Freude über ein gelungenes Projekt

Mit einem Festakt wird die Wiedereröffnung des Forggensee-Staudamms gefeiert

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Symbolischer Akt: Prof. Thomas Bauer (v. l.). Dr. Klaus Engels, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Thomas Pihusch, Eckhardt Rümmler, Dr. Rüdiger Detsch und Johann Gschwill zerschneiden das Blaue Band anlässlich der offiziellen Wiedereröffnung des Forggensee-Staudamms.

Roßhaupten – Jetzt ist es offiziell: Mit einem großen Festakt zum Abschluss der Reparaturarbeiten an der Dichtung des Forggensee-Staudamms in Roßhaupten haben am Donnerstag rund 60 an der Sanierung Beteiligte sowie Gäste die Wiedereinweihung des 1964 errichteten Damms gefeiert.

Nach etwa eineinhalbjähriger Bauzeit waren die 30 Millionen Euro teuren Renovierungsmaßnahmen an dem 300 Meter langen und 70 Meter tiefen Bauwerk zwar bereits Ende Juli erfolgreich abgeschlossen worden, um den Damm pünktlich zu den Sommerferien in Bayern für den Verkehr freigeben zu können. Die offizielle Abschlussfeier der Arbeiten und Freigabe des Dammes für den Verkehr erfolgte aber erst am vergangenen Donnerstag im Beisein zahlreicher Gäste mit dem symbolischen Durchschneiden des „Blauen Bandes“. 

Dr. Klaus Engels, der Direktor der Uniper Kraftwerke GmbH in Landshut, die das Wasserkraftwerk am Roßhauptener Staudamm betreibt, bezeichnete die Veranstaltung als „ein freudiges Ereignis“ und einen „wesentlich angenehmeren Termin als vor eineinhalb Jahren, als die Maßnahme verkündet werden musste“. Tatsächlich zogen die umfangreichen Sanierungsarbeiten an dem damals knapp 65 Jahre alten Staudamm einige erhebliche Probleme für die Region und den Tourismus – wie etwa die unterlassene Auffüllung des Forggensees mit Wasser im vergangenen Jahr – nach sich. Engels äußerte sich deshalb sehr froh, dass bei dieser „großen Herausforderung“, als die er die Erneuerung der Dammdichtung bezeichnete, letztlich „alles so geklappt hat, wie wir uns das vorgestellt haben“. An die Bürger der Anrainergemeinden gerichtet, sagte er: „Auch den Menschen rund um den Forggensee wollen wir danken, die die Baustelle und die damit einhergehenden Beeinträchtigen mit großem Verständnis begleitet haben.“ 

Aufwändige Arbeiten

 Die Erneuerung der Dichtung des Dammes war, wie mehrfach im Kreisbote berichtet, nötig geworden, weil das 1954 fertiggestellte Bauwerk nach 64 Jahren Auf- und Abstau die üblichen Alterserscheinungen zeigte. Umgehend wurde daraufhin ein zweistufiges Konzept entwickelt und umgesetzt: In der ersten Phase wurde der Dammgrund durch gezielte Zement-Injektionen vorbereitet. Durch diese Vorab-Injektionen von Zement an zahlreichen ausgewählten Stellen wurde der Untergrund gefestigt und für die Einbringung einer Erdbetonschlitzwand vorbereitet. Zusätzlich wurden weitere Messeräte für ein begleitendes Monitoring eingebracht und ergänzende Informationen über den Baugrund zur Planung der zweiten Phase gewonnen.

In dieser zweiten Phase wurde von der Dammkrone aus die Erdbetonschlitzwand mit überlappenden Lamellen eingebracht. Außerdem wurde ein neuartiges Glasfaser-Erfassungssystem eingebaut, das die bisherigen Messeinrichtungen ergänzt. Ab April 2018 richteten die beteiligten Firmen schließlich die über den Damm führende Straße und die Dammkrone wieder hergerichtet. 

Erleichtert drückte sich auch Dr. Rüdiger Detsch, Ministerialdirektor des Bayerischen Umweltministeriums, aus. Er betonte, dass damit „ein großes Projekt ein gutes Ende“ genommen habe und fügte hinzu, dass die Anlagensicherheit dabei „oberstes Gebot“ gewesen sei. Den Belangen der Natur sei dabei ebenfalls Rechnung getragen worden: „Die Wasserkraft sollte naturnah optimiert werden.“ 

Seine Freude über „etwas sehr Schönes“ drückte auch Prof. Thomas Bauer, Aufsichtsratsvorsitzender der Bauer Gruppe, aus. Bei der aufwändigen Dammabdichtung, die die Firma Bauer mittels ihrer hochmodernen Schlitzwandtechnik ausgeführt hat, handle es sich um „ein Schlüsselprojekt für das, wofür unsere Firma steht“, sagte er – nämlich „etwas zu tun, das den Menschen Nutzen stiftet.“ Nichts desto trotz habe dieses Projekt „eine harte Arbeit und eine große Herausforderung für unsere Firma“ dargestellt. Gleichzeitig habe diese Aufgabe „uns sehr viel Freude bereitet.“

"Große Bedeutung"

Den Forggensee ins Zentrum ihrer Ausführungen stellte die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), die dem Gewässer „eine große Bedeutung für uns in der Region“ beimaß und sich daher froh darüber ausdrückte, „dass es so gut gegangen ist.“ Außerdem wünschte sich Zinnecker, „dass das Dammbauwerk nun die nächsten 65 Jahre hält“, was ihr Eckhardt Rümmler, Vorstandsmitglied von Uniper, denn auch mehr oder weniger zusagte: „Die Sicherheit des Damms ist jetzt erst mal wieder gewährleistet“, sagte er.

lex

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