltkrieg, quasi als Therapie für die Kriegsveteranen. In einem der rund 5 000 Euro teuren Sportrollstühle, die mit Gurten und Schutzbügeln ausgestattet sind, können aber auch Fußgänger wieder den Ball in den Korb befördern, der übrigens in derselben Höhe hängt wie beim regulären Spiel, auch die Spielfeldbegrenzungen und die Regeln sind die gleichen. Als Schiedsrichter hatte Fischer noch den Markus Merk des Basketball, Max Kindervater, gewinnen können. Kindervater hatte erst einige Wochen zuvor das Finale der Weltmeisterschaften im britischen Birmingham gepfiffen. Gewöhnungsbedürftig für den nicht eingeweihten ist das beständige Krachen, wenn die Rollstuhlfahrer Manndeckung betreiben. Im Eifer des Gefechtes kann es auch mal passieren, dass einer der tiefer gelegten Rollstühle umkippt. Wobei die Athleten zumeist ohne fremde Hilfe wieder auf die Räder kommen. Nach seinem Skiunfall hatte der Lechbrucker in Murnau den Sport kennengelernt und war anschließend auch durch die Schulen gezogen, um den Kindern zu zeigen, dass Rollstuhlfahrer nicht in dem Sinne krank sind und ein Rollstuhl auch nicht so schlimm ist. Das erklärt auch den großen Zuspruch der Veranstaltung. Um die 250 Zuschauer, darunter viele Kinder, waren in die Turnhalle gekommen, um das Match zwischen dem Universitätssportclub und dem Rollstuhlsportverein zu sehen.

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