Lob für Hospizbegleiter

Die eigene Würde nicht vergessen

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Pfarrerin und Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg, Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach, hält ihren Festvortrag über „Die Würde des Menschen“.

Füssen – Die Würde des Menschen stand beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Hospizvereins Südliches Ostallgäu im Kaisersaal genauso im Fokus wie die Tätigkeit der derzeit 32 ehrenamtlichen Hospizbegleiter.

Schließlich habe der 2007 gegründete Verein „die Würde des Menschen am Ende seines Lebens“ in den Mittelpunkt seiner Bemühungen gestellt, wie dessen erste Vorsitzende Brigitte Engelhard-Lechner erläuterte. Aus diesem Grund sprachen unter anderen die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) sowie Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) dem Verein ihren Dank aus.

Nachdem Engelhard-Lechner den ehrenamtlichen Hospizbegleitern als „tragende Säulen in unserer Arbeit“ ein dickes Dankeschön ausgesprochen und deren Tätigkeit als „eine Qualität, die durch keine andere Profession zu ersetzen ist“, gelobt hatte, dankte auch der evangelische Pfarrer Joachim Spengler dem Verein. Vor den ungefähr 60 Besuchern im Saal würdigte er die „segensreiche Arbeit“. 

Anschließend hob Bürgermeister Iacob „die ungeheure Leistung“ hervor, wie er seinen „Respekt vor den Menschen“ ausdrückte, die unter „völliger Zurücknahme von eigenen Interessen“ ihren Dienst leisteten. Würden diese doch „Menschen helfen, nicht alleine zu sein“. Deswegen wünschte er ihnen „alles Gute und viel Kraft“ für die Zukunft. Furcht vor Tod nehmen Sterbende und schwerkranke Menschen hätten „in unserer Gesellschaft keine große Lobby“, wie der katholische Stadtpfarrer Frank Deuring betonte. 

Daher lobte Landrätin Zinnecker die Hospizmitarbeiter zuallererst dafür, dass sie „helfen, sterbenden Menschen die Furcht vor dem Tod zu nehmen“, was „keine leichte Aufgabe“ sei. „Das, was sie machen, kann man nicht genug wertschätzen“, sagte sie und fügte hinzu: „Sie ermöglichen ein würdevolles Sterben.“ Ihren „großen Respekt“ ausdrückend, wünschte sie dem Verein „viel Ausdauer und Energie“, bevor sie Engelhard-Lechner im Namen des Landkreises eine Geldspende übergab. 

Selbstbestimmt leben

Den von Christa Luitz an der Harfe musikalisch begleiteten Festakt rundete Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach, Pfarrerin und Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg, mit ihrem Vortrag „Die Würde des Menschen – eine ethische Positionsbestimmung“ ab. Darin unterstrich sie vor allem drei Kriterien, die ein würdevolles Leben ausmachten. Infolgedessen bedeute „in Würde leben“ einmal „versorgt sein“, zum zweiten „selbstbestimmt leben“ sowie außerdem „soziale Teilhabe ermöglicht bekommen“.

 Würde müsse indes „konkret erlebt werden“ und das geschehe in Beziehungen. Seien doch alle Menschen „aufeinander angewiesen“ und trügen „Verantwortung füreinander“. Daher gehöre zur Würde, „dass jeder die Verantwortung übernimmt, die ihm möglich ist“. An die ehrenamtlich engagierten Mitarbeiter des Hospizvereins richtete Barbara Städtler-Mach schließlich den Appell: „Vergessen sie nicht ihre eigene Würde!“

lex

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