Elbigenalper Krampusse zeigen Show der Extraklasse

Wildes Krampusstreiben

+
Schaurig-schön: Die Krampusse von Elbigenalp.

Elbigenalp – Es ist zum Fürchten: Der Berg tut sich in der Dunkelheit auf als breche die Hölle hervor. Bengalische Feuer laufen in Affengeschwindigkeit den Berg herunter. 

Schellen und Glocken scheppern rhythmisch, als scharrten die Krampusse ungeduldig mit den Hufen. Der Countdown läuft, lauter Herzschlag dröhnt aus den Lautsprechern. Dann kommen sie – die Krampusse von Elbigenalp. 

In höllisch rotes Licht getaucht, hüpfen und springen sie mit ohrenbetäubendem Krach in die Arena, die von zahlreichen Besuchern dicht umringt ist. In der Mitte des Kreises haben Feuerwehrmänner aus Elbigenalp beim Feuer schon nachgelegt. Funken sprühen, aber so manchem der 100 Krampusse aus dem ganzen Lechtal ist das immer noch viel zu wenig. Mit einem Reisigbesen schlägt der eine oder andere wütend in die Flammen und entfacht damit fast ein Höllenfeuer. 

Aber nicht nur zu „Huf“ verbreiten die grusligen Maskenmänner wohliges Grausen: in schaurig-schön dekorierten Wagen wie aus der Unterwelt zerren eingesperrte Krampusse an den Holzgittern, dass die Ketten nur so krachen, andere trommeln auf Blechfässern was das Zeug hält. Unter Hardrockklängen – extra für dieses Event von Andreas Kappeler von der Band „2erBeziehung“ komponiert – kommt es zum Showdown: Über den Zuschauern auf zwei Hebebühnen schwebend, fordert ein dreister Krampus den Oberkrampus zum Kampf: Wem gehört die „Vorherrschaft der Hölle“? Nach kurzem Gerangel in schwindelnder Höhe muss der Herausforderer aufgeben. 

Die Hölle wird weiter vom alten Herrscher beherrscht, der mit seinen riesigen Steinbockhörnern auf dem Kopf triumphierend zuschaut, wie sein Rivale hinab „ins Feuer“ springt. Verantwortlich für das Krampusteiben ist der Krampusverein Elbigenalp, dessen 60 Mitglieder in monatelanger Arbeit auf diesen Abend hin gearbeitet haben, der heuer wegen eines Trauerfalles um eine Woche verschoben werden musste. Von der Choreographie bis hin zu den wertvollen Fellen und Masken, die teilweise vom Holzbildhauer Hannes Mengl hergestellt wurden und bis zu sieben Kilogramm wiegen, haben sich alle ins Zeug gelegt. 

Ohne Sponsoren aber ginge es nicht. Dafür dankte „Stadionsprecher“ Frank Winkler ausdrücklich. Ursprünglich wollte der Verein mit diesem in viel kleinerem Rahmen begonnene Spektakel vor 14 Jahren Kindern die Angst vor dem gefürchteten Krampus nehmen. Nicht nur das scheint geglückt, auch das diesjährige „Krampustreiben“ war wieder ein Erfolg: Gruseln und Spaß in einem.

jl

Auch interessant

Meistgelesen

Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Spezieller Jahrgang macht den Direktor stolz
Sex-Attacke auf 15-Jährige
Sex-Attacke auf 15-Jährige

Kommentare