Der nächste Schritt

Stadt Füssen will ihre Häuser in der Ziegelwies sanieren

Im Rahmen eines Planungs- und Realisierungswettbewerb soll nun untersucht werden, wie die städtischen Liegenschaften in der Ziegelwies saniert werden können.

Füssen – Um der nach wie vor großen Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen nachzukommen, will die Stadt zum einen ihre Immobilien in der Ziegelwies sanieren und modernisieren und zum anderen neue Wohnungen bauen.

Wie das umgesetzt werden könnte, soll in einem Planungs- und Realisierungswettbewerb untersucht werden. Bei zwei Gegenstimmen sprach sich der Stadtrat jetzt für dieses Vorgehen aus. Konkreter soll es im Rahmen einer Klausurtagung werden, in der auch das weitere Vorgehen für die ehemaligen Flächen des „Allgäuer Dorfs“ besprochen werden soll (der Kreisbote berichtete). Ziel ist, auf der rund 5800 Quadratmeter großen Fläche in der Ziegelwies, die im Besitz der Stadt ist, neuen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. 

Dieses Ziel könne entweder durch eine sogenannte Nachverdichtung auf einzelnen Parzellen oder durch An- oder Ausbauten der bestehenden Gebäude oder durch Neubauten auf neuen Grundstücken erreicht werden. Für letzteres müssten aber die städtischen Grundstücke neu geordnet werden. Gleichzeitig sollen die städtischen Liegenschaften Ziegelwies 2,4,6,8,10,12,14 und 16 saniert und modernisiert werden. Auch über einen Teilabbruch der Gebäude wird demnach nachgedacht. 

Um hier Klarheit zu schaffen, schlägt die Stadtverwaltung einen Planungs- und Realisierungswettbewerb vor, der bis Juli nächsten Jahres abgeschlossen werden soll. Baubeginn soll dann im Frühjahr 2021 sein. Denn die Zeit drängt etwas: Bis 2025 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, denn dann läuft das Bayerische Kommunale Wohnraumförderprogramm aus. Will die Stadt in den Genuss der 30-prozentigen Förderung aus diesem Programm (plus 60 Prozent zinsverbilligtes Darlehen) kommen, muss sie sich also sputen. Für den Planungswettbewerb winke sogar eine Förderung in Höhe von 60 Prozent durch die Regierung von Schwaben in Augsburg. 

Bei einigen Stadträten stieß das geplante Vorgehen zunächst jedoch auf Unverständnis. „Einen Realisierungswettbewerb halte ich für unnötig“, sagte Christine Fröhlich, Bürgermeister-Kandidatin der Freien Wähler. Schließlich habe man die Liegenschaften doch erst durch die Architekten Harbich & Beck untersuchen lassen (der Kreisbote berichtete). „Eigentlich können wir doch loslegen!“, so Fröhlich. Erstaunt zeigte sich auch ihr Fraktionskollege Jürgen Doser. „Erst lasse ich den Messthaler ran, dann die Architekten und jetzt ist das alles Blödsinn – ich verstehe das nicht!“, wunderte er sich, warum die Ziegelwies nun erneut untersucht werden soll. 

Hauptamtsleiter Peter Hartl wies darauf hin, dass bislang nur der Zustand der Gebäude untersucht worden sei. Ein fertiges Konzept für die Ziegelwies gebe es aber nicht. „Wir haben kein Konzept, wir haben verschiedene Vorschläge“, erklärte er. Daher sprach er sich eindringlich für den Wettbewerb aus. „Städtebaulich kriegen wir bei einem Realisierungswettbewerb die beste Lösung!“ 

UBL-Stadtrat Magnus Peresson bedauerte den Zustand der Häuser, die architektonisch wertvoll seien. „Die Häuser sind alle so runter gekommen, weil der Eigentümer – die Stadt Füssen – nichts getan hat!“, schimpfte er. Neben ihm stimmte auch Dr. Christoph Böhm (CSU) gegen den Vorschlag der Verwaltung.

mm

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